Béatrice Uria-MonzonSängerin (Gast)

Béatrice Uria-Monzon verbrachte die prägendsten Jahre ihres Lebens in ihrer Heimatstadt Agen im Südwesten Frankreichs. Nach ihrem Schulabschluss war sie sich ihrer Zukunft noch nicht sicher und entschied sich dafür, sich selbst eine Zeit der Reflexion ...

Béatrice Uria-Monzon verbrachte die prägendsten Jahre ihres Lebens in ihrer Heimatstadt Agen im Südwesten Frankreichs. Nach ihrem Schulabschluss war sie sich ihrer Zukunft noch nicht sicher und entschied sich dafür, sich selbst eine Zeit der Reflexion zu geben und ging in Saint-Jean Lycée in Lecotoure ein letztes Jahr zu Schule. Der Musik liebende Direktor ihrer Schule in Lycée und einer ihrer Lehrer, welcher dort einen Chor leitete, ermutigten sie zu singen, woraufhin sich ihr großartiges Talent sofort bemerkbar machte.

Angetrieben durch ihre Liebe zur Kunst, welche sie von ihrem Vater geerbt hatte, studierte sie Kunstgeschichte am Konservatorium in Bordeaux, 1984 setzte sie ihr Studium am Centre National d’artistes Lyriques (CNIPAL) in Marseille fort. Sie nahm weiterhin Musikunterricht an der Kunsthochschule der Opéra National de Paris und gab schnell ihr Debüt an großen Französischen Opernhäusern: Lyon, Toulouse, Aix-en-Provence, Bordeaux, Nancy, Marseille. Ihr Repertoire war äußerst abwechslungsreich.

1993 markierte einen Wendepunkt ihrer Karriere, da sie ihr Debüt als Carmen in einer neuen Inszenierung von J.L. Gomez an der Opéra Bastille in Paris gab, ihre Interpretation unterschied sich sehr stark von der Weise, in welcher diese Rolle gewöhnlich dargestellt wurde.

Sowohl auf nationalen, als auch auf internationalen Bühnen war sie fortan als Carmen zu erleben: am Teatro Colon in Buenos Aires, an der Miami Opera, am Teatro Regio in Turin, in der Arena von Verona, beim Orange Summer Festival, an der Wiener Staatsoper, an der Metropolitan Opera in New York, an der Houston Grand Opera, der Bayerischen Staatsoper in München, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona sowie im La Fenice und in Palermo.

Sie erweiterte ihr französisches Repertoire um die Rolle der Dalila (»Samson et Dalila« von Camille Saint- Saëns), als welche sie in Zürich debütierte. Es folgten ihre Darbietung als Béatrice in »Béatrice et Bénédicte« von Hector Berlioz in Bordeaux, Nancy und Tours. Außerdem war sie als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« im Rahmes des Opernfestivals Chorégies d’Orange, an der Mailänder Scala und an der Opéra national de Paris zu erleben.

Darüber hinaus umfasst ihr französisches Repertoire die Heldinnen der Opern von Jules Massenet: Beispielsweise Hérodiate, welche sie in Avignon und Saint-Etienne interpretierte, sowie die Dulcinée (»Don Quichote«) an der Opéra National de Paris, Charlotte (»Werther«) in Lyon und an der Opéra Comique de Paris.

Zu ihren anderen Rollen der französischen Opern gehören die Königin Gertrude in »Hamlet« (Ambroise Thomas) am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, Julie in »Fiesque« (Édouard Lalo) beim Festival in Montpellier, die Großherzogin von Gérolstein in der gleichnamigen Operette von Jacques Offenbach an der Oper Lausanne, Didon in »Die Trojaner« (Hector Berlioz) an der Opéra National du Rhin in Strasburg und an der Deutschen Oper Berlin, Chimène in »Le Cid« und später noch »Cléôpatre« von Massenet und Cassandre in Marseille und Barcelona im Juni 2013 und 2014.

Béatrice Uria-Monzon nahm sich schnell des italienischen Repertoires an, so interpretierte sie die Leonora in »La Favorita« (Gaetano Donizetti) und die Prinzessin Eboli in »Don Carlo« an der Gran Opera in Houston, an der Staatsoper Berlin und in Wien in der Französischen Version.

Außerdem war sie als Amnéris in »Aida«, Adalgisa (»Norma«) an der L’Opéra Garnier in Monte Carlo und anschließend in Lausanne, als Sarah in »Roberto Devereux« von Donizetti, Santuzza (»Cavalleria rusticana«) beim Französischen Sommerfestival in Orange, Marseille und Zürich zu erleben. Ihre erste Tosca gab sie letzten Juni in Avignon zum Besten und kehrt mit dieser Partie 2014 an die Opéra National de Paris und an die Deutsche Oper Berlin zurück.

Dem Deutschen Repertoire widmete sie sich erstmals mit der Rolle des Prinz Orlofsky in Johann Strauss’ »Die Fledermaus« an der Opéra National de Paris, am Teatro dell’Opera in Rom, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Opéra National du Rhin in Strasburg.

Im Januar dieses Jahres war sie in »Der Zwerg« von Alexander Zemlinsky an der Opéra National de Paris zu sehen.

Außerdem gilt ihre Darbietung als Judith in Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« an der Opéra National de Paris als herausragend.

Während ihrer Karriere arbeitete sie mit namhaften Dirigenten wie Seiji Osawa, Kent Nagano, Armin Jordan, Georges Prêtre, Michel Plasson, Alain Lombard, Chung Myung-whun, Jean-Claude Casadesus, Gary Bertini, James Conlon, Leonard Slatkin, Nello Santi, Marek Janowski und Bertrand de Billy.

Auf der Liste der Regisseure erscheinen Robert Carsen, Harry Kupfer, J.L. Gomez, Emilio Sagi, Luca Ronconi, Gilbert Deflo, La Fura dels Baus, Patrice Caurier, Moshe Leiser, K. Warnert, Peter Konwitschny, Calixto Bieito, N. Dufflot, J.C.Auvray und C.Roubeau.

Außerdem gab Béatrice Uria-Monzon große Konzerte mit Orchester. Dazu zählen »Le Nuits d’Eté« und »L’Amour de Cléopâtre« von Hector Berlioz. Des Weiteren » Shéhérazade« von Maurice Ravel, »Le Poème de l’Amour et de la Mer« von Ernest Chausson sowie »Die Wesendonck-Lieder« von Richard Wagner. Ihr Klavier-Repertoire umfasst Ravel, Duparc und Fauré, ihr Spanisches Repertoire die Werke von Enrique Granados Manuel de Falla, Xavier Montsalvatge und Frederic Mompour, außerdem die Oratorien von Fauré, »Messa da Requiem« von Verdi sowie die Stabat Mater von Rossini und Pergolesi.