Florence von GerkanKostüm

Die gebürtige Hamburgerin Florence von Gerkan studierte Kostümbild in Berlin an der Universität der Künste. Eine Assistenz am Thalia Theater führte sie 1988 zurück nach Hamburg. Dort entstanden ihre ersten selbstständigen Kostümarbeiten für Shakespeares ...

Die gebürtige Hamburgerin Florence von Gerkan studierte Kostümbild in Berlin an der Universität der Künste. Eine Assistenz am Thalia Theater führte sie 1988 zurück nach Hamburg. Dort entstanden ihre ersten selbstständigen Kostümarbeiten für Shakespeares »King Lear«, Tschechows »Onkel Wanja« und Ibsens »Wildente« in der Regie von Jürgen Flimm und in den Bühnenbildern von Erich Wonder. Mit »La traviata« und »Die Fledermaus« in der Regie von Wilfried Minks folgten erste Opernproduk­tionen in Essen und Düsseldorf. Andrea Breth engagierte sie an die Schaubühne Berlin für Ibsens »Hedda Gabler« und Tschechows »Die Möwe«.

In den Folgejahren verantwortete Florence von Gerkan das Kostümbild internationaler Opernproduktionen in Zürich und Wien unter der Regie von Jürgen Flimm, u. a. für Mozarts »Le nozze di Figaro«, »Don Giovanni« und »Così fan tutte«, Haydns »L’anima del Filosofo«, Händels »Alcina« und »Il trionfo del Tempo e del Disinganno«, Schuberts »Alfonso und Estrella«, Verdis »La traviata« und Offenbachs »La Périchole«. Weitere internationale Stationen waren die Mailänder Scala für Bergs »Wozzeck« und die Metropolitan Opera New York für Beethovens »Fidelio«.

Mit Cesare Lievi und Erich Wonder wirkte sie am Opernhaus Zürich an der Uraufführung von Herbert Willis »Schlafes Bruder« mit. Hier traf sie auch den Schweizer Filmregisseur Daniel Schmid, mit dem sie bei »Linda di Chamounix«, »Beatrice di Tenda« und »Il trovatore« zusammenarbeitete. Am Staatstheater Stuttgart entwarf sie außerdem die Kostüme zu Szymanowskis »König Roger« in der Regie und im Bühnenbild von Peter Mussbach.

Mit dem Team Flimm/Wonder entstanden in der Folgezeit »Der Ring des Nibelungen« bei den Bayreuther Festspielen, »L’anima del Filosofo« am Royal Opera House Covent Garden in London und die Uraufführung von Cerhas »Der Riese vom Steinfeld« an der Wiener Staatsoper. Darüber hinaus widmete sich Florence von Gerkan am Theater Basel mit »Romeo und Julia« und »Der Nussknacker« erstmals Ballettarbeiten. Es folgte »Schwanensee« für das Zürcher Ballett in der Choreographie von Heinz Spoerli.

Mit der jungen Regisseurin Tatjana Gürbaca entstanden bisher Purcells »Dido and Aeneas« und an der Oper Leipzig die Uraufführung von »Der schwarze Mönch« von Philippe Hersant. Eine langjährige Zusammen­arbeit verbindet Florence von Gerkan zudem mit dem Komponisten und Regisseur Heiner Goebbels. Für ihn gestaltete sie die Kostüme für die Uraufführungen von »Hashirigaki« und »Eraritjaritjaka« am Théâtre Vidy-Lausanne und 2002 »Landschaften mit entfernten Verwandten« am Grand Théâtre Genève mit dem Ensemble Modern. Eine weitere Uraufführung, »I went to the house«, entstand mit dem Hilliard Ensemble für das Theatre Vidy und die Festspiele Edinburgh. 2010 realisierte Florence von Gerkan zudem am Opernhaus Zürich das Kostümbild für »Les contes d’ Hoffmann« in der Regie von Grischa Asagaroff.

In den Spielzeiten 2011 bis 2013 wirkt Florence von Gerkan am Festspielhaus Baden-Baden an dem Mozart/Da-Ponte-Zyklus mit »Così fan tutte«, »Don Giovanni« und »Le nozze di Figaro« unter der Regie von Philipp Himmelmann mit. Für das Jahr 2012 sind außerdem die Uraufführung von Sarah Nemtsovs »L’absence« (Biennale München), »Die Entführung aus dem Serail« (Opernhaus Zürich) und John Cages »Europeras I & II« sowie die Uraufführung von »It’s all right, Ma« im Rahmen der RuhrTriennale in Vorbereitung.

Florence von Gerkan lebt in Berlin und leitet seit 2003 als Professorin den Studiengang Kostümbild an der Universität der Künste Berlin.