Bruno de SimoneSänger (Gast)

Bruno de Simone ist in der internationalen Opernszene einer der meistgeschätzten Sänger-Darsteller des Belcanto- und des komischen Repertoires.

Der in Neapel geborene Bariton kombinierte seinen Universitätsabschluss mit einem Gesangsstudium bei Sesto ...

Bruno de Simone ist in der internationalen Opernszene einer der meistgeschätzten Sänger-Darsteller des Belcanto- und des komischen Repertoires.

Der in Neapel geborene Bariton kombinierte seinen Universitätsabschluss mit einem Gesangsstudium bei Sesto Bruscantini. Sehr schnell stellte er sich als ideale Besetzung für das dramma giocoso des 17./18. Jahrhunderts und der opera buffa, insbesondere des Donizetti- und Rossini-Repertoires, heraus. Außerdem konnte er sich in komischen Opern von Galuppi, Pergolesi, Paisiello und Cimarosa einen Namen machen und wird heute als einer der führenden Sänger in diesem Fach gehandelt.

Von Beginn seiner Karriere an sang de Simone Hauptrollen in wichtigen Ausgrabungen von Kompositionen des 18. Jahrhunderts, z. B. in »Lo frate 'nnamurato« von Pergolesi am Teatro alla Scala unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti.

Für Inszenierungen dieser Sparte wurde er bereits von den wichtigsten Theatern und Festivals in Italien und im Ausland eingeladen wie z. B. der Scala in Mailand, dem Rossini Opera Festival in Pesaro, dem Maggio Musicale in Florence, dem Teatro Regio in Turin, dem Teatro Comunale in Bologna, der Arena in Verona, La Fenice in Venedig, dem Teatro San Carlo in Neapel, dem Teatro dell’ Opera in Rom und der Accademia Nazionale Santa Cecilia. Außerdem tritt er regelmäßig in Wien, Tokio, Barcelona, Madrid, Washington, San Francisco, Amsterdam, La Coruña (Festival Mozart), Berlin (Staatsoper und Deutsche Oper), München, Genf, Zürich und Liège auf. Er arbeitete u. a. mit Dirigenten wie Riccardo Muti, Riccardo Chailly, Jesús López-Cobos, Daniele Gatti, Roberto Abbado, Bruno Campanella, Zubin Metha, Donato Renzetti und Alberto Zedda zusammen.

Seine Arbeit als Spezialist des Rossini-Repertoires wurde 2007 mit dem Rossini d’Oro Preis gewürdigt. De Simone wurde als idealer Darsteller für die Partien des Don Bartolo in »Il barbiere di Siviglia«, des Don Magnifico in »La cenerentola«, des Taddeo in »L’Italiana in Algeri«, des Raimbaud in »Le Comte Ory«, des Germano in »La scala di seta«, des Pacuvio in »La pietra del paragone« und des Isidoro in »Matilde di Shabran« bezeichnet. Im Donizetti-Repertoire hat er in zahlreichen Produktionen von »Don Pasquale« die Titelpartie sowie Malatesta verkörpert. Auch in »L’elisir d’amore« sind sein Dulcamara und sein Belcore berühmt.

Mittlerweile hat sich seine Stimme so entwickelt, dass er sich weiteres Repertoire erarbeitet hat: Lescaut in »Manon Lescaut«, die Titelpartie in »Gianni Schicchi« (Puccini), Le Roi in »L’amour des trois oranges« (Prokofjew), Varbel in »Lodoïska« (Cherubini), Kyoto in »Iris« (Mascagni), Michonnet in »Adriana Lecouvreur« (Cilèa) sowie in Verdis »Falstaff« sowohl die Titelpartie als auch den Ford und Fra Melitone in »La forza del destino«. Ebenso gelten seine Auftritte in Mozart-Opern als herausragend, vor allem Don Alfonso in »Così fan tutte« und Figaro und Conte Almaviva in »Le nozze di Figaro«. Letzten Sommer debütierte er an der Arena di Verona als Leporello in »Don Giovanni«.

Im Jahr 2000 debütierte er als Regisseur mit einer Neuproduktion von Donizettis »Il campanello« für die Wiedereröffnung des Teatro dell’Aquila in Fermo, wobei er auch die Rolle des Don Annibale sang. Außerdem inszenierte er »Il Maestro di Cappella« von Cimarosa und sang die Titelpartie. Diese Inszenierung wurde von mehreren italienischen Theatern übernommen.

Von Beginn an förderte Bruno de Simone junge Sänger und gab zahlreiche Meisterkurse. 2009 wurde er künstlerischer und pädagogischer Leiter der wieder eingerichteten Accademia del Maggio Musicale Fiorentino (in Kooperation mit dem Maggio Formazione Opera House in Florenz). Im Januar 2011 inszenierte er »L’elisir d’amore« mit einigen seiner Studenten und mit sich selbst als Dulcamara am Teatro Carlo Felice in Genua.

Mit renommierten Labels wie EMI, Decca, Sony Bmg, Naxos, Tdk, Arthaus Musik und Dynamic hat de Simone CDs und DVDs eingespielt. Unter anderem ist er als Gianni Schicchi mit dem Concertgebouworkest unter der Leitung von Riccardo Chailly auf DVD zu erleben.
Er wurde mit Preisen wie dem Tiberini d’Oro (2005), dem Rossini d’Oro (2007), dem Alfredo Catalani - Città di Lucca (2008) und dem Domenico Cimarosa Preis (2009) ausgezeichnet.

Foto: (c) Joan Tomàs