Die Gespenstersonate

Kammeroper in drei Akten von Aribert Reimann
Text von August Strindberg, aus dem Schwedischen übertragen und für Musik eingerichtet vom Komponisten und Uwe Schendel

2016 feiert der Berliner Komponist Aribert Reimann, der seit den späten 1950er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Musik gehört, seinen 80. Geburtstag. Anstelle experimentell-avantgardistischer Kompositionstechniken und dem Einsatz von Elektronik ...

2016 feiert der Berliner Komponist Aribert Reimann, der seit den späten 1950er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Musik gehört, seinen 80. Geburtstag. Anstelle experimentell-avantgardistischer Kompositionstechniken und dem Einsatz von Elektronik entwickelte Reimann einen eigenen Stil, dessen Lyrismus, strukturelle Ökonomie und Transparenz zahlreiche Bezüge zu Anton Webern, Alban Berg und Claude Debussy aufweist.

Gleichzeitig prägte Reimann mit der Uraufführung seiner Shakespeare-Oper »Lear« die Gattung der »Literaturoper«, bei der — im Gegensatz zum dekonstruktivistischen Ansatz vieler anderer Zeitgenossen — die psychologische Entwicklung der Figuren und Handlung zum Ort und Träger der Musik wird. In der 1984 uraufgeführten »Gespenstersonate«, die auf dem gleichnamigen Kammerspiel des schwedischen Autors August Strindberg basiert, betont Reimann die absurd-grotesken Züge des Werks sowie die zwischen Wirklichkeit und Traum changierende Symbolik und schafft ein Netz aus feingliedrigen psychologischen Linien.

Nicht zuletzt greift er die Form der »literarischen Sonate« auf, die Strindberg in Anlehnung an Ludwig van Beethoven in seinem 1908 erschienenem Drama erstmals realisierte.



    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
    Referent: Roman Reeger