Rolando VillazónSänger (Gast)

Durch seine charismatischen und fesselnden Auftritte in den führenden Opernhäusern und Konzertsälen der Welt hat sich Rolando Villazón als einer der beliebtesten und gefeiertsten Interpreten und führenden Tenöre der Gegenwart etabliert. So hieß es über ...

Durch seine charismatischen und fesselnden Auftritte in den führenden Opernhäusern und Konzertsälen der Welt hat sich Rolando Villazón als einer der beliebtesten und gefeiertsten Interpreten und führenden Tenöre der Gegenwart etabliert. So hieß es über seine Interpretation von Offenbachs Hoffmann in einer Münchener Neuprouktion 2011/2012: »Mit vollem stimmlichem Risiko, lange gehaltenen Spitzentönen, prachtvollen Kantilenen und seiner einzigartigen Darstellungskunst, zwischen der Traurigkeit eines Clowns und der Begeisterungsfähigkeit eines Kindes changierend, sorgte er zurecht für Begeisterungsstürme.« Sein jüngstes Porträt von Massenets Werther veranlasste den Londoner Guardian festzustellen: »Villazón gibt eine seiner beeindruckendsten Darbietungen überhaupt. Seine Kunst ist so erstaunlich wie eh und je, er verbindet Klang, Geste und Sinn in einer kompromisslosen Suche nach Wahrhaftigkeit.«

Rolando Villazón wurde in der internationalen Musikszene rasch bekannt, nachdem er 1999 mehrere Preise bei Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb gewann (u.a. den Zarzuela-Preis und den Zuschauerpreis). Noch im gleichen Jahr folgten sein europäisches Debüt als Des Grieux in Massenets »Manon« in Genua sowie zwei weitere Debüts an Häusern, als Alfredo in »La traviata« an der Opéra de Paris und als Macduff in Verdis »Macbeth« an der Deutschen Staatsoper Berlin.

Mit einer Serie sensationeller Debüts an den bedeutendsten europäischen Häusern etablierte sich der Tenor rasch als einer der gefragtesten Künstler seiner Generation, so sang er Rodolfo in »La bohème« an der Bayerischen Staatsoper in München und Gounods Roméo an der Wiener Staatsoper. In Wien hat er seither Massenets »Werther«, Nemorino in »L’elisir d’amore«, Des Grieux, die Titelrolle in »Les contes d’Hoffmann«, den Herzog in »Rigoletto« und Rodolfo interpretiert. In München war er mit der Titelrolle in Gounods »Faust« und »Roméo«, als Alfredo zu hören sowie in der Titelpartie eine Neuproduktion von »Les contes d’Hoffmann«, zudem sang er Rodolfo in konzertanten Aufführungen von »La bohème« in der Philharmonie am Gasteig, die von Deutsche Grammophon aufgezeichnet und 2008 auf CD veröffentlicht wurden.

2005 gab Rolando Villazón sein triumphales Debüt bei den Salzburger Festspielen, als er Alfredo in einer Neuproduktion von »La traviata« neben Anna Netrebko und Thomas Hampson interpretierte. Deutsche Grammophon veröffentlichte sowohl CD als auch DVD dieser denkwürdigen Produktion im Jahr 2005. 2008 kehrte er für eine Neuproduktion von »Roméo et Juliette« nach Salzburg zurück, die ebenfalls live im Fernsehen übertragen und 2009 auf DVD veröffentlicht wurde. Weitere vielbeachtete Auftritte bei europäischen Festspielen führten ihn nach Bregenz, Glyndebourne und Orange.

Seit seinem Debüt tritt Rolando Villazón häufig an der Staatsoper Berlin auf und arbeitet dort regelmäßig mit Daniel Barenboim zusammen. Höhepunkte der Zusammenarbeit waren u.a. Neuproduktionen von »Carmen, »La traviata«, »Manon« und »Eugen Onegin«. Ebenso gestaltete er den Nemorino in einer Neuproduktion von »L’elisir d’amore«. An der Opéra de Paris konnten ihn die Zuschauer bereits in Produktionen wie »Faust«, »La traviata«, »Les contes d’Hoffmann« und »Werther« erleben. Als Hoffmann gab er auch sein triumphales Debüt an der Londoner Royal Opera, Covent Garden, wo er seitdem auch als Lenski und Herzog auftrat und die Titelpartie in einer Neuproduktion von Verdis »Don Carlo sowie in einer vielbeachteten Produktion von »Werther«, jeweils unter der Leitung von Sir Antonio Pappano interpretierte, die 2012 von Deutsche Grammophon auf CD veröffentlicht wurde. Weitere Auftritte führten Rolando Villazón an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel sowie an die Amsterdamer Oper, wo er unter Riccardo Chailly sein Rollendebüt als Don Carlo gab. Er debütierte als Nemorino am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und kehrte für eine Neuproduktion von »Manon« mit Natalie Dessay zurück. Sowohl »Manon« als auch der Amsterdamer »Don Carlo wurden auf DVD veröffentlicht. 2010 debütierte er als Alfredo am Opernhaus Zürich und kehrte für eine Neuproduktion von Mozarts »Il re pastore« und Vorstellungen von »L‘elisir d’amore« zurück. Sein Debüt an der Mailänder Scala hatte er ebenfalls 2010, wo er eine seiner Paraderollen, den Nemorino in »L’elisir d’amore« interpetierte. 2011 gab er sein Rollendebüt als Don Ottavio am Festspielhaus Baden-Baden, gefolgt von seinem Rollendebüt als Ferrando in »Così fan tutte«, ebenfalls in Baden-Baden.

