Jobst LiebrechtKomponist

Der gebürtige Hamburger studierte Dirigieren in München und bei Peter Eötvös. Liebrecht dirigierte u.a. das Rundfunksinfonieorchester Berlin, die Duisburger Philharmoniker, die Sinfonietta Leipzig, das Münchner Kammerorchester sowie an den Opernhäusern ...

Der gebürtige Hamburger studierte Dirigieren in München und bei Peter Eötvös. Liebrecht dirigierte u.a. das Rundfunksinfonieorchester Berlin, die Duisburger Philharmoniker, die Sinfonietta Leipzig, das Münchner Kammerorchester sowie an den Opernhäusern in Hamburg, Halle und Gießen.

Sein Interesse für Neue Musik führte zur Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem Ensemble Resonanz, dem Ensemble Mosaik sowie dem Ensemble UnitedBerlin. Unter seiner Leitung kamen zahlreiche Werke zu Ur- und Erstaufführungen, wie z.B. die Opern »Lunu« von Moritz Eggert, oder »Gloria von Jaxtberg« von HK Gruber sowie in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Einar Schleef das Musiktheaterspiel »Der Golem in Bayreuth« am Wiener Burgtheater. Für seine CD-Einspielung von Henzes Märchenoper »Pollicino« wurde er 2004 mit dem Klassik ECHO geehrt.

2005 gründete Jobst Liebrecht an einem Brennpunktbezirk in Berlin das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf, das sich innerhalb kurzer Zeit deutschlandweit einen herausragenden Ruf als innovatives Jugendmusikprojekt erarbeitete. 2010 spielte das Jugendsinfonieorchester zusammen mit Solisten und Musikern des Rundfunksinfonieorchesters Berlin (RSB) erstmals die vom Dirigenten neu eingerichtete Gesamtfassung von Paul Hindemiths »Plöner Musiktag« auf CD ein.

Seit 2013 leitet er zusammen mit Gerhard Scherer das neu gegründete Landesjugendensemble für Neue Musik Berlin.

Als Komponist hat Jobst Liebrecht ein mittlerweile breites Œuvre von der Kammermusik über Chorwerke bis hin zu Orchesterwerken und Theatermusiken aufzuweisen. Seine Stücke wurden vom Ensemble Diabolicus am Théâtre du Châtelet in Paris, vom Strawinsky-Ensemble, Amsterdam, vom Ensemble acht, Hamburg, sowie von Solisten wie Simone Nold und Dietrich Henschel uraufgeführt. Geistliche Werke erklangen u.a. in der Basilika Waldsassen und in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg. Über viele Jahre war er Assistent und enger Mitarbeiter von Hans Werner Henze. Eine Vielzahl von Werken schuf er speziell für Kinder- und Jugendensembles, z.B. »jack in thebox / da capo / mobil« (2011) oder »Der Hahn und die Kiste« (2012).

Werkverzeichnis (Auswahl):

»6 Stücke für Streichquintett und Harfe« (2004), »7 Lieder auf Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann« für Bariton und 7 Streicher (2004), »7 kurze Stücke« für Sprecher/in, Bläserquintett und Kontrabass (2004), »5 Lieder auf Gedichte von Ernst Jandl« für hohe Männerstimme und Ensemble/Orchester (2004), »nöbels traum« für Sopran, Horn und Klavier (2007), »Le soleil de la nuit« für Industriemaschinen und Instrumente (2004, rev. 2007), »3 kurze Stücke für kleines Orchester« (2008), »6 lieder auf gedichte von hilde domin« für Sopran und Klarinette (2009), »5 englische romanzen« für Mädchenchor (2010), »amherst chambers« Variationen für Oktett (2010), »alleinsam/schubert-panorama – die gesänge des harfners« für Tenor, Harmonie-Chor und Ensemble (2011), »Psalm 57« und »Psalm 23« (2011), »Der Hahn und die Kiste – fünf Gesänge für Bariton und Orchester auf Kinderverse von Johann S.« (2012), »Magnificat« (2012), »trauermusik – musica boscareccia – in memoriam Hans Werner Henze« für Orchester (2013).

Foto: Erik-Jan Ouwerkerk