Jochen KowalskiSänger (Gast)

Der Berliner Kammersänger Jochen Kowalski ist einer der vielseitigsten Altisten der Gegenwart. Seine Laufbahn begann an der Komischen Oper Berlin und von dort startete er auch seine internationale Karriere. Viele herausragende Partien, meist in Inszenierungen ...

Der Berliner Kammersänger Jochen Kowalski ist einer der vielseitigsten Altisten der Gegenwart. Seine Laufbahn begann an der Komischen Oper Berlin und von dort startete er auch seine internationale Karriere. Viele herausragende Partien, meist in Inszenierungen von Harry Kupfer, haben ihn weltweit populär gemacht. Gastspiele führten ihn an alle bedeutenden Opernhäuser Deutschlands genauso wie an die Wiener Staats- und Volksoper, die Grand Opéra de Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London und – Höhepunkt jeder Sängerlaufbahn – für fünf Spielzeiten an die Metropolitan Opera in New York. Sein dortiges Auftreten als Orlofsky in Strauß’ Die Fledermaus und als Oberon in Brittens A Midsummer Night’s Dream glichen einer Sensation. Weltweit gefeiert wurden Jochen Kowalskis Orfeo (Gluck) und Giulio Cesare (Händel) an der Komischen Oper Berlin wie auch sein Tancredi in Rossinis gleichnamiger Oper an der Deutschen Staatsoper Berlin.

Jochen Kowalskis Repertoire ist für einen Altisten äußerst umfangreich: Er reüssierte nicht nur in den wichtigsten Barockopern von Monteverdi, Händel, Gluck bis hin zu Mozart, sondern auch mit Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise oder Olga Neuwirths Hommage à Klaus Nomi. Mit vielen zeitgenössischen Komponisten von Arvo Pärt über Rolf Liebermann bis zu Johannes Kalitzke hat er erfolgreich zusammengearbeitet. Seine diversen Liederabendprogramme sind ungewöhnlich und Kowalski ist stets auf der Suche nach Repertoireerweiterung für sich, seine Stimme und sein Publikum.

Jochen Kowalski ist seit Jahren ein gern gesehener Gast bei nationalen und internationalen Festivals wie z. B. den Salzburger Festspielen (Debüt 1993 als Ottone in L’incoronazione di Poppea). In den Konzertsälen bedeutender Musikzentren von Wien, Moskau, St. Petersburg, Barcelona, über Madrid und Paris bis nach London und Tokyo hat er erfolgreich konzertiert.

Er ist Initiator eines »Barock meets Jazz«-Projektes, bei dem er seine barocken Lieblingsarien zu Jazzbegleitung singt. 2010 war er in Kalitzkes Oper Die Besessenen am Theater an der Wien zu hören. Zusammen mit dem Schauspieler Dieter Mann steht er in einem musikalisch-literarischen Programm über Puschkins Novelle Pique Dame auf der Bühne. 2011 sang er – teilweise in japanischer Sprache – den Orlofsky unter Yutaka Sado in Osaka. Bei den Salzburger Festspielen 2012 war Jochen Kowalski als Nireno in Händels Giulio Cesare an der Seite von Cecilia Bartoli mit großem Erfolg beteiligt. Sein Max Wallstein in Johann Kresniks erfolgreicher Produktion Villa Verdi an der Berliner Volksbühne war 2013 ein erster gelungener Ausflug ins Schauspielfach.

Mit der Partie des King George in Elena Kats-Chernins Oper George, 2014 uraufgeführt, bewies Jochen Kowalski erneut sein sängerisches und darstellerisches Können.

Kowalskis neuestes Projekt Pierrot sucht Lohengrin – oder: Nie sollst du mich befragen ist erfolgreich im Berliner Ensemble über die Bühne gegangen, begonnen hat eine Zusammenarbeit mit dem renommierten Vogler Quartett.

Weltweite Fernsehauftritte, zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen und seine kürzlich erschienene Autobiographie haben Jochen Kowalski einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Inzwischen gilt er als der Wegbereiter des Countertenor-Gesanges in Deutschland. Sein künstlerisches Schaffen wurde mit vielen nationalen und internationalen Preisen geehrt. 2004 erhielt Jochen Kowalski die höchste Auszeichnung seiner Heimatstadt, den Verdienstorden des Landes Berlin.