Le nozze di FigaroDie Hochzeit des Figaro

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Aus der ersten Zusammenarbeit des Librettisten Lorenzo Da Ponte mit Wolfgang Amadeus Mozart entstand eine temporeiche Opera buffa, die in ihren unverhofften Kehrtwendungen des Geschehens einem spannenden Krimi in nichts nachsteht. Die rasante Komödie ...

Aus der ersten Zusammenarbeit des Librettisten Lorenzo Da Ponte mit Wolfgang Amadeus Mozart entstand eine temporeiche Opera buffa, die in ihren unverhofften Kehrtwendungen des Geschehens einem spannenden Krimi in nichts nachsteht. Die rasante Komödie um den Sieg des Dieners über seinen adligen Herrn barg dabei einige politische Sprengkraft. Nicht ohne Grund war das Theaterstück Pierre Augustin de Beaumarchais’, das dem Libretto zugrunde liegt, im vorrevolutionären Paris der 1780er Jahre verboten.



    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    3:30 h | inklusive 1 Pause
    • Handlung

      ERSTER AKT
      Figaro, der einstige »Barbier von Sevilla«, ist nun auf einem Schloss bei Sevilla Kammerdiener des Grafen Almaviva geworden. Er liebt die Kammerzofe der Gräfin Rosina, Susanna. Beide wollen heiraten. Doch ihrer Hochzeit drohen Gefahren.
      Während Figaro das vom Grafen Almaviva neu zugewiesene Zimmer ausmisst, erfährt er von Susanna, dass der Graf ihr nachstellt. Almaviva will das Recht der ersten Nacht, auf das er offiziell verzichtet hat, bei ihr wieder ausüben. Doch die Vermählung ist nicht nur durch den Grafen, sondern auch durch Marcellina gefährdet. Bei ihr steht Figaro in Schuld und hat ihr einst die Ehe versprochen, sollte er das geborgte Geld nicht zurückzahlen können. Bartolo, dessen Haushalt Marcellina führt, unterstützt sie bei ihrer Eheforderung. Cherubino, des Grafen Page, schwärmt für die Gräfin und bittet Susanna um Hilfe beim Herrn, der ihn aus Eifersucht entlassen will. Susanna muss Cherubino vor dem Grafen und seinem Musiklehrer Basilio verstecken. Doch der Page wird entdeckt. Vergebens feiern Bäuerinnen und Bauern, von Figaro angeführt, den Grafen als Bewahrer der Mädchenunschuld. Der Graf hofft auf Marcellinas Eheforderung und sucht daher zunächst Figaros Hochzeit zu verschieben. Als das Dienerpaar für Cherubino bittet, befördert der Graf den Pagen zum Offizier und befiehlt seine sofortige Abreise zum Regiment. Figaro foppt den widerwillig Beförderten mit dessen künftigen Kriegstaten.

      ZWEITER AKT
      Die Gräfin Rosina beklagt die Untreue ihres Gemahls. Sie stimmt Figaros Plan zu, den Grafen zu einem Treffen mit Susanna zu laden, den Pagen als Susanna zu verkleiden und den Grafen so der Untreue zu überführen. Das Ziel: Der Graf müsse dann der Hochzeit zustimmen. Figaro hat dem Grafen einen anonymen Brief geschickt, in dem von einem heimlichen Treffen der Gräfin mit einem Nebenbuhler die Rede ist. Während Susanna dem Pagen ihre Kleider anprobiert, kommt der eifersüchtige Graf. Cherubino wird in einem Nebenzimmer eingeschlossen, der Graf holt mit der Gräfin Werkzeug, um die Tür aufzusprengen. Währenddessen befreit Susanna Cherubino aus seinem Versteck. Der Page flieht durchs Fenster, Susanna versteckt sich an Cherubinos Stelle und überrascht dort Graf und Gräfin. Der Gärtner Antonio kommt mit einem zerbrochenen Blumentopf und beschwert sich darüber, dass ein Mensch aus dem Fenster gesprungen sei. Mühsam rettet Figaro die Situation, indem er den Fenstersprung »gesteht«. Da erscheinen Marcellina, Bartolo und Basilio und erneuern die Eheforderung der Haushälterin gegenüber Figaro. Seine Hochzeit mit Susanna muss abermals verschoben werden, damit der Graf zuvor den Fall juristisch untersuchen und klären kann.

      DRITTER AKT
      Nachdem Susanna den Grafen zum Rendezvous gebeten hat, zu dem in Wirklichkeit die verkleidete Gräfin erscheinen will, macht die Zofe den Grafen erneut misstrauisch, weil er mithört, wie sie Figaro wissen lässt, sein Prozess sei so gut wie gewonnen.
      Vor dem Richter Don Curzio entdecken Marcellina und Bartolo Figaro als ihren Sohn und versöhnen sich miteinander. Der Graf gibt sich geschlagen, stimmt der Ehe Figaros mit Susanna und Bartolos mit Marcellina zu. Die Gräfin diktiert Susanna einen Brief an den Grafen, der zu einem nächtlichen Stelldichein im Park gebeten wird. Als Bauernmädchen der Gräfin huldigen, entdeckt der Graf unter ihnen den verkleideten Cherubino. Da Barbarina, des Gärtners Tochter, den Grafen offen an ein Versprechen bei einem Schäferstündchen erinnert, muss der Graf auch noch einer Verbindung des Pagen mit ihr zustimmen. Susanna steckt Almaviva während des Hochzeitstanzes heimlich das Brieflein mit der Einladung in den Park zu, was den Grafen vorerst versöhnt.

      VIERTER AKT
      Barbarina sucht die Nadel, die sie Susanna vom Grafen bringen soll als Siegel des Einverständnisses mit dem nächtlichen Treffen. Figaro erfährt durch Barbarina von Susannas vermeintlicher Untreue und kocht vor Eifersucht. Als er Susanna in den Kleidern der Gräfin erkennt, macht er ihr überschwänglich den Hof und fängt sich dafür von der Braut eine Ohrfeige ein. Der Graf wettert gegen seine angeblich untreue Frau, muss jedoch zusehen, wie sich das Verwirrspiel auflöst und alle Paare, voran Figaro und Susanna, einander finden. Reuevoll bittet er die Gräfin um Verzeihung. Die Hochzeit des Figaro kann endlich stattfinden.