Simon Boccanegra

Oper von Giuseppe Verdi

Simon Boccanegra, der im Jahre 1339 zum Dogen von Genua gewählt wurde und mit Unterbrechungen bis zu seinem plötzlichen Tod 1363 erfolgreich regierte, bot dem spanischen Dramatiker Antonio Garcia Gutierrez Stoff für ein Schauspiel mit den für ihn typischen ...

Simon Boccanegra, der im Jahre 1339 zum Dogen von Genua gewählt wurde und mit Unterbrechungen bis zu seinem plötzlichen Tod 1363 erfolgreich regierte, bot dem spanischen Dramatiker Antonio Garcia Gutierrez Stoff für ein Schauspiel mit den für ihn typischen Intrigen, falschen Identitäten und unheimlichen Schicksalsmächten.

Giuseppe Verdi, der mit »Il trovatore« schon einmal ein Drama von Gutierrez vertont hatte, konnte diesem Stoff für seine für 1857 geplante Oper nicht widerstehen.

25 Regierungsjahre Boccanegras sollen zwischen dem Prolog und dem Drama liegen – der Prolog, in dem zu erleben ist, wie der Korsar Simon Boccanegra als Doge proklamiert wird und gleichzeitig den Tod der von ihm heimlich geheirateten Maria Fiesco entdecken muss, und das Drama, das die letzten Tage des Dogen schildert, in denen er die verlorene Tochter aus der Verbindung mit Maria wiederfindet und der Republik Genua den Frieden schenken kann, bevor er an einer heimtückischen Vergiftung stirbt.

24 Schaffensjahre Verdis lagen zwischen der Uraufführung 1857 in Venedig und der ersten Aufführung der überarbeiteten zweiten Fassung in Mailand im Jahre 1881, in der Verdis »Simon Boccanegra« bekannt wurde und die auch bei unserer Neuproduktion gespielt wird. Verdis Musik in »Simon Boccanegra« unterliegt eine melancholische Stimmung, die aber insbesondere durch Naturschilderungen, z. B. des Meeres und seiner Bewegung oder vom Aufleuchten und langsamen Verschwinden des Lichts, positive Abrundungen erfährt. Die größere Flexibilität der Arienbehandlung und die Tendenz zur Aufhebung der konventionellen Nummernstruktur zugunsten musikalisch und dramatisch durchgestalteter Szenen lassen die Zweitfassung von »Simon Boccanegra« dabei als Beginn des reifen Spätwerks Verdis erkennen.

Der italienische Opern- und Schauspielregisseur Federico Tiezzi erzählt Boccanegras Lebensgeschichte in historisch übergreifenden Bildern als Parabel auf die Funktionsweise der politischen Macht, wie sie sich im Aufstieg Boccanegras aus dem Arbeiter-Milieu hinauf zum höchsten Staatsamt manifestiert. Die Regie wird dabei der melancholischen Grundstimmung des Werkes ebenso gerecht wie der an Shakespeares Königsdramen geschulten Dichte der szenischen Handlung.

Das hochkarätige Sängerensemble mit Placido Domingo in der Titelrolle und die Staatskapelle Berlin versprechen unter der Leitung von Daniel Barenboim in der Inszenierung von Federico Tiezzi einen Höhepunkt der Pflege italienischer Oper in Berlin.


    • Simon Boccanegra
    • Maria Boccanegra (Amelia)
    • Jacopo Fiesco
    • Gabriele Adorno
    • Paolo Albiani
      • Hanno Müller-Brachmann
        24|27|30 Okt, 7|10|13 Nov
      • Massimo Cavalletti
        27|30 Mär
    • Pietro
      • Alexander Vinogradov
    • Ein Hauptmann der Bogenschützen
      • James Homann
    • Eine Dienerin Amelias

    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    2:50 h - 1 Pause
    VORTRAG
    Anselm Gerhard
    18. Okt 2009, 11 Uhr, Orchesterprobesaal mehr


