Gastspielreise | Staatskapelle Berlin

Daniel Barenboim

Beinamen und Widmungen können zuweilen in die Irre führen. Mozart brachte sein vorletztes Klavierkonzert in D-Dur am 15. Oktober 1790 in Frankfurt am Main zu Gehör, bei einer eigenen Matinee am Rande der Feierlichkeiten zur Kaiserkrönung Leopolds II. ...

Beinamen und Widmungen können zuweilen in die Irre führen. Mozart brachte sein vorletztes Klavierkonzert in D-Dur am 15. Oktober 1790 in Frankfurt am Main zu Gehör, bei einer eigenen Matinee am Rande der Feierlichkeiten zur Kaiserkrönung Leopolds II., nicht aber im offiziellen Festprogramm. Den Klavierpart improvisierte er dabei frei - erst postum ergänzte ihn sein Verleger in den Noten. Die Nachwelt erhob das Werk gleichwohl zum »Krönungskonzert« und wollte vor allem Pomp und eine Ausrichtung auf gesellschaftlichen Glanz darin erkennen. Anton Bruckner wiederum widmete seine Sechste Sinfonie in A-Dur dem Wiener Philosophieprofessor Anton Ritter von Oelzelt-Nervin, der ihm eine kostenfreie Wohnung zur Verfügung gestellt hatte - eine spezielle Form von Mietzins also, die dem Wohltäter Eingang in die Musikgeschichte gewährte. Als seine »Keckste« hat Bruckner die Sechste bezeichnet, die tatsächlich unkonventionell gestaltet ist und mit exzentrischen Einfällen aufwartet.


      WOLFGANG AMADEUS MOZART
      Klavierkonzert D-Dur KV 537 »Krönungskonzert«

      ANTON BRUCKNER
      Sinfonie Nr. 6
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