Gustavo DudamelDirigent

Gustavo Dudamel, Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra und des Orquesta Sinfónica Simón Bolívar, begeistert weltweit ein Publikum aller Altersklassen. Obwohl seine Dirigiertätigkeiten in den Vereinigten Staaten und Venezuela einen Großteil ...

Gustavo Dudamel, Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra und des Orquesta Sinfónica Simón Bolívar, begeistert weltweit ein Publikum aller Altersklassen. Obwohl seine Dirigiertätigkeiten in den Vereinigten Staaten und Venezuela einen Großteil seiner Zeit in Anspruch nehmen, ist Gustavo Dudamel jede Saison weltweit ebenfalls in den großen Musikzentren zu Gast. So kehrt er in dieser Spielzeit für Opern- und Konzertproduktionen zu den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern und an die Mailänder Scala zurück. Außerdem wird er gemeinsam mit dem Royal Concertgebouw, der Staatskapelle Berlin, dem Israel Philharmonic, dem Santa Cecilia Orchestra und dem Symphonieorchester Göteborg, dessen Ehrendirigent Gustavo Dudamel ist, auftreten.

In seiner vierten Spielzeit als Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra leitet Gustavo Dudamel auch die 100. Konzertsaison des Orchesters. Sein Vertrag wurde dort soeben bis 2018/19 verlängert. Unter seiner Führung wuchs die internationale Anerkennung des Los Angeles Philharmonic wie beispielsweise durch Konzepte wie »LA Phil LIVE«, die ein breites Publikum in Nordamerika, Europa und Südamerika erreichten. Durch das Youth Orchestra Los Angeles (YOLA), inspiriert von »El Sistema« in Venezuela, ermöglicht Dudamel Kindern und Jugendlichen benachteiligter Gemeinden Los Angeles’ einen Zugang zum aktiven gemeinsamen Musizieren und regt damit in vielen weiteren Teilen der Vereinigten Staaten sowie in Schweden und Schottland zur Nachahmung an.

Seine Konzertprogramme mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra in der Saison 2012/13 umfasst u.a. das Oratorium »The Gospel According to the Other Mary« von John Adams, ein Auftragswerk des Los Angeles Philharmonic, mit dem das Orchester unter Dudamel im New Yorker Lincoln Center, im Barbican Centre London, dem Lucerne Festival sowie im Salle Pleyel Paris auftrat. Außerdem dirigiert er »Le nozze di Figaro«, mit einem Bühnenbild des Architekten Jean Nouvel, als zweiten Teil eines dreijährigen Projekts zu Mozart und da Ponte.

Nach seinem großen Erfolg bei er Eröffnungsgala der Olympischen Spiele 2012 in London, begleitete er das Orquesta Sinfónica Simón Bolívar, mittlerweile in der 14. Spielzeit als Chefdirigent, auf Tourneen sowie auch in seiner Heimat Venezuela. So umfasste die Tour im Spätherbst 2012 Aufführungen in Berkeley’s CalPresents und der Chicago Symphony Hall, dem John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, im Kimmel Center in Philadelphia sowie in der New Yorker Carnegie Hall, wo er mit seinem Orchester Teil des Festivals »Voices from Latin America« war. Zusätzliche Höhepunkte feierte er im Juli 2012 in Caracas mit einer Bühnenfassung von »Rigoletto«, die Teil einer mehrjährigen Zusammenarbeit und gemeinsame Produktion mit der Mailänder Scala ist. Im April 2013 werden Gustavo Dudamel und das Orquesta Sinfónica Simón Bolívar zusammen mit Lang Lang bei der Uraufführung des Klavierkonzerts von Esteban Benzecry zu hören sein, das von beiden Musikern gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Anschließend wird das Orchester in fünf Ländern Südamerikas auf Tournee gehen. Die Saison des Orquesta Sinfónica Simón Bolívar endet mit »Tannhäuser« an der Bogotá Oper im Juni 2013 und anschließend bei den Salzburger Festspielen.

Seit 2005 exklusiver Künstler der Deutschen Grammophon, veröffentlichte Gustavo Dudamel zahlreiche Aufnahmen die ein Repertoire von Strawinskys »Le sacre du printemps« bis hin zu Beethovens Sinfonien Nr. 3, 5 und 7 umfassen. Im Februar 2012 gewann er mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra für deren Live-Aufnahme von Brahms 4. Sinfonie einen Grammy in der Kategorie »Beste Orchesterdarbietung«. Im Frühling 2012 erschien eine Schallplatte mit Mendelssohns Sinfonie Nr. 3, deren Erlös den Kauf von Instrumenten für junge Musiker des Projekts »El Sistema« in San Vicente/Venezuela ermöglichte. Im August 2012 wurde sowohl die CD, die DVD als auch die PBS-TV-Aufzeichnung des Sommernachtskonzerts Schönbrunn der Wiener Philharmoniker veröffentlicht.

