Marc MinkowskiDirigent

Marc Minkowski ist ausgebildeter Fagottist, wendete sich aber schon sehr früh dem Dirigieren zu, das er hauptsächlich bei Charles Bruck an der Pierre Monteux Memorial School in den USA erlernte. Im Alter von neunzehn Jahren gründet er Les Musiciens du ...

Marc Minkowski ist ausgebildeter Fagottist, wendete sich aber schon sehr früh dem Dirigieren zu, das er hauptsächlich bei Charles Bruck an der Pierre Monteux Memorial School in den USA erlernte. Im Alter von neunzehn Jahren gründet er Les Musiciens du Louvre, ein Ensemble, das sich aktiv an der Wiederbelebung der Barockmusik beteiligt und mit dem er sowohl das französische Barockrepertoire (Lully, Rameau, Mondonville u. a.) wie auch Händel (»Il trionfo del Tempo e del Disinganno«, »Ariodante«, »Giulio Cesare«, »Hercules«, die Motetten und die Orchestermusik) pflegt, sich aber auch Mozart, Rossini, Bizet, Offenbach oder Wagner zuwendet.

Marc Minkowski ist in ganz Europa unterwegs, mit oder ohne sein Orchester, von Salzburg (»Die Entführung aus dem Serail«, »Die Fledermaus«, »Mitridate«, »Così fan tutte«) über Brüssel (»La Cenerentola«, »Don Quichotte« von Massenet, »Les Huguenots« von Meyerbeer und demnächst »Il trovatore«) und Aix-en-Provence (»Le nozze di Figaro«, »Idomeneo«), Zürich (»Agrippina«, »Les Boréades«, »Fidelio«, »La Favorite«) bis zum Musikfest Bremen.

Regelmäßig stehen Aufführungen unter seiner Leitung auf dem Spielplan der Pariser Opéra (»Platée«, »Die Zauberflöte«, »Iphigénie en Tauride«, »Mireille«) und des Théâtre du Châtelet (»La Belle Hélène«, »Carmen« und »Die Feen« von Wagner als französische Erstaufführung). Er wirkt aber auch an anderen Pariser Theatern, hauptsächlich an der Opéra Comique, wo er »La Dame blanche« von Boieldieu zu neuem Leben erweckte, 2002 die Hundertjahrfeier der Erstaufführung von »Pelléas et Mélisande«
beging und 2011 »Cendrillon« von Massenet dirigierte. Weiterhin tritt er in Venedig auf (»Le Domino noir« von Auber), zudem in Moskau (russische Erstaufführung von »Pelléas et Mélisande«), in Berlin (»Robert le diable«, »Il trionfo del Tempo e del Disinganno«), in Amsterdam (»Roméo et Juliette«, »Iphigénie en Aulide« und »Iphigénie en Tauride« im Herbst 2011), am Theater an der Wien (»Hamlet« 2012) oder an der Wiener Staatsoper, wo 2010 Les Musiciens du Louvre Grenoble als erstes französisches Orchester gespielt haben (»Alcina« von Händel).

2008 wurde Marc Minkowski zum musikalischen Leiter der Sinfonia Varsovia ernannt. Er gastiert regelmäßig mit großen Sinfonieorchestern und dehnt sein Repertoire immer mehr auf Komponisten des 20. Jahrhunderts (u. a. Ravel, Strawinsky, Lili Boulanger, Roussel, Adams, Gorecki oder Olivier Greif) aus. Neben häufigen Gastauftritten in Deutschland – mit der Staatskapelle Dresden, dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Bayerischen Staats­orchester – dirigiert er auch die Wiener Symphoniker, das Mozarteum Orchester Salzburg, das Cleveland Orchestra, das Mahler Chamber Orchestra, das Schwedische Rundfunk-Sinfonieorchester, das Orchestre National du Capitole de Toulouse, das BBC Symphony Orchestra, das Mariinsky Orchester St. Petersburg, das Finnische Rundfunk-Sinfonieorchester sowie das neu gegründete Qatar Philharmonic Orchestra.

2009 hatten Les Musiciens du Louvre am Wiener Konzerthaus großen Erfolg mit Aufführungen von Haydns »Londoner Sinfonien«, die vom Label Naïve, bei dem das Ensemble seit 2007 exklusiv unter Vertrag steht, live mitgeschnitten wurden. In diesem Konzertsaal wird 2012 der Gesamt­zyklus der Schubert-Sinfonien eingespielt. Marc Minkowski ist zum künstlerischen Leiter der Mozartwoche Salzburg ernannt worden und wird ab 2013 die Programmgestaltung übernehmen. Im Juni 2011 eröff­nete er das von ihm auf der Île de Ré initiierte Festival »Ré Majeure«.