La douce

Musiktheater für Schauspieler, Sänger,
Kammerensemble und Live-Elektronik von Emmanuel Nunes.
Libretto von Emmanuel Nunes nach der Erzählung »Die Sanfte« von Fjodor Dostojewski

Um der von Gewalt und Unterdrückung geprägten Hölle ihrer Kindheit zu entgehen, heiratet »Die Sanfte« sechzehnjährig den deutlich älteren Pfandleiher. Doch beginnt sie bald unter der Kontrollherrschaft ihres Mannes, der ihr mit Schweigen und Strenge ...

Um der von Gewalt und Unterdrückung geprägten Hölle ihrer Kindheit zu entgehen, heiratet »Die Sanfte« sechzehnjährig den deutlich älteren Pfandleiher. Doch beginnt sie bald unter der Kontrollherrschaft ihres Mannes, der ihr mit Schweigen und Strenge begegnet, zu leiden Ihr Kampf um Autonomie führt zu mehreren Revolten, die jedoch vergeblich scheitern und den Selbstmord der Sanften als finale Konsequenz erscheinen lassen.

Der aus Lissabon stammende Emmanuel Nunes entwickelte daraus 2008/09 ein ebenso vielschichtiges wie hochexpressives Musiktheater, indem er den Originaltext von Fjodor Dostojewskis phantastischer Erzählung »La Douce« neu definiert und auch der Sanften eine Stimme verleiht. Somit wird das Monodrama zu einem Duodrama, wobei der Pfandleiher und seine Frau durch zwei Schauspieler und zwei Sänger dargestellt werden. Nunes zählte spätestens seit Mitte der 1970er Jahre zu den prägnantesten Komponisten der zeitgenössischen Musik. In seinen Anfangsjahren deutlich durch Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen beeinflusst, kreiert Nunes eine auf formaler Ebene komplexe Stilistik, die sich durch expansive Klangfarbigkeit und eine bemerkenswerte Intensität auszeichnet.

Die Regisseurin Anna Bergmann entwirft für die Neuproduktion in der Werkstatt, die am 19. November Premiere feiert, eine Raumsituation, die klug die verschiedenen Erzählebenen miteinander verschränkt.

In den Räumen der Protagonisten begibt sich der Zuschauer als Zeuge und Betrachter dieser »Szenen einer Ehe« auf Spurensuche und folgt dem Pfandleiher, der die Umstände für den Freitod der Sanften zu ergründen versucht.



    ca. 2 h | keine Pause
    Einlass kurz vor Vorstellungsbeginn
    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn - Schillerbar
    Referent: Roman Reeger