»Staatsoper Unter den Linden
Die Sanierung« 2011–2017

Fotografien von Alexander Schippel
19. Mai – 15. Juni 2017
Staatsoper Unter den Linden, Probenzentrum,
Hinter der Katholischen Kirche 1

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 16.00 – 20.00 Uhr
Sa.-So. 12.00 – 20.00 Uhr

 

Die Ausstellung »Staatsoper Unter den Linden – Die Sanierung« zeigt 40 großformatige Fotografien des Berliner Fotografen Alexander Schippel (geboren 1979), die er in der Zeit von 2011 bis 2017 aufgenommen hat. Mehr als einhundert Mal war Schippel in den letzten sieben Jahren in der Staatsoper Unter den Linden. Doch der bekennende Opernliebhaber ging nicht als solcher in die Oper, sondern begleitete als Fotograf die Sanierung des Baus im Herzen Berlins – nicht selten »Don Giovanni« auf den Ohren. In seinen Aufnahmen dokumentiert Schippel die Transformation des ursprünglichen Rokokobaus von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der zu Zeiten der DDR bereits von Richard Paulick umfassend saniert und zum Teil wieder aufgebaut und neu interpretiert worden war, in ein allen heutigen Opernansprüchen genügendes Haus. Architekt der Maßnahmen ist das Büro HG Merz aus Stuttgart. Neben einer umfassenden Baudokumentation fertigte Schippel – den eigenen Interessen folgend – eine künstlerische Dokumentation dieses baulichen Transformationsprozesses hin zu einem Haus der Opernsuperlative. Dabei bestechen vor allem die Aufnahmen aus den Innenräumen, die neben spektakulären Eingriffen in die Bausubstanz auch erhaltene Details des Ursprungsbaus in Szene setzen: kunstvoll geschwungene Treppengeländer etwa oder die in Folie verpackten Basen und kannelierten Schäfte zweier Säulen des Apollosaals. Im Bühnenraum wie im Zuschauersaal bediente sich Schippel der »Stiching-Technik«, um die riesigen Dimensionen der Baustelle sichtbar zu machen. Bei dieser Aufnahmetechnik wird das endgültige Bild aus mehreren Einzelbildern zusammengesetzt, bei Schippel nicht selten aus über 50 Aufnahmen. So entstanden detailgenaue Aufnahmen des Bauprozesses im über 50 Meter hohen Bühnenraums oder das überwältigende Panorama der Decke über dem Zuschauersaal und dem dritten Rang mit der neu eingebrachten Akustikdecke. Schippel präsentiert diese Aufnahmen im bereits fertig gestellten Probenzentrum. Auf der Bühne des künftigen Probensaals »Szenisch 1« macht er die Oper noch einmal zur Baustelle und die vielen Schritte der Sanierung anhand seiner 40 großformatigen Arbeiten (zum Teil 150 x100 cm) visuell nachvollziehbar. Dabei bedient er sich der vorhandenen Bühnentechnik, hängt die Großformate wie Bühnenbilder an die Obermaschinerie. Die Besucher bewegen sich auf der Bühne zwischen den Arbeiten und haben so Teil an einem grandiosen Raumerlebnis, innerhalb dessen ihnen das nicht weniger spektakuläre Erlebnis der Transformation einer Baustelle in ein Haus der Hochkultur vorgeführt wird.