Lulu

Oper von Alban Berg

Bergs Musik, die vollkommen im Dienst des dramatischen Ausdrucks steht, zeichnet einfühlsam die beunruhigenden Lebenswege Lulus und ihrer Verehrer nach und lässt die Oper zu einem Meisterwerk menschlicher Abgründigkeiten avancieren.

Bergs Musik, die vollkommen im Dienst des dramatischen Ausdrucks steht, zeichnet einfühlsam die beunruhigenden Lebenswege Lulus und ihrer Verehrer nach und lässt die Oper zu einem Meisterwerk menschlicher Abgründigkeiten avancieren.



    In deutscher Sprache mit Übertiteln
    3:00 h | inklusive 1 Pause
    ALBAN-BERG-ZYKLUS

    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
    • Handlung

      I. Akt

      1. Szene
      Lulu ist mit Medizinalrat Dr. Goll verheiratet. Beim Maler trifft sie auf Doktor Schön und dessen Sohn Alwa. Als Schön und Alwa gegangen sind, bedrängt der Maler Lulu. Sie werden von Dr. Goll überrascht. Ihn trifft der Schlag und er stirbt.

      Interludium (Zwischenspiel)

      2. Szene
      Lulu ist nun mit dem Maler verheiratet. Sie erhält Besuch von Schigolch, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Auch Dr. Schön besucht Lulu. Er will sein Verhältnis zu ihr beenden, weil er beabsichtigt, eine junge Frau der Gesellschaft zu heiraten. Den Maler klärt er über Lulus Vergangenheit auf. Als dieser die Wahrheit über Lulu erfährt, nimmt er sich das Leben.

      Grave (Zwischenspiel)

      3. Szene
      Lulu arbeitet als Tänzerin in einem Theater. Der Prinz interessiert sich für sie und will sie mit nach Afrika nehmen. Auch der anwesende Alwa ist von Lulu fasziniert. Als Lulu erfährt, dass Dr. Schön mit seiner Verlobten unter den Zuschauern ist, kommt es zum Streit zwischen ihr und Dr. Schön. Lulu zwingt ihn, sich von seiner Verlobten zu trennen und diktiert ihm einen Abschiedsbrief.

      II. Akt

      1. Szene
      Lulu und Dr. Schön sind verheiratet. Dr. Schön beobachtet, wie sich Lulu in seinem Haus mit Schigolch, dem Athleten und dem Gymnasiasten trifft. Auch Gräfin Geschwitz ist in Lulu verliebt. Dr. Schön muss mit ansehen, wie sogar sein eigener Sohn Lulu verfallen ist. Er will Lulu zum Selbstmord zwingen. Stattdessen erschießt sie ihn.

      Ostinato (Zwischenspiel)

      2. Szene
      Lulu ist seit mehr als einem Jahr im Gefängnis. Alwa, die Gräfin Geschwitz, Schigolch und der Athlet haben einen Befreiungsplan, bei dem die Gräfin statt ihrer ins Gefängnis geht. Alwa und der Athlet erwarten Lulus Rückkehr. Der Athlet, der mit Lulu verlobt ist und sie als Luftgymnastikerin auftreten lassen will, ist entsetzt von ihrem durch Haft und Krankheit entstellten Aussehen. Lulu überredet Alwa, mit ihr über die Grenze zu fliehen.

      III. Akt

      Variationen (Zwischenspiel)

      Lulu, Schigolch und Alwa sind nach London geflohen. Lulu arbeitet als Prostituierte. Die Gräfin ist ihnen nachgereist und hat Lulus Porträt mitgebracht. Lulu empfängt Kunden: den Professor, den Neger, der Alwa tötet, und zuletzt Jack the Ripper. Als die Gräfin beschließt, ein neues Leben zu beginnen, hört sie Lulus Todesschreie.