    VORWORT
    Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn


    NACHGEFRAGT
    Publikumsgespräch zur Neuinszenierung 30. Oktober 2009 nach der Vorstellung im Apollo-Saal - muss leider entfallen
    Koproduktion mit dem Teatro alla Scala di Milano
    • Handlung

      PROLOG
      Genua in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Es ist Nacht. Vor dem Palast der Fieschi vereinbaren der Handwerker Paolo Albiani und der Vertreter der Volkspartei Pietro, den Korsar Simon Boccanegra in das Amt des »Abate« (Volksabt) wählen zu lassen. Simon Boccanegra wird von Paolo überredet, dem Plan zuzustimmen: Niemand könne dem Korsar die Ehe mit der Patriziertochter Maria Fiesco verweigern, wenn dieser schließlich zum Dogen aufgestiegen sein wird! Paolo und Pietro schwören anschließend die Volksmenge auf die Wahl Simon Boccanegras ein.

      Als alle sich entfernt haben, kommt Jacopo Fiesco klagend aus dem Palast, in dem so eben seine Tochter Maria verstorben ist. In der Hoffnung auf eine baldige Hochzeit mit Maria kommt Boccanegra zurück. Er bittet Fiesco um Verzeihung und Frieden, doch der lehnt schroff ab. Nur wenn Boccanegra ihm das Kind aus der ungesegneten Verbindung mit Maria überlassen könne, wäre er zur Versöhnung bereit. Boccanegra muss gestehen, dass das Kind spurlos verschwunden ist. Fiesco wendet sich hasserfüllt ab, beobachtet aber, wie Boccanegra in den Palast geht, wo er den Leichnam Marias findet. Während Boccanegra entsetzt aufschreit, läuft das Volk zusammen und ruft ihn zum Dogen aus.


      ERSTER AKT
      25 Jahre später. Im Morgengrauen blickt Amelia Grimaldi gedankenverloren über das Meer, doch hört sie schon bald die Stimme ihres Geliebten, Gabriele Adorno, der zu ihr kommt. Sorgenvoll stellt sie ihn zur Rede, weil er sich an einer Verschwörung gegen den Dogen Simon Boccanegra beteiligt. Als ihr der Besuch des Dogen angekündigt wird, der für seinen Günstling Paolo um ihre Hand anhalten will, beschließen Amelia und Gabriele, möglichst bald zu heiraten. Gabriele bittet Andrea, der in Wahrheit Jacopo Fiesco ist, um die Einwilligung zur Hochzeit und erfährt, dass seine Geliebte eine unbekannte Waise ist, die als Grimaldi-Tochter ausgegeben wird, um das Vermögen der verbannten Familie vor dem Zugriff des Dogen zu schützen. Gabriele bekräftigt, sie dennoch heiraten zu wollen, und Andrea segnet ihn.

      Boccanegra überbringt Amelia die schriftliche Begnadigung der Grimaldi-Brüder. In der Hoffnung, er werde vom Plan einer Heirat mit Paolo Abstand nehmen, enthüllt sie ihm im vertraulichen Gespräch, dass sie keine Grimaldi ist, sondern als Waise von einer alten Frau in einer Hütte aufgezogen wurde. Boccanegra erkennt, wen er vor sich hat – Vater und Tochter umarmen sich.

      Beim Weggehen befiehlt Boccanegra dem wartenden Paolo, jede Hoffnung auf eine Heirat mit Amelia Grimaldi aufzugeben. Wütend beschließt Paolo daraufhin, Amelia entführen und bei einem gewissen Lorenzino verstecken zu lassen.

