Anna NetrebkoSängerin (Gast)

Anna Netrebko ist heute weit mehr als nur der Liebling der Opernwelt: Sie bezaubert Menschen rund um den Globus und erringt immer wieder aufs Neue den Respekt und die Bewunderung der leidenschaftlichsten und anspruchsvollsten Opernfans. Ihre unverwechselbare ...

Anna Netrebko ist heute weit mehr als nur der Liebling der Opernwelt: Sie bezaubert Menschen rund um den Globus und erringt immer wieder aufs Neue den Respekt und die Bewunderung der leidenschaftlichsten und anspruchsvollsten Opernfans. Ihre unverwechselbare Stimme und ihre gleichermaßen stilsichere wie attraktive Bühnenerscheinung brachte Kritiker zu der begeisterten Beschreibung der Künstlerin als »eine Audrey Hepburn mit Stimme« und als »eine Sängerin, die einfach alles hat: eine Stimme von ungewöhnlicher Reinheit und Genauigkeit, eine beträchtliche dynamische und tonale Bandbreite, Ideenreichtum, Wissen und Witz – all das kombiniert mit einem überwältigenden Charisma, das es völlig unmöglich macht wegzusehen, wenn sie auf der Bühne steht«.

Seit ihrem triumphalen Debüt bei den Salzburger Festspielen 2002 als Donna Anna in Mozarts »Don Giovanni« ist Anna Netrebko an allen großen Opernhäusern aufgetreten wie der Metropolitan Opera New York, der San Francisco Opera, Londons Royal Opera House Covent Garden, der Wiener Staatsoper, der Opéra National in Paris, dem Opernhaus Zürich, der Berliner Staatsoper und der Bayerischen Staatsoper München sowie der Mailänder Scala. Außerdem kehrt sie regelmäßig an die Kirov Oper im St. Petersburger Mariinsky Theater zurück (dort gab sie seinerzeit ihr Bühnendebüt als Susanna in Mozarts »Le nozze di Figaro«), um mit ihrem langjährigen Mentor zusammenzuarbeiten, dem Dirigenten Valery Gergiev.

Ihr Debüt an der Metropolitan Opera New York gab Anna Netrebko 2002 als Natascha in Prokofjews »Krieg und Frieden«, einer Rolle, die sie auch am Londoner Covent Garden, an der Mailänder Scala und am Teatro Real in Madrid sang. Zu ihren weiteren Paraderollen wurden Mimì in Puccinis »La Bohème«, Violetta in Verdis »La traviata«, die Bellini-Partien Giu­lietta in »I Capuleti e i Montecchi« und Elvira in »I Puritani« von Donizetti, Norina in »Don Pasquale« und Adina in »L’elisir d’amore« sowie die Titelrolle in Massenets »Manon«, Juliette in Gounods »Roméo et Juliette« und Iolanta in Tschaikowskys gleichnamiger Oper. 2013 debütierte sie als Tatjana in »Eugen Onegin« an der Wiener Staatsoper; mit eben dieser Partie eröffnete sie im Herbst 2013 zum dritten Mal in Folge die Spielzeit der Metropolitan Opera, nach »Anna Bolena« 2011 und »L’elisir d’amore« 2012.

Bei den Salzburger Festspielen 2013 gab Anna Netrebko ihr Rollendebüt als Verdis Giovanna d’Arco und setzt diese Neuausrichtung in ihrem Repertoire in der Spielzeit 2013/2014 mit weiteren bedeutenden Debüts fort: In Rom singt sie erstmalig Puccinis »Manon Lescaut«, dirigiert von Riccardo Muti. Ein weiteres Rollendebüt erfolgt mit der Marguerite in Gounods »Faust«, die sie am Royal Opera House Covent Garden, der Wiener Staatsoper und im Festspielhaus Baden-Baden singt. Anna Netrebko beschließt die Spielzeit an der Bayerischen Staatsoper München, wo sie als Verdis »Lady Macbeth« debütiert. An der Metropolitan Opera New York ist sie zweimal zu hören, als Tatjana und als Adina in Donizettis »L’elisir d’amore«. Konzerte führen Anna Netrebko ins KKL Luzern, ins Théâtre des Champs-Elysées sowie nach Barcelona, wo sie im Palau de la Música Catalana debütieren wird.

Mit Konzerten und Liederabenden ist Anna Netrebko regelmäßig in der ganzen Welt zu erleben und tritt dabei in so bedeutenden Konzertsälen auf wie der Londoner Royal Albert Hall, der Salle Pleyel in Paris und der New Yorker Carnegie Hall, aber auch in Arenen vor Zehntausenden von Menschen. Ihre Open-Air-Konzerte mit Plácido Domingo und Rolando Villazón im Umfeld großer Fußballturniere, nämlich in der Berliner Waldbühne vor dem WM-Finale 2006 und im Park des Wiener Schlosses Schönbrunn vor dem EM-Finale 2008, wurden beide live im Fernsehen ausgestrahlt und von Millionen Zuschauern gesehen; der Mitschnitt des Waldbühnenkonzertes ist als DVD und Blu-Ray-Disc auf Deutsche Grammophon erhältlich.

