West-Eastern Divan Orchestra

Seit mehr als 10 Jahren ist das West-Eastern Divan Orchestra eine feste Größe in der internationalen Musikwelt. 1999 rief Daniel Barenboim, gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said, ein Orchester ins Leben mit dem Ziel ...

Seit mehr als 10 Jahren ist das West-Eastern Divan Orchestra eine feste Größe in der internationalen Musikwelt. 1999 rief Daniel Barenboim, gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said, ein Orchester ins Leben mit dem Ziel, den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens durch die Erfahrungen gemeinsamen Musizierens und des Zusammenlebens zu ermöglichen. Sie benannten Orchester und Workshop nach Johann Wolfgang von Goethes Sammlung von Gedichten »West-östlicher Divan«, einem zentralen Werk für die Entwicklung des Begriffs der Weltkultur.

Die ersten Arbeitsphasen fanden in Weimar und Chicago statt, im Jahre 2002 konnte Sevilla als fester Sitz des Orchesters gewonnen werden, wo es großzügige Unterstützung vonseiten der andalusischen Regierung (Junta de Andalucía) erhält. Das Orchester besteht zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern sowie einigen Spaniern. Die Musiker kommen jeden Sommer zu Probenphasen, angereichert mit Vorträgen und Diskussionen, in Andalusien zusammen, bevor sie auf eine internationale Konzerttournee gehen.

In den Jahren seines Bestehens hat das Projekt immer wieder belegt, dass Musik vermeintlich unüberwindbare Barrieren abbauen kann. Der einzige politische Aspekt der Arbeit des West-Eastern Divan Orchestra ist die Überzeugung, dass es keine militärische Lösung des Nahostkonfliktes geben kann und das die Schicksale von Israelis und Palästinensern untrennbar miteinander verbunden sind. Durch seine schiere Existenz beweist das West-Eastern Divan Orchestra, dass es möglich ist, Menschen zum gegenseitigen Zuhören zu bewegen.

Musik allein kann selbstverständlich nicht den arabisch-israelischen Konflikt lösen. Jedoch gibt sie dem Einzelnen das Recht und die Verpflichtung, sich vollständig auszudrücken und dabei dem Nachbarn Gehör zu schenken. Auf den Prinzipien von Gleichheit, Kooperation und Gerechtigkeit für alle beruhend, stellt das Orchester ein Alternativmodell zur derzeitigen Situation im Nahen Osten dar.

Bisherige Konzerte führten das West-Eastern Divan Orchestra unter anderem in die Berliner Philharmonie, das Teatro alla Scala in Mailand, den Musikverein in Wien, die Carnegie Hall in New York, das Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau, das Hagia Eirene Museum in Istanbul, den Salle Pleyel in Paris, den Plaza Mayor in Madrid und das Teatro Colón in Buenos Aires sowie in die Generalversammlung der Vereinten Nationen anlässlich der Verabschiedung des Generalsekretärs Kofi Annan am 18. Dezember 2006 in New York. Zudem ist das Orchester regelmäßiger Gast bei den BBC Proms und den Salzburger Festspielen.

Das West-Eastern Divan Orchestra hat zahlreiche CDs und DVDs eingespielt, z.B. Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5, Verdis Ouvertüre aus La Forza del Destino und der Valse Triste von Sibelius (2004), Beethovens Sinfonie Nr. 9 (2006) oder das symbolträchtige Konzert im Kulturpalast von Ramallah (2005). 2011 erschien eine Aufnahme von Schönbergs Variationen für Orchester op. 31 und Tschaikowskys Symphonie Nr. 6 sowie eine DVD mit Mozarts Sinfonia Concertante / Beethovens Leonoren Ouvertüre und Schönbergs Variationen für Orchester op. 31 / Tschaikowskys Symphonie Nr. 6. Die Dokumentation »Knowledge is the beginning« von Paul Smaczny wurde mehrfach international ausgezeichnet, so mit einem Emmy Award im Jahr 2006.

Im Jahr 2012 legte das Orchester seinen Fokus auf einen Zyklus aller Sinfonien Ludwig van Beethovens. Begleitend dazu ist im Mai 2012 eine Gesamtaufnahme der Sinfonien bei Decca Classics erschienen. Die Sommer-Tour im Juli brachte die Musiker in zahlreiche europäische Städte. Highlights waren die Fortsetzung des überaus erfolgreichen Open-Air Konzerts in der Waldbühne Berlin (mehr Informationen unter www.waldbuehnenkonzert.de) und eine Aufführung aller Beethoven-Sinfonien in der Royal Albert Hall als Teil der BBC Proms.

Unterstützen Sie das WEDO

Einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Finanzierung des West-Eastern Divan Orchestra leistet unser loyales Publikum: alle Einnahmen der Orchestertourneen dienen zur Verwirklichung unserer Vision.

Zudem sind das Orchester und die von ihm unterstützten Projekte auf die großzügige Unterstützung von Einzelpersonen und Unternehmen angewiesen, um auch weiterhin ihre Aktivitäten und Stipendien ermöglichen zu können. Auch Sie können mit Ihrer Spende einen großen Beitrag leisten.
Spenden für das West-Eastern Divan Orchestra über die Daniel Barenboim Stiftung können online, via Überweisung oder per Scheck möglich und sind in Deutschland steuerabzugsfähig. Über unsere Partnerstiftungen in Spanien, den USA und Großbritannien sind Steuerabzüge auch in anderen Ländern möglich. Bitte vergleichen Sie hierzu unsere Internetseite (www.daniel-barenboim-stiftung.org).

Alle Spenden finanzieren die Arbeits- und Tourneephasen des Orchesters, aber auch verschiedene musikpädagogische Projekte, vorwiegend in Nahen Osten. Im Oktober 2004 wurde – in Kooperation mit der palästinensischen Organisation Medical Relief - der Edward Said Kindergarten in Ramallah eröffnet. Instrumental- und Gesangsunterricht wird unabhängig vom sozialen Hintergrund im Barenboim-Said Centre in Ramallah und von unseren Partnerorganisationen in Nazareth und Jaffa erteilt. Bereits seit 2003 ist die Veranstaltung öffentlicher Konzerte in Palästina ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Im Rahmen dieses Programms traten bereits so international renommierte Künstler wie Daniel Barenboim, Andras Schiff, Elisabeth Leonskaja und Emmanuel Pahud auf, ebenso wie viele unserer Lehrer, Mitglieder des West-Eastern Divan Orchestra und natürlich auch unsere Musikschüler.

Ein spannendes neues Projekt ist die Gründung der Barenboim-Said Academy in Berlin als feste Basis für alle Barenboim-Said-Projekte. Die Eröffnung ist für 2015 geplant.