Rolando Villazón gab sein Debüt an der Metropolitan Opera New York als Alfredo und war dort seither als Herzog, Rodolfo, Edgardo und in einer ausverkauften Metropolitan Opera Pension Fund Gala im April 2007 zu hören. Er ist ebenso gern gesehener Gast der Los Angeles Opera, wo er als Alfredo debütierte und seither in Produktionen von »Gianni Schicchi«, »Roméo et Juliette« und »Manon« auftrat.

Der Tenor ist ein beim Publikum überaus beliebter und von den Kritikern geschätzter Lied- und Konzertsänger. Er tritt in allen bedeutenden Konzertsälen auf und arbeitet dort mit den wichtigsten Dirigenten und Orchestern zusammen, so z.B. in Londons Barbican Hall, dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris, den Philharmonien in Berlin und Köln, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Gewandhaus Leipzig und der Accademia Santa Cecilia in Rom. Hinzu kommen ausverkaufte Konzerte in u.a. New York, Miami, Vancouver, Tokio, Toulouse, Monte Carlo, Moskau, St. Petersburg, Prag, Zürich, Rom, Athen, Istanbul, Madrid, und Kopenhagen. 2007 gab er sein Deutschlanddebüt als Liedsänger und interpretierte Schumanns »Dichterliebe« begleitet von Daniel Barenboim, ein Erfolg der im Folgejahr, ebenfalls an der Staatsoper Berlin, wiederholt wurde. 2010 gab er sein Liederabend-Debüt bei den Salzburger Festspielen und 2011 im Wiener Musikverein. Seine Open Air-Konzerte mit Plácido Domingo und Anna Netrebko auf der Berliner Waldbühne am Vorabend des Fussball-WM Finales 2006 sowie Schloss Schönbrunn in Wien vor dem Finale der Fussball-EM 2008 wurden jeweils live im Fernsehen übertragen und von Millionen Zuschauern weltweit gesehen.

Rolando Villazóns ausgedehnte Diskographie umfasst eine CD mit italienischen Arien, eine Aufnahme mit Arien von Gounod und Massenet sowie ein »Opera Recital«. Alle diese Aufnahmen erschienen bei EMI/Virgin Classics, genauso wie Aufnahmen von Monteverdis »Il combattimento di Tancredi« und »I Lamenti«, unter der Leitung von Emmanuelle Haïm, eine Aufnahme von Verdis Messa da Requiem dirigiert von Antonio Pappano, sowie eine Zarzuela-CD, »Gitano«, unter der Leitung von Plácido Domingo und eine Aufnahme von Vivaldis »Ercole«. Alle Aufnahmen des Künstlers wurden von der Kritik mit uneingeschränktem Lob bedacht. Zu DVD-Veröffentlichungen bei EMI/Virgin Classics zählt u.a. die Wiener Produktion von »L’elisir d’amore«, bei Decca wurde »La traviata« aus Los Angeles mit Renée Fleming veröffentlicht.

