Marie-Claude ChappuisSängerin (Gast)

Die in Fribourg (Schweiz) geborene Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis hat in ihrer Heimatstadt und am Mozarteum Salzburg studiert. Von 1999 bis 2003 war Marie-Claude Chappuis Ensemblemitglied des Landestheaters in Innsbruck in der Intendanz von Brigitte ...

Die in Fribourg (Schweiz) geborene Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis hat in ihrer Heimatstadt und am Mozarteum Salzburg studiert. Von 1999 bis 2003 war Marie-Claude Chappuis Ensemblemitglied des Landestheaters in Innsbruck in der Intendanz von Brigitte Fassbaender. In diesen ersten Jahren ihrer Karriere interpretierte sie unter anderem Partien wie Sesto in Mozarts »La clemenza di Tito«, die Titelpartie in »Carmen«, Charlotte in Massenets »Werther«, Armindo in Händels »Partenope« sowie Hänsel in Humperdincks »Hänsel und Gretel«.

Mittlerweile singt sie regelmäßig auf den renommiertesten Bühnen Europas (u.a. Staatsoper Berlin, Salzburger Festspiele, Grand Théâtre de Genève, Festival d’Aix-en-Provence, Opernhaus Zürich, Theater an der Wien) unter der Leitung von so namhaften Dirigenten wie Giovanni Antonini, Riccardo Chailly, Charles Dutoit, Sir Colin Davis, Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs, Riccardo Muti, Sir Roger Norrington und Christophe Rousset.

Von René Jacobs wird Marie-Claude Chappuis immer wieder gerne eingeladen, unter seiner Leitung trat sie bereits als Proserpina und Messagiera in Monteverdis »Orfeo« an der Staatsoper Berlin sowie in Aix-en-Provence auf, wie auch als Ottavia in »L’incoronazione di Poppea« in Berlin und am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, als Annio in »La clemenza di Tito« in Paris und Lissabon, als Don Ramiro in »La finta giardiniera« im Theater an der Wien, am Teatro Real in Madrid und in Lissabon, sowie in Bachs h-Moll Messe in Zürich, Köln, Seoul und Leipzig.

Regelmäßiger Gast ist sie am Opernhaus Zürich, wo sie bisher in Rollen wie Sesto unter Adam Fischer, Lazuli in Chabriers L’Étoile unter Sir John Eliot Gardiner oder Dorabella »Così fan tutte« zu erleben war, wie auch als Idamante in Mozarts »Idomeneo« unter Nikolaus Harnoncourt, eine Partie, die sie unter seiner Leitung auch beim Styriarte Festival in Graz und bei der Mozartwoche in Salzburg verkörperte. Weitere Eckpfeiler in der Karriere von Marie-Claude Chappuis waren die Produktioen von »Il matrimonio inaspettato« (Contessa di Sarzana von Paisiello) unter der künstlerischen Leitung von Riccardo Muti bei den Salzburger Pfingstfestspielen, in Ravenna und Piacenza, Cavallis »La Calisto« (Diana) am Théâtre des Champs-Elysées unter der Leitung von Christophe Rousset oder Strauss’ »Ariadne auf Naxos« (Dryade) unter Daniel Harding bei den Salzburger Festspielen, wo sie im letzten Sommer als Dorabella in »Così fan tutte« mit den Wiener Philharmonikern und Christoph Eschenbach zu erleben war.

Auch auf dem Konzertpodium ist Marie-Claude Chappuis ein gern gesehener Gast. So hat sie im Gewandhaus zu Leipzig in Haydns »Arianna a Naxos« unter Trevor Pinnock gesungen, sowie die Partie des Ulisse in konzertanten Aufführungen von Händels »Deidamia« in Braunschweig und am Theater an der Wien und Mozarts »Ch’io mi scordi di te« mit András Schiff und der Camerata Salzburg bei den Salzburger Festspielen. Bachs »Matthäuspassion« in Lausanne, Bachs »Weihnachtsoratorium« in der Zürcher Tonhalle, Berlioz’ »La damnation de Faust« in Leipzig, Bach-Kantaten im Wiener Konzerthaus, sowie Händels »Judas Maccabaeus« in Hamburg folgten.

Die Saison 2013/14 bringt Produktionen wie »Die Fledermaus« in Genf, »La finta giardiniera« mit Emanuelle Haïm in Lille und Dijon und Franz Schuberts »Fierrabras« bei den Salzburger Festspielen. Im Konzertfach singt sie Beethovens neunte Sinfonie unter Neeme Järvi in Genf, »Les nuits d’été« in St. Gallen, »Matthäuspassion« in Lissabon, einen Duo-Liederabend mit Julia Kleiter in Limburg und einen Solo-Liederabend mit dem Lautenisten Luca Pianca bei den Internationalen Barocktagen Stift Melk.

Marie-Claude Chappuis ist zudem eine leidenschaftliche Interpretin des Liedes und der »mélodie française«. Im Jahr 2001 gründete sie das alle zwei Jahre stattfindende Festival du Lied in Fribourg (Schweiz), dessen künstlerische Leiterin sie ist und welches zuletzt im Juni 2013 stattfand.

Zu ihren Aufnahmen zählen die Altpartie der »Matthäuspassion« unter der Leitung von Riccardo Chailly für das Label Decca, »La clemenza di Tito« (Annio) unter der Leitung von René Jacobs (Harmonia Mundi / Grammy-Nominierung) und die »Brockes-Passion« von Telemann (Prix du Midem 2009). Auf DVD (Arthaus) spielt sie die Hauptrolle im Musik-Film »Conversations à Rechlin« unter der Regie von François Dupeyron. Im Herbst 2012 erschien eine Aufnahme von Mozarts »La finta giardiniera« (Don Ramiro) unter René Jacobs (Harmonia Mundi), die von der Presse hervorragende Kritiken erntete. CD-Neuerscheinungen im Jahr 2013: »Le Miroir de Jésus« von André Caplet (Mirare) und Mozarts Requiem (Sony).

Foto: (c) Jo Simoes