Olivia StahnSängerin (Gast)

Olivia Stahn studierte bei Marie-Louise Ages und Julie Kaufmann in Lübeck und Berlin und ist Absolventin mit Auszeichnung der Lied-Klasse von Irwin Gage.
Mit der Titelpartie in Hartmanns »Simplicius Simplicissimus« gab sie 2005 ihr Bühnendebüt am Konzerthaus ...

Olivia Stahn studierte bei Marie-Louise Ages und Julie Kaufmann in Lübeck und Berlin und ist Absolventin mit Auszeichnung der Lied-Klasse von Irwin Gage.
Mit der Titelpartie in Hartmanns »Simplicius Simplicissimus« gab sie 2005 ihr Bühnendebüt am Konzerthaus Berlin. Es folgten Engagements als Zerlina in »Don Giovanni« auf Kampnagel in Hamburg mit dem Ensemble Resonanz unter Titus Engel, in »La morte di Abele« von Seydelmann bei den Dresdner Musikfestspielen mit den Dresdner Philharmonikern und wiederholt am Konzerthaus Berlin in Opern von Martinů und Krenek. Sie gastierte außerdem an der Staatsoper Hannover, u. a. erneut als Simplicius in einer Inszenierung von Frank Hilbrich.
Mit der zum Theatertreffen 2011 eingeladenen Produktion »Via Intolleranza II« von Christoph Schlingensief trat Olivia Stahn beim Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, den Wiener Festwochen, den Münchner Opernfestspielen und auf Kampnagel auf. In Karoline Grubers Inszenierung von »Il barbiere di Sevilla« in St. Moritz sang sie die Berta. Schönbergs »Pierrot Lunaire« brachte sie in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Beate Baron in einer szenischen Version auf die Bühne des Radialsystems V in Berlin. Sie wirkte außerdem bei den Uraufführungen der Opern »Camille« (Titelpartie) von Stefan Keller, »Wanderland« von Genoël Rühle und »Ferne Nähe« von Daniel Smutny (Regie Sommer Ulrickson) mit. In der Spielzeit 2013/14 sang sie an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin in Lucia Ronchettis »Lezioni di tenebra« die weibliche Hauptrolle.
Als Konzertsängerin trat Olivia Stahn mehrfach beim Lucerne Festival auf, in der »Sinfonia« von Berio, mit einem Orchesterliederzyklus von Carter und dem »Pierrot Lunaire«, jeweils unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez.
In der Tonhalle Zürich sang sie Orchesterlieder von Schönberg mit dem Collegium Novum Zürich, am selben Ort die »Quatre poèmes hindous« von Delage unter Jonathan Stockhammer. Eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Ensemble Avantgarde führte zu Konzerten mit Musik von Eisler und Crumb im Gewandhaus Leipzig. Mit dem Ensemble Courage aus Dresden nahm sie eine Porträt-CD des Komponisten Benjamin Schweitzer für Wergo auf. Sie arbeitete außerdem mit dem Solistenensemble Kaleidoskop, Ensemble Adapter, dem Meitar Ensemble und dem Trio Imàge zusammen.
Ihre besondere Liebe gilt der barocken und frühbarocken Musik. Bei den Magdeburger Telemann-Festtagen sang sie eine der weiblichen Hauptrollen in der rekonstruierten Oper »Germanicus« von Telemann; die Aufnahme ist bei cpo erschienen. Mit Musik von Bach, Händel und Zeitgenossen trat sie in den Domen von Braunschweig, Ratzeburg und Lübeck, der Dresdner Frauenkirche sowie in St. Katharinen und St. Michaelis in Hamburg auf.
Sie ist Mitbegründerin des Early Bird Ensembles, das sich auf italienische und deutsche Musik des frühen 17. Jahrhundert konzentriert.

Foto: Uta Neumann