Ludvig LindströmSänger (Gast)

Der gebürtige Schwede Ludvig Lindström, der auch finnische Wurzeln in sich trägt, wurde 1982 in Umeå geboren. Nach einer erfolgreichen Karriere als Schwimmer wurde sein außergewöhnliches Stimmtalent von einem Opernsänger aus seiner Heimatstadt entdeckt. ...

Der gebürtige Schwede Ludvig Lindström, der auch finnische Wurzeln in sich trägt, wurde 1982 in Umeå geboren. Nach einer erfolgreichen Karriere als Schwimmer wurde sein außergewöhnliches Stimmtalent von einem Opernsänger aus seiner Heimatstadt entdeckt. Im Alter von 20 Jahren begann er ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Göteborg und entschied sich dann am College of Music and Drama, ebenfalls an der Universität Göteborg, ein Studium für Klassischen Gesang zu absolvieren. Seine weitere Ausbildung erhielt er als Mitglied der Opernakademie an der Königlichen Oper in Kopenhagen. 2006 gab Ludvig Lindström dort als Vægter in Carl Nielsens »Maskarade« sein Operndebüt unter der musikalischen Leitung von Michael Schönwandt und in der Regie von Kasper Holten. In eben diesem Jahr sang er außerdem den Komtur in Keith Warners Inszenierung von »Don Giovanni«, dirigiert von Adam Fischer. Seitdem wird er regelmäßig für Produktionen an diesem Haus engagiert. Erwähnenswerte Rollen Ludvig Lindströms waren dort unter anderem die Titelpartie in »Le nozze di Figaro«, der Geisterbote in Strauss’ »Frau ohne Schatten« und Zebul in Händels »Jephtha«. Für die letztere Rolle wurde er von den dänischen Kritikern mit dem Reumert-Talentpreis ausgezeichnet. 2009 war er in Budapest als Masetto in einer Filmproduktion von »Don Giovanni« in der Regie von Kasper Holten zu erleben. Dieser Film, bei dem u. a. Christopher Maltman, Maria Bengtsson, Eric Halfvarson und Plácido Domingo mitwirkten, wurde zu internationalen Filmfestspielen eingeladen. In seiner bisherigen Karriere arbeitete er mit Regisseuren wie Robert Carsen, Kasper Holten, Katie Mitchell, Jacopo Spirei und Keith Warner zusammen. Außerdem sang er unter bedeutenden Dirigenten wie Giancarlo Andretta, Christian Badea, Tönu Kaljuste, Thomas Søndergård, Michael Schönwandt, Rumon Gamba, Friedemann Layer, Tobias Ringborg und Lars Ulrik Mortensen.

Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne, arbeitete Ludvig Lindström überdies hinaus mit zahlreichen skandinavischen Orchestern und trat als Solist auch im Konzertbereich auf, u. a. mit Bachs Solokantate »Ich habe genug«, Mozarts Requiem in d-Moll, Händels »Messias«, Rossinis »Petite Messe Solennelle« und Schumanns weltlichem Oratorium »Das Paradies und die Peri«. Ludvig Lindström ist außerdem Interpret von zeitgenössischer Musik, insbesondere von Musik nordischer Komponisten wie Veljo Tormis, Arne Nordheim und Cecilie Ore. Bezüglich seines Liederrepertoires fühlt er sich Jean Sibelius sehr verbunden. Im Sommer 2013 war er bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci als Jupiter in der Oper »Prosepina« von Joseph Martin Kraus, einem schwedischen Komponisten des 18. Jahrhunderts, zu erleben, welche von Elisabeth Linton inszeniert und von Olof Boman musikalisch geleitet wurde.

In der Saison 2013/14 ist der Bariton als Marullo in Verdis »Rigoletto« an der norwegischen Oscarsborgsoperaen engagiert und wirkte bei der Weltpremiere von Mats Larsson Gothes neuer Oper »Blanche and Marie« an der Norrlandsoperan im schwedischen Umeå mit.