Friederike HellerRegie

Friederike Heller ist gebürtige (West)-Berlinerin. Als Tochter des Dirigenten Berndt Heller war ihr Elternhaus eine Welt der Musik. Sie erlernte Klavierspiel, Saxophon und Gesang, dann erwachte die Liebe zum Theater: Von 1996 bis 2000 studierte sie Schauspielregie ...

Friederike Heller ist gebürtige (West)-Berlinerin. Als Tochter des Dirigenten Berndt Heller war ihr Elternhaus eine Welt der Musik. Sie erlernte Klavierspiel, Saxophon und Gesang, dann erwachte die Liebe zum Theater: Von 1996 bis 2000 studierte sie Schauspielregie in Hamburg, u. a. bei Jürgen Flimm. Sie debütierte am Staatsschauspiel Dresden. In den Jahren 2000 bis 2004 inszenierte sie dort regelmäßig, u. a. »Elementarteilchen« nach dem Roman von Michel Houllebecq. Seit 2003 inszenierte Friederike Heller oftmals am Wiener Burgtheater, z. B. »Untertagblues« von Peter Handke (2004), wofür sie im selben Jahr in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt wurde. In den darauffolgenden Jahren arbeitete sie an verschiedenen großen Häusern in Berlin, Wien, München, Hamburg, Stuttgart etc., zuletzt kontinuierlich mit den Ensembles der Schaubühne am Lehniner Platz und des Staatsschauspiels Dresden.

Friederike Heller arbeitet »über das Ohr«: Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Melodie, Harmonie und Rhythmus von Stoffen, Texten, Stimmen und Körpern. Der inhaltliche Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Interesse, die Spielweisen des epischen Theaters und die Diskurse der Postmoderne mit leichter Hand und großer Verspieltheit einerseits, mit der Vermessung der Abgründe der jeweiligen Werke andererseits zu verbinden.

Immer wieder widmete sich Heller der Adaption von Romanstoffen: Neben Elias Canettis »Die Blendung« bearbeitete sie ebenso Turgenjews »Väter und Söhne«, den »Zauberberg« sowie »Doktor Faustus« von Thomas Mann, Voltaires »Candide« und zuletzt »Die Dämonen« von Dostojewski.

Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen »Antigone« von Sophokles, »Der gute Mensch von Sezuan« von Brecht, »Einsame Menschen« von Hauptmann und »The Black Rider« von Wilson und Borroughs an der Schaubühne, »Wilhelm Meisters Lehrjahre« von Goethe, »Marat/Sade« von Peter Weiss und »Die Dreigroschenoper« von Brecht sowie »Dämonen« nach dem Roman von Dostojewski am Staatsschauspiel Dresden und »Nach Europa« nach dem Roman »Drei starke Frauen« von Marie N’Diaye am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

In der Spielzeit 2009/10 war sie als geschäftsführende Dramaturgin an der Schaubühne Berlin engagiert. Im Frühjahr 2013 war sie mit »Johann Holtrop«. Abriss der Gesellschaft zu Gast am Künstlertheater Moskau.

Foto: Gianmarco Bresadola