      Im Ratssaal in Genua bittet der Doge erfolglos um Zustimmung zum Frieden mit Venedig. Plötzlich wird draußen ein Volksaufstand hörbar, bei dem Gabriele Adorno von der Menge gejagt wird. Die Aufregung überträgt sich auf die gegnerischen Ratsparteien, doch Boccanegra zwingt alle zur Ruhe und lässt durch einen Herold das Volk besänftigen und in den Saal bringen. Die Menge führt Adorno herein, der den Mord an Lorenzino zugibt und Boccanegra verdächtigt, Auftraggeber der Entführung zu sein. Plötzlich taucht Amelia im Saal auf, die von Lorenzino frei gelassen wurde, noch bevor Adorno zu ihm kam. Sie deutet an, den wahren Auftraggeber ihrer Entführung zu kennen. Wieder bricht heftiger Streit zwischen den Parteien aus. Boccanegra hält eine bewegende Rede, in der er zu Frieden und Liebe aufruft. Schließlich zwingt er Paolo, öffentlich den Unbekannten zu verfluchen, der für die Entführung verantwortlich ist.


      ZWEITER AKT
      Im Dogenpalast gibt Paolo Befehl, die vermeintlichen Anführer des Aufstands, Gabriele Adorno und Jacopo Fiesco, dessen falsche Identität als Andrea ihm bekannt ist, zu ihm zu bringen. Dann mischt er Gift in das für den Dogen bestimmte Trinkwasser. Als Fiesco da ist, stellt er ihm den Sieg der Aufständischen in Aussicht, wenn er bereit sei, den Dogen im Schlaf zu ermorden. Fiesco lehnt empört ab und wird zurück ins Gefängnis geschickt. Dem erregten Adorno erklärt Paolo daraufhin, Amelia wohne als Geliebte des Dogen im Palast, dann lässt er ihn allein und schließt ihn ein. Eifersüchtig bangt Adorno um Amelias Unschuld, bis sie plötzlich selbst herein kommt. Sie gesteht, den Dogen zu lieben, beteuert aber gleichzeitig ihre Keuschheit. Bevor der Doge selbst den Raum betritt, versteckt sie Gabriele, dann berichtet sie Boccanegra von ihrer Liebe zu Adorno. Obwohl der ein Feind Boccanegras ist, deutet der Doge an, ihn zu begnadigen, als er die heftige Liebe der Tochter zu dem jungen Mann erkennt. Dann schickt er sie weg, trinkt von dem vergifteten Wasser und schläft ein. Gabriele kommt aus dem Versteck, um den Dogen zu töten, doch Amelia kehrt zurück. Der Doge erwacht, und endlich erfährt Adorno, dass Boccanegra der Vater der vermeintlichen Amelia ist. Nun will Adorno die Seiten wechseln und in dem erneuten Aufstand, dessen Lärm bereits zu hören ist, für den Dogen kämpfen.


      DRITTER AKT
      Der Aufstand ist niedergeschlagen, im Palast hört man Vivat-Rufe auf den Dogen. Während Fiesco freigelassen wird, führt man Paolo zur Hinrichtung, weil er sich dem Aufstand angeschlossen hatte. Er gesteht Fiesco die Vergiftung des Dogen und auch die Entführung Amelias, im Hintergrund erklingt der Hochzeitsgesang für Amelia und Gabriele.

      Ein Hauptmann verkündet den Befehl des Dogen, als Zeichen der Achtung der Toten des Aufstands die Lichter in der Stadt zu löschen.

      Simon Boccanegra erscheint. Er fühlt ein inneres Brennen und wendet sich sehnsüchtig dem Meer zu. Jacopo Fiesco tritt ihm entgegen. Als Boccanegra ihn erkennt, bittet er Fiesco, ihm nun endlich zu vergeben, weil er ihm in Amelia Grimaldi seine Tochter Maria als Enkelin zurück geben kann. Fiesco weint und erklärt dem Dogen, dass er vergiftet wurde. Amelia und Gabriele kommen mit großem Gefolge hinzu. Boccanegra stellt Fiesco als Großvater seiner Tochter vor. Er segnet das junge Paar, bittet Fiesco und die Ratsherrn, Gabriele Adorno zu seinem Nachfolger zu ernennen, und stirbt. Fiesco ruft Adorno zum neuen Dogen aus. Alle beten um Frieden für den toten Simon Boccanegra.