Die Veröffentlichung von »Gustavo Dudamel: Discoveries« im September 2012, ist eine Zusammenstellung von Aufnahmen der Wiener und Berliner Philharmoniker, dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar und dem Sinfonieorchester Göteborg (CD, CD und DVD). Die Veröffentlichung von »Dudamel: Mahler 8 – Symphony of a Thousand Live from Caracas« (CD, DVD und Blu-ray) im Oktober 2012 zeigt die vereinigten Kräfte des Los Angeles Philharmonic Orchestra und des Bolívar. Geplante Aufnahmen für die Saison 2012/13 sind u. a. die Mahler Sinfonien Nr. 7 (CD / Orquesta Sinfónica Simón Bolívar), und Nr. 9 (CD / Los Angeles Philharmonic Orchestra), sowie eine umfassende Aufnahme zu Strauss mit den Berliner Philharmonikern (CD).

Zahlreiche bedeutende Konzerte Dudamels sind mittlerweile auf CD und DVD dokumentiert, einschließlich sein erstes Konzert als Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra im Jahr 2009 sowie das Neujahrskonzert 2011 mit den Berliner Philharmonikern und das Geburtstagskonzert für Papst Benedict XVI. Im Juni 2011 erschien der Dokumentarfilm »Let the Children Play« über Dudamels Arbeit, welcher in mehr als 500 Fathom Filmtheatern ausgestrahlt wurde. Dreimal trat Dudamel in der CBS-Sendung »60 Minutes« auf sowie 2010 einmalig bei einem PBS Special mit Tavis Smiley »Dudamel: Conducting a Life«. Außerdem war er im Februar 2012 zu Gast bei der »Sesamstraße«.

Erst kürzlich wurde Gustavo Dudamel 2013 von Musical America, dem führenden Online-Magazin für klassische Musik in den USA, zum »Musiker des Jahres« ernannt. Im Oktober 2011 wurde er »Gramophone Artist of the Year« und im Mai desselben Jahres nahm ihn die Königliche Musikakademie in Schweden auf. Ein Jahr zuvor erhielt er den »Eugene McDermott Award in the Arts«. In Paris wurde Dudamel 2009 in den »L’Ordre des Arts et des Lettres« aufgenommen und erhielt einen Ehrendoktortitel an der Universidad Centro-Occidental Lisandro Alvarado in seiner Heimatstadt Barquisimeto. Ein weiterer Ehrendoktortitel wurde ihm 2012 von der Universität von Göteborg verliehen. 2008 erhielt das Simón Bolívar Jugendorchester Spaniens renommierte jährliche Auszeichnung »Premios Príncipe de Asturias«, und Gustavo Dudamel wurde zusammen mit seinem Mentor José Antonio Abreu der »Q Prize« der Harvard University für sein außergewöhnliches Engagement für Kinder zugesprochen.

Das »Time Magazine« zählte Gustavo Dudamel 2009 zu einen der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten. 1981 in Barquisimeto / Venezuela, geboren, erhielt er bereits im Kindesalter Violinunterricht bei José Luis Giménez und Francisco Díaz am Jacinto Lara Conservatory. An der Latin American Academy of Violin setzte er sein Studium bei Rubén Cova und José Francisco del Castillo fort. Im Jahr 1996, als er gerade sein Dirigier-Studium bei Rodolfo Saglimbeni begann, ernannte ihn das Amadeus Chamber Orchestra bereits zu seinem Dirigenten. 1999 wurde er Dirigent des Simón Bolívar Jugendorchesters und nahm Unterricht bei Dr. Abreu, dem Gründer der Institution. Nur wenige Jahre später gewann Gustavo Dudamel 2004 den ersten »Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb« und erhielt dadurch internationale Aufmerksamkeit.

2012 gründeten Gustavo Dudamel und seine Frau Eloisa Maturén eine Stiftung, die sich musikalischer Erziehung und sozialer Gerechtigkeit auf der ganzen Welt widmet.

Foto: (c) Richard Reinsdorf