Letzte Tage. Ein Vorabend

Ein Projekt von Christoph Marthaler

2014 jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Anlass erarbeitete der Regisseur Christoph Marthaler mit Sängern, Schauspielern und Instrumentalisten ein außergewöhnliches Musik-Theaterprojekt, das sich thematisch und politisch ...

2014 jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Anlass erarbeitete der Regisseur Christoph Marthaler mit Sängern, Schauspielern und Instrumentalisten ein außergewöhnliches Musik-Theaterprojekt, das sich thematisch und politisch mit jener Zeit und ihren Folgen auseinandersetzt und hierbei den damaligen Nationalismus und gegenwärtigen Rassismus in Europa thematisiert. Das Projekt ist der aus Nazideutschland vertriebenen Musik gewidmet, der Musik der Opfer: Einige Kompositionen sind im Konzentrationslager entstanden. Der Musiker Uli Fussenegger vom Klangforum Wien hat diese Werke gesammelt und bearbeitet. Noch vor der offiziellen Spielzeiteröffnungspremiere »Tosca« ist dieser intensive Abend, u.a. mit Werken von Viktor Ullmann, Szymon Laks und Erwin Schulhoff sowie dokumentarischen Texten, die Parlamentssitzungsprotokollen, Politikerreden und der damaligen Tagespresse entnommen sind, in der Staatsoper im Schiller Theater zu erleben.



    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
    Produktion: Wiener Festwochen
    Koproduktion: Staatsoper Unter den Linden (Berlin);
    Théâtre de la Ville-Paris; Festival d’Automne à Paris
    Mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung

    Premiere am 17. Mai 2013 bei den Wiener Festwochen
    • Pressestimmen

      zur Uraufführung bei den Wiener Festwochen am 17. Mai 2013

      »Dieser verschmitzt respektlose, leichtfüssig verspielte und zugleich tief melancholische Abend wird keinen Zuschauer unberührt entlassen. Einsames Glanzlicht der Wiener Festwochen.«
      (Neue Zürcher Zeitung, 22. Mai 2013)

      »›Letzte Tage‹ ist etwas Besonderes – und das kommt weniger von der Politik als von der Kunst. Das babylonische Gewirr aus Musik und Sprache, das Raunen, das Stürzen, Kriechen müder Menschen, die Clownerien, die sparsamen, einprägsamen Bilder, die Monologe, die sich aus dem Klangraum erheben wie die Soli aus dem Orchester – alles passt perfekt zusammen, wirkt gereift, entschlackt, ergibt eine Symphonie… Die Musik, wunderbar arrangiert, perfekt einstudiert, durchdringt, umhüllt dieses Gesamtkunstwerk.«
      (Die Presse, 19. Mai 2013)

      »Christoph Marthaler entfesselt mit seinem grandiosen Ensemble gekonnt ein Treiben aus Farce und Klamauk, aus nonverbalen Skurrilitäten, aus Musik und Texten, die beklemmende Stachel in den Abend treiben. Er nutzt sein bestens bekanntes Vokabular, um eine diesmal durchaus sehr bedächtige, aber für jene, die sich darauf einlassen können, atmosphärisch dichte und wie immer immens musikalische Assoziationschoreografie in den Raum zu zaubern.«
      (Die Welt, 21. Mai 2013)

      »Drastisch-plakatives Polit-Theater ist Christoph Marthalers Sache nicht. Er setzt, zusammen mit seinem in Hochform agierenden Ensemble auf subtilere Mittel, kontrastiert Bilder von decrouvierender Komik mit nachdenklichem Ernst, beeindruckt mit meisterhaften Lichtstimmungen, bis schließlich im letzten Teil des Abends die Sprache verstummt und die Musik vollends an ihre Stelle tritt.«
      (Wiener Zeitung, 21. Mai 2013)

      »Wenn sich das Ensemble mit Mendelssohn-Bartholdys Chor ›Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig‹ oben in lange Reihe gebeugt und wie gedrängt aus dem Bild stiehlt, wenn ihr Chor dann wieder lange von draußen nachhallt, dann weiß man nicht genau, ob er wirklich Hoffnung geben kann und will, dieser ebenso erschreckende wie großartige Abend von Christoph Marthaler.«
      (Deutschlandradio, 18. Mai 2013)