    • Pressestimmen

      Was echte, wirkliche Tragik ist, das erfahren wir durch Plácido Domingo in der Titelfigur. Jeder Fingerzeig ist bei ihm ein Wink des Schicksals, ein Götterbeweis; jede Geste eine, die die Welt einstürzen lassen könnte. Und jeder Ton ein schmerzensreicher. Fast vergisst man den Abend über, dass Domingo eigentlich Tenor ist: so dunkel und so ballastreich ist seine Stimme und so brüchig in der Höhe mitunter. Aber zugleich ist es eine Stimme, die den Abend rettet. Weil sie das, was sie singt, beglaubigt und nicht nur vorgibt, diese Beglaubigung bereits zu sein… An seiner Seite eine Sängerin, die Großes leistet: Anja Harteros als Maria Boccanegra (alias Amelia Grimaldi). Zwar liegt die Tessitura ihrer Partie verglichen mit anderen Sopran-Rollen Verdis relativ günstig. Aber sie erfordert großes Stehvermögen, einen langen Atem, das Gefühl dafür, wie man weite Linien spannt. Anja Harteros besitzt all dies und noch ein bisschen mehr: Aura nämlich, den Hauch des Abgründigen, ein Geheimnis. Und sie passt mit ihrem dunklen, fülligen, warmen Timbre wunderbar in dieses Stück.
      - Jürgen Otto, FRANKFURTER RUNDSCHAU, 26. Oktober 2009

      Star-Theater, in Berlin eher selten, und dann auch noch von der schönsten, weil im Zentrum künstlerisch erfüllten Sorte. Zumindest vokal, das ist ja bei der italienischen Oper das Wichtigste. Die dabei waren (und viele Besucher wie Opernkollegen kamen von nah und fern), sind also nun gerührte wie begeisterte Zeugen eines - winzigen - Stücks Operngeschichte. Was für ein unvergesslicher Abend!
      - Manuel Brug, DIE WELT, 26. Oktober 2009

      Die Berliner Staatskapelle vollbringt wahre Wunder an Klangschönheit, kaum je sonst sind Streicher von solch vibrierender Intensität und Transparenz zu hören, und Barenboim dirigiert diesen reifen Verdi so ruhig und umsichtig, also wolle er sich bei ihm entschuldigen für seine ständigen Wagnereien, mit denen er sonst um die Welt reist. Sie klangen manchmal etwas arg routiniert, und vielleicht ist es wirklich so, dass Barenboim gerade eine musikalische Tiefe der Gedanken wiederentdeckt hat, die bei Wagner niemals zu finden sind. Sie sind melancholisch, wie jeder Gedanke, der ernsthaft in die Tiefe der menschlichen Zustände eindringt, der politischen wie der seelischen. So wurde es trotz des abwesenden Theaters ein großer Abend für Giuseppe Verdi.
      - Niklaus Hablützel, TAZ, 27. Oktober 2009

      Domingo, the Sean Connery of the operatic stage, has aged without losing his sex appeal. Applause broke out the moment the Spanish singer set foot on stage, and continued for a good quarter-hour after the final curtain fell. Conductor Daniel Barenboim and diva Anja Harteros also won enthusiastic applause… Such star-studded events are rare in the German capital.
      - Shirley Apthorp, BLOOMBERG NEWS NY, 26. Oktober 2009

      Die Premiere am Sonnabend war ein Fest und ein musikalisches Ereignis ersten Ranges… Was man da zu hören bekommt, ist ohne Zweifel atemberaubend. Anja Harteros' Stimme ist ein Wunder an klanglicher Schönheit und Vielfalt. Wenn nötig, kann sie über zwei Oktaven den gleichen Klang herstellen, aber sie kann es auch in der Tiefe düster anschlagen lassen und die Spitzentöne beliebig leise zurücknehmen. Das anfänglich etwas einförmige Vibrato bekommt sie schließlich souverän in den Griff, sie spricht glasklar und weiß zweifellos genau, was sie singt. Ihre Amelia hat Anmut, Unschuld und heldenhaften Mut… Kwangchul Youn verfügt sowohl über väterlich zarte Töne als auch über die furchteinflößend finstere Autorität, mit der er Simon Boccanegra gegenübertritt. Hanno Müller Brachmann ist auf dem Weg zu einem beeindruckenden Verdi-Bass mit einem finsteren Kern in der Stimme. In den Szenen mit Simon ist er Domingo ein fast ebenbürtig gestaltender Widerpart.
      - Peter Uehling, BERLINER ZEITUNG, 26. Oktober 2009

