Jürgen FlimmIntendant

Jürgen Flimm wuchs in Köln auf und studierte dort Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie. 1968 wurde er Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, dann Spielleiter am Nationaltheater Mannheim und 1973 Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg. ...

Jürgen Flimm wuchs in Köln auf und studierte dort Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie. 1968 wurde er Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, dann Spielleiter am Nationaltheater Mannheim und 1973 Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg. 1979 wurde er Intendant des Kölner Schauspiels. 1985 kehrte er als Intendant ans Thalia Theater zurück, das er fünfzehn Jahre lang leitete und zu einem der künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreichsten Sprechtheater Deutschlands machte.

Luigi Nonos »Al gran sole carico d’amore« war 1978 seine erste Opernarbeit in Frankfurt. 1981 folgte Jacques Offenbachs »Les Contes d’Hoffmann« an der Hamburger Staatsoper, 1990 in Amsterdam »Così fan tutte«. Hier arbeitete er zum ersten Mal mit Nikolaus Harnoncourt zusammen, der seitdem sein wichtigster künstlerischer Partner wurde. An der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera, dem Royal Opera House Covent Garden, der Chicago Opera, der Berliner Staatsoper, der Zürcher Oper sowie der Wiener und der Hamburger Staatsoper hat Jürgen Flimm in den vergangenen Jahren Werke u. a. von Beethoven, Haydn, Mozart, Schubert, Verdi, Gounod, Strawinsky, Cerha, Schreker inszeniert. Im Sommer 2000 erarbeitete er bei den Bayreuther Festspielen einen neuen Ring, im Oktober 2000 inszenierte er Beethovens »Fidelio« an der MET, im Juni 2002 war er für die szenische Umsetzung der Uraufführung von Friedrich Cerhas »Der Riese vom Steinfeld« an der Wiener Staatsoper verantwortlich und im März 2004 inszenierte er Richard Strauss’ Salome an der MET.

1987 begann die Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen mit Raimunds »Der Bauer als Millionär«. Es folgten »Das Mädl aus der Vorstadt« von Johann Nestroy, Hofmannsthals »Der Schwierige«, Monteverdis »L’incoronazione di Poppea« sowie Purcells »King Arthur«, Mozarts »Lucio Silla« und Rossinis »Moïse et Pharaon«.

2010 inszenierte er »Wissen Sie, wie man Töne reinigt? Satiesfactionen« in der Werkstatt der Staatsoper im Schiller Theater und 2011 Händels »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« in der Staatsoper im Schiller Theater. Im Mai 2012 inszenierte er Mozart’s »La clemenza di Tito« an der Wiener Staatsoper.

Jürgen Flimm war Professor an der Universität Hamburg und ist Mitglied der Akademien der Künste in Hamburg, München, Berlin und Frankfurt sowie Ehrendoktor der Universität Hildesheim. Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a.: der Grimme-Preis, die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, der Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin, den Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., das Bundesverdienstkreuz sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft und das Ehrenzeichen des Landes Salzburg.

Von 1999 bis 2003 war Flimm Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Von 2002 bis 2004 Leiter des Schauspiels der Salzburger Festspiele. 2005-2008 leitete er die RuhrTriennale und war 2007 bis 2010 Intendant der Salzburger Festspiele. Seit September 2010 ist er Intendant der Staatsoper Unter den Linden.

Buchveröffentlichungen u. a.:
Götterdämmerung, Propyläen Verlag 2000
Theatergänger, Steidl Verlag 2004
Theaterbilder, Steidl Verlag 2008
Das Salzburger Kapitel, Müry Salzmann Verlag 2010
Die gestürzte Pyramide, Müry Salzmann Verlag 2010

Foto: (c) Doris Spiekermann-Klaas