    • Pressestimmen

      »Dirigent Daniel Barenboim, streng wie ein Höllenfürst, lädt zur Besichtigung von Abgründen der Leidenschaft. Dabei hilft ihm die fürs Orchester grandiose Akustik im Schillertheater. Fast klingt Barenboims Deutung von Alban Bergs unvollendeter zweiter Oper so, als hätte nicht der grelle Provokateur Frank Wedekind den Text dazu geliefert, sondern als hätte der noch grellere und noch provokantere Charles Baudelaire seine ‚Fleurs du mal’ zur Vertonung freigegeben. Die Staatskapelle agiert prägnant und solistisch wie ein Kammerensemble, dröhnt aber auch, tänzelt, lockt, droht, kreischt, betört, täuscht… So wird der staunende Hörer durch fahle Welten voll wunderlicher Erscheinungen geführt.«
      (Süddeutsche Zeitung, 3.4.2012)

      »Mojca Erdmann leiht der Lulu in Berlin ihre glatte, kühle Pamina-Stimme mit den anbetungswürdig treffsicheren Höhen. Das Sängercasting ist absolut osterfestspiel­würdig.«
      (FAZ, 2.4.2012)

      »Die ‚Lulu’-Welt ist ein wirres Panoptikum, doch so traumhaft wie jetzt in der Berliner Staatsopern-Premiere hat man sie selten gesehen. Andrea Breths Inszenierung begibt sich als konsequente Choreografie der Erinnerung. Barenboim lässt den schneidenden Gestus des Schreckens aus der sensationell virtuosen Staatskapelle so ungehemmt hereinfahren, als entsetze sich die Musik vor dem Stoff, den sie vertont. Ein sensationeller Abend.«
      (Rheinische Post, 2.4.2012)

      »Wahrscheinlich hat Alban Berg selbst nicht geglaubt, dass irgendeine Sängerin alles singen kann, was er in die Rolle seiner Lulu hineingeschrieben hat. Er kannte Mojca Erdmann nicht. Sie kann das alles nicht nur irgendwie über die Rampe bringen, sie kann es singen. Mit vollkommen beherrschter, klarer Stimme selbst in jenen Höhen, die eigentlich nicht mehr singbar sind, und passt ihr Timbre mühelos allen Gattungen an, mit denen Berg herumgespielt hat, als der dieses seltsame Stück schrieb… Statt erneut einzutauchen in den schwülen Sexualdunst der (literarischen) Vorlage, hat Andrea Breth das Stück einer close lecture unterzogen… Das ist keine Sekunde langweilig. Das liegt vor allem daran, dass Breths Methode auch Alban Berg von der erdrückenden Last einer angeblich bedeutsamen Männerfantasie befreit hat. Ebenso frei kann Daniel Barenboim nun mit seiner Staatskapelle den unglaublich weiten Horizont dieser Musik öffnen… In Berlin ist die ‚Lulu’ ein Abenteuer des Verstandes geworden, nicht des Gefühls.«
      (taz, 3.4.2012)

      »Andrea Breths Inszenierung gehört zum Intensivsten, was zur Zeit auf Berliner Opernbühnen zu sehen ist… Im Orchester herrschen Reichtum und Differenz. Die ingeniöse Konstruktion dieser Musik verbergen Daniel Barenboim und die Staatskapelle hinter einer grandios auf ihren gestischen Ausdruck gebrachten und harmonisch lustvoll ausgehörten Interpretation.«
      (Frankfurter Rundschau/ Berliner Zeitung, 2.4.2012)

      »Ein Meilenstein in Andrea Breths Karriere.«
      (Nürnberger Nachrichten, 3.4.2012)

      »Das Wunder in Breths Inszenierung ist, wie sie zwischen all diesen Abgründen das Menschsein und Menschbleiben sucht. Das Wunder im Orchestergraben ist, das Barenboim und die Staatskapelle Seelisches nach außen wenden und dabei so treffsicher in der Differenzierung, so hellwach, feurig, durchdrungen im kammer­musikalischen Miteinander sind, dass am Ende nur ein begeistertes Staunen ist.«
      (Märkische Allgemeine Zeitung, 2.4.2012)