Als Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon hat Anna Netrebko inzwischen eine umfangreiche Diskografie vorzuweisen, unter der sich Soloalben, Opern-Gesamtaufnahmen und DVDs befinden. Ihre Soloeinspielungen für dieses renommierte Label – »Opera Arias«, »Sempre Libera«, »Russian Album« und »Souvenirs« – sind allesamt Bestseller. Gleiches gilt auch für die Gesamteinspielungen der Opern »La traviata«, »Le nozze di Figaro«, »La Bohème« und »I Capuleti e i Montecchi«. Kürzlich erschienen außerdem Pergolesis »Stabat Mater« unter Leitung von Antonio Pappano sowie eine Zusammenstellung von Liveaufnahmen ihrer Opernauftritte an der Met (»Anna Netrebko – Live at the Metropolitan Opera«). Unter dem Titel »In the still of night« wurde der Live-Mitschnitt ihres Liederabends mit Daniel Barenboim am Klavier mit Liedern von Rimsky-Korsakow, Tschaikowsky, Dvořák und Strauss veröffentlicht; mit diesem Programm waren Anna Netrebko und Daniel Barenboim im Mai 2012 auch im Wiener Musikverein zu Gast. 2013 erscheint eine CD mit Verdi-Arien, dirigiert von Gianandrea Noseda.

Höhepunkte der Videografie der Künstlerin sind unter anderem DVDs und Blu-Ray-Discs von »La traviata», »Le nozze di Figaro«, »I Puritani«, »Lucia di Lammermoor« und »Manon« sowie der »Don Pasquale« aus der Metropolitan Opera New York und »Anna Bolena« aus der Wiener Staatsoper. Erhältlich sind außerdem »La Bohème« als Spielfilm von Robert Dornhelm und eine DVD mit Musikvideos unter dem Titel »Anna Netrebko: The Woman, The Voice«.

Alle bisherigen Soloalben der Künstlerin wurden in Deutschland und Österreich mit Platin ausgezeichnet. Die CD »Duets« mit Rolando Villazón schoss kurz nach ihrem Erscheinen in den USA in den dortigen Billboard Classical Charts auf Platz 1, während sie in Europa in mehreren Ländern die Spitze der Pop-Charts erklomm und damit das beste Ergebnis aller Zeiten für ein neu erschienenes Klassikalbum erzielte.

Als »regierende neue Diva des frühen 21. Jahrhunderts« wurde Anna Netrebko bezeichnet, ein Attribut, das noch unterstrichen wird durch die Aufnahme der Künstlerin 2007 in die »TIME 100«, die berühmte Liste des Time Magazins mit den Namen der einflussreichsten Menschen der Welt. Anna Netrebko ist damit die erste Opernsängerin, die je in diese Liste aufgenommen wurde. Im selben Jahr brachte sie dem Filmregisseur Martin Scorsese im Rahmen der 30. Kennedy Center Honors ein Ständchen – einer Veranstaltung, bei der alljährlich bedeutende Künstler für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden und die von der CBS im Fernsehen übertragen wurde. 2008 trat sie an der Seite von Andrea Bocelli bei der BBC-Fernsehübertragung der Classical BRIT Awards auf.

Auch in vielen Hochglanzmagazinen wurde die Künstlerin porträtiert, darunter Vogue, Vanity Fair, Town & Country, Stern, Spiegel oder Bunte, um nur einige zu nennen. Ihre zahlreichen Fernsehauftritte in der ganzen Welt führten sie in berühmte Shows wie »Good Morning America«, »The Tonight Show« mit Jay Leno und »60 Minutes«, aber auch mehrfach zu »Wetten, dass …?«. Verschiedene Dokumentarfilme in Österreich, Dänemark, Deutschland, Russland und der Schweiz ergänzen das Profil der Künstlerin. Zu den weiteren Ehrungen und Preisen Anna Netrebkos zählen die Grammy-Nominierungen für ihre CDs »Violetta« (Querschnitt von »La traviata«) und »Russian Album«, die von Musical America verliehene Auszeichnung »Musician of the Year« (2008), der deutsche Bambi, der Classical BRIT Award als »Singer of the Year« wie auch als »Female Artist of the Year«, sowie sieben ECHO Klassik-Preise. 2005 verlieh ihr Präsident Vladimir Putin in Russland den Russischen Staatspreis, die höchste Auszeichnung, die das Land im Bereich der Künste und Literatur zu vergeben hat, und ehrte sie 2008 mit dem Titel »Volkskünstlerin Russlands«.

Foto: (c) Ruven Afanador