2007 wurde Rolando Villazón Exklusivkünstler für die Deutsche Grammophon. Er veröffentlichte eine Duett-CD mit der Sopranistin Anna Netrebko sowie CDs und DVDs von »La traviata«. Letztere Aufnahme wurde 2006 für einen Grammy nominiert und sowohl »La traviata« als auch »Duets« erhielten jeweils einen ECHO Klassik. 2008 wurde seine hochgelobte erste Solo-CD von Deutsche Grammophon veröffentlicht, eine Aufnahme seltener italienischer Arien unter dem Titel »Cielo e mar«. 2009 folgte eine ebenso erfolgreiche Aufnahme mit Händel-Arien, die er gemeinsam mit dem Spezialisten Paul McCreesh und seinen Gabrieli Players aufnahm. Alle seine Aufnahmen wurden zu Bestsellern und erhielten Gold- und Platin-Auszeichnungen in Deutschland und Österreich. »Duets« erreichte die Spitzenposition der Billboard Klassikcharts in den USA und hält den Rekord für das beste Debüt einer klassischen CD in Europa, mit Spitzenpositionen in den Popcharts mehrerer europäischer Länder. 2010 veröffentlichte die Deutsche Grammophon »México!«, eine Aufnahme klassischer mexikanischer Lieder in neuen Arrangements, die mit dem ECHO Klassik 2011 ausgezeichnet wurde. Im Frühjahr 2012 erschien eine hochgelobte Gesamteinspielung von Massenets »Werther« unter der Leitung von Sir Antonio Pappano, im Sommer und Herbst 2012 erscheinen gleich zwei neue Einspielungen: eine Gesamtaufnahme von Mozarts »Don Giovanni« in der Rolando Villazón Don Ottavio in einem All-Star Cast interpretiert, sowie eine Aufnahme mit Arien Giuseppe Verdis, dirigiert von Gianandrea Noseda.

2011 debütierte Rolando Villazón mit einer viel beachteten Inszenierung von »Werther« an der Opéra de Lyon als Regisseur. 2012 inszenierte er Donizettis »L’elisir d’amore« am Festspielhaus Baden-Baden. In der gleichen, von der Kritik als »doppelter Triumph« beschriebenen Aufführung, die im Dezember 2012 im Fernsehen ausgestrahlt und auf DVD erscheinen wird, sang er ebenfalls die Partie des Nemorino.

Rolando Villazón wurde in unzähligen internationalen Zeitungen und Zeitschriften porträtiert und war zu Gast in TV-Shows wie »Wetten, dass ...?« und »Musical Showstar«. Dokumentarfilme über ihn wurden in Frankreich, Deutschland und Österreich ausgestrahlt. 2010 und 2011 war er Mentor und Juror in der englischen TV-Sendung »Popstar to Opera Star«. Er moderiert regelmäßig Fernsehprogramme, u.a. für die BBC, und hat seine eigene Sendereihe, »Stars von morgen«, auf Arte. 2008/09 war Rolando Villazón in seinem ersten Kinofilm zu sehen, einer Verfilmung von Puccinis »La bohème«. Regie führte der Oscar-nominierte Regisseur Robert Dornhelm. Deutsche Grammophon veröffentlichte im Frühjahr 2008 eine Gesamtaufnahme der Oper, die auch als Soundtrack zum Film dient.

Rolando Villazón beginnt die Spielzeit 2012/2013 mit Konzerten mit dem Kammerorchester Basel beim Musikfest Bremen und dem Klara-Festival Brüssel, gefolgt von Konzerten mit Verdis Messa da Requiem, dass er unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin in Philadelphia aufführen wird. Mit dem gleichen Werk debütiert er ebenfalls in der New Yorker Carnegie Hall. Der Tenor wird in gleich drei Konzerten mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim zu hören sein, er interpretiert u.a. Verdi-Lieder in der Orchestrierung Luciano Berios, Mozarts Requiem sowie, in einer Uraufführung, Lieder Elliott Carters. In den Wiener Musikverein wird er ebenfalls mit Verdis Liedern in der Berio-Fassung unter Leitung von Fabio Luisi zurückkehren. Rolando Villazón gibt Liederabende u.a. in München und an der Mailänder Scala, und wird auf einer Tournee in die europäischen Metropolen Lieder und Arien Verdis zum Anlass des 200-jährigen Geburtstages des Komponisten interpretieren. Auf der Opernbühne wird Rolando Villazón in Partien wie Rodolfo am Londoner Royal Opera House, Nemorino am Liceu Barcelona und Alfredo an der Wiener Staatsoper zu hören sein. Bei der Salzburger Mozartwoche debütiert er in der Titelpartie von Mozarts »Lucio Silla«, in einer Neuproduktion dirigiert von Marc Minkowski.

Geboren in Mexico City begann er seine musikalischen Studien am nationalen Konservatorium seines Heimatlandes bevor er Mitglied der Nachwuchsprogramme an den Opernhäusern in Pittsburgh und San Francisco Opera wurde. Rolando Villazón wurde mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichnet und erhielt den Titel eines Chévalier de l’Ordre des Arts et des Lettres, eine der höchsten Auszeichnung im Bereich der Kunst und Literatur in Frankreich, seinem permanenten Wohnsitz.

Foto: (c) GABO