Anke SchülerSchauspielerin (Gast)

Aufgewachsen im Norden Deutschlands, macht Anke Schüler das Abitur am Johanneum in Hamburg. Nach dem Abitur wird sie aufgrund eines Gastspiels mit Cy Colemans Musical »Sweet Charity« in St. Petersburg in Russland zum Schauspielstudium am Staatlichen ...

Aufgewachsen im Norden Deutschlands, macht Anke Schüler das Abitur am Johanneum in Hamburg. Nach dem Abitur wird sie aufgrund eines Gastspiels mit Cy Colemans Musical »Sweet Charity« in St. Petersburg in Russland zum Schauspielstudium am Staatlichen Institut für Theater, Musik und Kinematographie eingeladen. Sie studiert in der Drama-Klasse von Lev Abramovič Dodin, dem Leiter des Malyj Dramatičeskij Teatr. Nach zwei Jahren und mit fließendem Russisch im Gepäck setzt sie ihr Studium in Berlin an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« fort, wo sie unter anderem mit Angelika Waller, Ullrich Engelmann, Veith Schubert, Thomas Rühmann und dem Komponisten Henry Krtschil arbeitet. Manfred Karge holt sie in ein Gastengagement an das Berliner Ensemble mit dem Brecht Lieder- und Gedichtabend »Über die Herrenmode und andere Katastrophen«. Am Hebbel Theater wirkt sie in Ronalds Steckels Inszenierung Epitaph mit. In der Regie von Thomas Ostermeier spielt sie die Amalie Balicke in »Trommeln in der Nacht«. Sie geht dann für fünf Jahre ins Engagement an die Bühnen der Hansestadt Lübeck, wohin sie Andreas von Studnitz holt.

Dort spielt sie viele Rollen, so unter anderem: Das kunstseidene Mädchen, Beatrice in »Der Diener zweier Herren«, Irene Prantl in Horvaths »Glaube, Liebe, Hoffnung«, Barbara in einer Bühnenadaption von »Angst essen Seele auf«, die Lilo in Tankred Dorsts »Herr Paul«, Gräfin Helena im »Käthchen von Heilbronn«. Als Sängerin wirkt sie in vielen musikalischen Produktionen und Gesangsabenden mit, u. a. in: »Anatevka« (Hodel) und »Hair« (Jeanie). Sie arbeitet mit Regisseuren wie: Jaqueline Kornmüller, Andreas von Studnitz, Peter Hailer, Christian von Götz, Dieter Löbach, Corinna Bethge und Venjamin Smechov.

Als Liebhaberin der russischen Sprache befasst sie sich intensiv mit der russischen Avantgarde. Sie wirkt in Inszenierungen mit für die Berliner Festspiele unter der Regie von Thomas Ostermeier und Christian von Treskow (»Die Unbekannte« von A. Blok und »Eine gewisse Anzahl Gespräche« von A. Vvedenskij.) Mit der Regisseurin Claudia Bauer erarbeitet sie den Abend »Der blaue Vogel«, der an der Berliner Volksbühne gezeigt wird. Gemeinsam mit der Komödiantin Lotte Llacht spielt und inszeniert sie u. a. »Die Frau ist die Werkbank der Liebe« (Texte von D. Charms und A. Vvedenskij) und »Tut, tam, tut« für das Hamburger »Festival Eigenarten«. Sie gründet und leitet eine russischsprachige Theatergruppe für Studenten in Hamburg. Mehrere Theaterstücke übersetzt sie aus dem Russischen in die deutsche Sprache. Das Stück »Orchester« von Viktor Slavkin bringt sie in Berlin in ihrer Übersetzung als deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne. Unter Karl Friedrich spielt sie die Ida Klapproth in »Pension Schöller« und die Bianca in »Othello« in einer Inszenierung von Corinna Bethge. Torsten Bischof inszeniert mit ihr Kredit von Jan Neumann in der Uraufführung in München, wo sie diverse Rollen spielt (Anna, Paul, Fritz). In Berlin arbeitet sie zusammen mit »Die Vokalistinnen« als Sprecherin. Anke Schüler verfasst Liedtexte für Chöre und Musiktheater und führt Regie. Sie ist seit langem als Sängerin tätig und singt in einer Big Band.

Anke Schüler wirkte an zahlreichen Hörspielproduktionen mit für den SWR, ORB, RBB, WDR, so z. B. in »Der neue Gott, der mit 1.000.000 Zungen redet« nach H. H. Jahnns Romanfragment »Perrudja« in der Regie von Ronald Steckel. Für den Sender Radio Fritz spricht sie mit Rosa Angela Enskat Sketche von Jürgen Kuttner und Stefan Schwarz. Sie lebt in Berlin mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

Foto: (c) Mathias Bothor