      Grund zum Feiern! Der Staatsoper gelingt es, mit diesem kniffligen Meisterwerk eine der seit langem denkwürdigsten Aufführungen Opern-Berlins zu liefern. Am Ende des Abends gab es Standing Ovations, Jubelrufe in Fülle, natürlich aber auch den herkömmlichen Protest gegen die ruhige, selbstbewusst werkdienliche Inszenierung von Federico Tiezzi… Sie entfaltet sich aus vollkommener Düsternis zwischen den schwarzen Blöcken des Bühnenbildes von Mauricio Balò und lässt sich von der Ansehnlichkeit der Kostüme von Giovanna Buzzi wohltuend illustrieren. Wiederholt wird die Szene aufgebrochen und lässt das tumultuöse Draußen herein: das Geschehen im Genueser Hafen mit seinen dekorativen Mastspitzen, das aufrührerische Meer mit seinem immer erneut aufwehenden Gischt… Das Einzige, was diesem »Boccanegra« fehlt, sind offenkundig Tausende zusätzlicher Eintrittskarten.
      - Klaus Geitel, BERLINER MORGENPOST, 26. Oktober 2009

      Barenboims Interpretation geriet vor allem dort überwältigend, wo sie nicht ostentativ alle Energien daransetzte, es sein zu müssen: in der atemvollen Agogik der wogenden Einleitungstakte des Prologs etwa oder im atmosphärischen Flirren vor Amelias Arie zu Beginn des ersten Aktes, wie generell in der plastischen und überaus beredten Formung der instrumentalen Charaktere…Domingo gelang es, die Figur des zerrissenen Dogen auch dank seiner großen Bühnenpräsenz mit Intensität zu füllen. Sein Boccanegra ist bei aller zu Gebote stehenden darstellerischen und stimmlichen Gewalt vor allem ein weicher Melancholiker, der seine überzeugendsten Momente im Wiedererkennungsduett mit seiner Tochter und in der bis an die Grenze des Kitsches zelebrierten Sterbeszene hat.
      - Julia Spinola, FAZ, 26. Oktober 2009

      Im Orchestergraben setzt Daniel Barenboim den harschen Ton fort, mit dem er das Haus bereits bei »Carmen« oder »Eugen Onegin« zum Erzittern brachte. Ihn fasziniert die Strenge in Verdis Musik und er härtet sie, zusammen mit einer eiskalten Sicht auf menschliche Leidenschaften, zum mitunter fatalistischen Kraftklang. Nichts bietet den Sängern eine Heimstatt, auch die Beschwörung des Meeres nicht, das bei Barenboim teilnahmslos bleibt gegenüber den Hoffnungen der an seinem Gestade Gestrandeten… Domingo verleiht der Trauer seines Helden bewegende Gestalt. Man merkt ihm die Erleichterung an, einmal keine Spitzentöne stemmen zu müssen, doch er ruht sich darauf nicht aus, sondern investiert die freie Kraft in einige wunderbar geführte Tiefen und seelenvoll kolorierte Bögen. Stets spürt man Domingos Wissen, seine Musikalität und Gestaltungsintelligenz. Dazu ein gänzlich uneitles Arbeitsethos… Die Ovationen für Domingo beim Schlussapplaus erreichen ozeanische Ausmaße.
      - Ulrich Amling, DER TAGESSPIEGEL, 26. Oktober 2009