Simon RattleDirigent

Sir Simon Rattle wurde in Liverpool geboren und studierte an der Royal Academy of Music in London.

Von 1980 bis 1998 war Simon Rattle Erster Dirigent und künstlerischer Berater des City of Birmingham Symphony Orchestra und wurde 1990 dessen musikalischer ...

Sir Simon Rattle wurde in Liverpool geboren und studierte an der Royal Academy of Music in London.

Von 1980 bis 1998 war Simon Rattle Erster Dirigent und künstlerischer Berater des City of Birmingham Symphony Orchestra und wurde 1990 dessen musikalischer Leiter. 2002 nahm er sein derzeitiges Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie auf, das er bis 2018 innehaben wird. Von der Saison 2017/18 an wird er musikalischer Leiter des London Symphony Orchestra.

Sir Simon Rattle machte bislang über 70 Aufnahmen für das Label EMI (mittlerweile Warner Classics) sowie bei anderen Labels, die zahlreiche wichtige internationale Auszeichnungen erhielten. Unter den EMI-Veröffentlichungen finden sich Strawinskys »Psalmensinfonie«, die 2009 den Grammy-Preis für die beste Chordarbietung erhielt, Berlioz’ »Symphonie fantastique«, Ravels »L’enfant et les sortilèges«, Tschaikowskys »Nussknacker«, Mahlers 2. Sinfonie sowie Strawinskys »Le sacre du printemps«. Im August 2013 veröffentlichte Warner Classics die Aufnahme Rachmaninows »Die Glocken« und »Symphonischen Tänze«. Alle Aufnahmen entstanden mit den Berliner Philharmonikern und Simon Rattles neueste Veröffentlichungen (die Sinfonien Beethovens und Sibelius’, Bachs Passionen und zuletzt Robert Schumanns Sinfonien) erscheinen beim 2014 gegründeten hauseigenen Label »Berliner Philharmoniker Recordings«.

Neben der Erfüllung seines vollen Berliner Konzertkalenders unternehmen Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker regelmäßig Tourneen durch Europa, Nordamerika und Asien. Während seiner Zusammenarbeit mit dem Orchester wurden zudem mit dem Educationprogramm Zukunft@Bphil neue Wege beschritten, die 2004 mit dem Comenius Preis, dem Schillerpreis der Stadt Mannheim (Sonderpreis zu Schillers 200. Geburtstag 2005), der Goldenen Kamera und der Urania-Medaille im Frühjahr 2007 ausgezeichnet wurden. Im selben Jahr wurden er und die Berliner Philharmoniker zu internationalen UNICEF-Botschaftern ernannt – erstmals wurde damit einem künstlerischen Ensemble diese Ehre zuteil.

2013 übernahmen Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker eine Residenz bei den Osterfestspielen Baden-Baden, die eine Aufführung von »Die Zauberflöte« und mehrere Konzerte beinhaltete. Vergangene Spielzeiten umfassten Puccinis »Manon Lescaut« und Peter Sellars szenische Inszenierung von Bachs »Johannes-Passion«, Strauss’ »Der Rosenkavalier«, Berlioz’ »La damnation de Faust« sowie Wagners »Tristan und Isolde«. Bei den Salzburger Osterfestspielen dirigierte Simon Rattle Bühnenproduktionen von »Fidelio«, »Così fan tutte«, »Peter Grimes«, »Peléas et Mélisande«, »Salome« und »Carmen«, konzertante Aufführungen von »Idomeneo« sowie vielseitige Konzertprogramme, allesamt mit den Berliner Philharmonikern. Mit ihnen realisierte er ebenfalls den gesamten Zyklus Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen« für das Festival Aix-en-Provence und die Salzburger Osterfestspiele, sowie darauffolgend an der Deutschen Oper Berlin und der Wiener Staatsoper. Weitere jüngere Produktionen waren unter anderem »Pelléas et Mélisande« und »Dialogues des Carmelites« am Royal Opera House Covent Garden; »L’étoile« an der Staatsoper Unter den Linden, »Aus einem Totenhaus« und »Káťa Kabanová« am Standort im Schiller Theater sowie »Tristan und Isolde« an der Metropolitan Oper in New York.

Simon Rattle pflegt anhaltende Beziehungen zu den führenden Orchestern in London, in ganz Europa und den USA, wo sich zunächst mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Boston Symphony Orchestra, später auch mit dem Philadelphia Orchestra eine enge Zusammenarbeit entwickelte. Er steht regelmäßig am Pult der Wiener Philharmoniker, mit denen er sämtliche Sinfonien und Klavierkonzerte Beethovens, letztere mit Alfred Brendel, einspielte. Er ist als Principal Artist dem Orchestra of the Age of Enlightenment und als Künstlerischer Berater der Birmingham Contemporary Music Group verbunden.

Die aktuelle Spielzeit eröffnete Sir Simon Rattle mit Wagners »Tristan und Isolde« an der Metropolitan Opera und kehrte als Gastdirigent zum Philadelphia Orchestra zurück. Nach einer ausgedehnten Tournee durch die USA mit den Berliner Philharmonikern im Herbst führen ihn Engagements in der verbleibenden Spielzeit erneut zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, in die Staatsoper im Schiller Theater Berlin und zu den Osterfestspielen in Baden-Baden.

1994 wurde Simon Rattle von der englischen Königin in den Ritterstand erhoben und erhielt von Ihrer Majestät im Rahmen der Neujahrsehrungen 2014 den Order of Merit. Bis zur Saison 2016/17 ist er ein Carnegie Hall ‚Perspectives’ Artist.

Foto: Oliver Helbig