Johannes Martin KränzleSänger (Gast)

Bevor er sich auf den Gesang konzentrierte, begann der in Augsburg geborene Bariton Johannes Martin Kränzle ein Musiktheaterregie-Studium. Als Schüler von Martin Gründler an der Musikhochschule Frankfurt am Main nahm er erfolgreich an verschiedenen Gesangswettbewerben ...

Bevor er sich auf den Gesang konzentrierte, begann der in Augsburg geborene Bariton Johannes Martin Kränzle ein Musiktheaterregie-Studium. Als Schüler von Martin Gründler an der Musikhochschule Frankfurt am Main nahm er erfolgreich an verschiedenen Gesangswettbewerben teil, bevor er seine ersten Engagements in Dortmund und Hannover antrat. Seit 1998 ist er Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo er u. a. erstmals Wolfram (»Tannhäuser«), Tomsky (»Pique Dame«), Heer­rufer (»Lohengrin«), Giovanni Morone (in Pfitzners »Palestrina«) und alle großen Mozart-Partien sang. Hier arbeitete er u. a. mit Regisseuren wie Christof Loy (Paolo in Verdis »Simon Boccanegra« und Don Alfonso in »Così fan tutte«) und Nicolas Brieger (in Henzes »Boulevard solitude« und »Das verratene Meer«) zusammen. In mehreren Inszenierungen (Bern, Köln, Leipzig) hat der vielseitige Künstler die Titelrolle von Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« gesungen und als ausgebildeter Geiger das Violinsolo selbst gespielt. 2011 wurde er mit dem Kölner Opernpreis ausgezeichnet. Seine Darstellung des Beckmesser in Köln brachte ihm auch 2010 eine Nominierung für den Theaterpreis »Der Faust«.

Zu seinen Gastspielstationen zählen die San Francisco Opera (Papageno in »Die Zauberflöte« und Messiaens »Saint François d’Assise«), die Bayerische Staatsoper München (Guglielmo, Papageno, Sekretär in Henzes »Der junge Lord«, Alberich, Eisenstein), die Oper Genf (Korngolds »Die tote Stadt«, Eisenstein in Strauß’ »Die Fledermaus« sowie Léhars »Die lustige Witwe«), die Salzburger Festspiele (2009 Valens in Händels »Theodora« und 2010 Nietzsche in der Uraufführung »Dionysos« von Wolfgang Rihm) und das Glyndebourne Festival (Beckmesser unter Vladimir Jurowski). In der Neuinszenierung von »Der Ring des Nibelungen« an der Mailänder Scala und der Staatsoper im Schiller Theater Berlin unter Daniel Barenboim debütierte er als Alberich.

Neben seiner Operntätigkeit widmet sich Johannes Martin Kränzle intensiv dem Lied- und Oratoriengesang. Als Gastprofessor gibt er seit 1997 jährlich ehrenamtliche Kurse an den Universitäten von Paraiba und Rio Grande de Norte in Brasilien. Ab dem Wintersemester 2013 wird er eine Gastprofessur an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln innehaben. Seine Kammeroper »Der Wurm« wurde 1997 in Berlin prämiert und an der dortigen Neuköllner Oper uraufgeführt. Eine Solo-Lied-CD »Die Mitternacht zog näher schon« mit Balladen verschiedener Komponisten ist bei Oehms Classics erschienen, 2013 erscheint seine zweite CD »Grenzen der Menschheit« mit Liedern von Schubert und Schumann bei Challenge. Sein Klavierbegleiter ist Hilko Dumno.

Für die kommenden Spielzeiten stehen in seinem Terminkalender u. a. Grjasnoj in »Die Zarenbraut« neben Berlin auch in Mailand, Gunther (»Götterdämmerung«) am Grand Théâtre Genève, der Schwarze Geiger in Delius’ »Romeo und Julia auf dem Lande« an der Oper Frankfurt, Fürst Kurtzjateff in Tschaikowskys »Die Zauberin« am Theater an der Wien sowie Beckmesser (»Die Meistersinger von Nürnberg«) an der Metropolitan Opera New York. 2011 wurde er zum »Sänger des Jahres« gewählt, unter anderem für seine Rollengestaltungen des Alberich an der Mailänder Scala und der Staatsoper im Schiller Theater sowie für seine »überragende Leistung« in der Uraufführung von Wolfgang Rihms »Dionysos« bei den Salzburger Festspielen, der »Uraufführung des Jahres«.

Foto: (c) revermer