Staatskapelle Berlin

  • Portrait

    Die Staatskapelle Berlin gehört mit ihrer seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Tradition zu den ältesten Orchestern der Welt. Von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg als Hofkapelle gegründet, wird sie in einer Kapellordnung von 1570 erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst als kurbrandenburgische Hofkapelle ausschließlich dem musikalischen Dienst bei Hof verpflichtet, erhielt das Ensemble mit der Gründung der Königlichen Hofoper 1742 durch Friedrich den Großen einen erweiterten Wirkungskreis. Seit dieser Zeit ist sie dem Opernhaus Unter den Linden fest verbunden.

    Bedeutende Musikerpersönlichkeiten leiteten den Opernbetrieb sowie die seit 1842 regulär stattfindenden Konzertreihen des Orchesters: Mit Gaspare Spontini, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Felix von Weingartner, Richard Strauss, Erich Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Franz Konwitschny und Otmar Suitner sind nur einige Dirigenten genannt, welche die instrumentale und interpretatorische Kultur der Staatskapelle Berlin entscheidend prägten.

    Die Werke Richard Wagners, der die »Königlich Preußische Hofkapelle« 1844 bei der Erstaufführung seines »Fliegenden Holländers« und 1876 bei der Vorbereitung der Berliner Premiere von »Tristan und Isolde« selbst leitete, bilden seit dieser Zeit eine der Säulen des Repertoires der Lindenoper und ihrem Orchester.

    Seit 1992 steht Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor an der Spitze des Klangkörpers. Im Jahre 2000 wurde er vom Orchester zum Dirigenten auf Lebenszeit gewählt. In jährlich acht Abonnementkonzerten in der Philharmonie und im Konzerthaus sowie mit einer Reihe von weiteren Sinfoniekonzerten nimmt die Staatskapelle einen zentralen Platz im Berliner Musikleben ein.

    Bei zahlreichen Gastspielen, welche die Staatskapelle in die großen europäischen Musikzentren, nach Israel, Japan und China sowie nach Nord- und Südamerika führten, hat sich die internationale Spitzenstellung des Ensembles wiederholt bewiesen. Die Darbietung sämtlicher Sinfonien und Klavierkonzerte von Beethoven u. a. in Wien, Paris, London, New York und Tokyo sowie die Zyklen der Sinfonien von Schumann und Brahms, der zehnteilige Zyklus mit allen großen Bühnenwerken Richard Wagners anlässlich der Staatsopern-FESTTAGE 2002 und die dreimalige Aufführung von Wagners »Ring des Nibelungen« in Japan 2002 gehörten hierbei zu den herausragenden Ereignissen. Im Rahmen der FESTTAGE 2007 erklangen in der Berliner Philharmonie Sinfonien und Orchesterlieder Gustav Mahlers unter der Stabführung von Daniel Barenboim und Pierre Boulez. Dieser zehnteilige Zyklus gelangte in der Spielzeit 2008/09 auch im Musikverein Wien sowie in der New Yorker Carnegie Hall zur Aufführung. Im Jahr 2010 konzertierten die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim vor ausverkauften Häusern in London, Birmingham, Paris, Essen, Düsseldorf, Madrid und Granada. Zu Beginn des Jahres 2011 gastierte die Staatskapelle in Abu Dhabi und gab als erstes ausländisches Orchester ein Konzert im neu eröffneten Opera House in Doha (Dirigent und Solist: Daniel Barenboim), gefolgt von Konzerten in Wien und Paris. Eine Vielzahl weiterer Konzerte führten die Staatskapelle und Daniel Barenboim 2011/12 nach Essen, Baden-Baden, London, Bukarest, Luzern, München, Hamburg, Köln, Paris, Madrid, Barcelona und Genf. Den Abschluss bildete ein neunteiliger Bruckner-Zyklus im Wiener Musikverein im Juni 2012. Im Juli 2013 präsentierten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin eine gefeierte konzertante Darbietung von Wagners »Ring des Nibelungen« anlässlich der »Proms« in der Londoner Royal Albert Hall.

    In der Saison 2013/14 wird die Staatskapelle Berlin u. a in Bukarest, St. Petersburg, Moskau, Wien, Mailand, Paris, Istanbul, Yerevan, Madrid und Barcelona gastieren.

    Die Staatskapelle Berlin wurde 2000, 2004, 2005, 2006 und 2008 von der Zeitschrift Opernwelt zum »Orchester des Jahres« gewählt, 2003 erhielt sie den Furtwängler-Preis. Eine ständig wachsende Zahl von Schallplatten- und CD-Aufnahmen, sowohl im Opern- als auch im sinfonischen Repertoire, dokumentiert die Arbeit des Orchesters. Dabei wurde die Einspielung sämtlicher Beethoven-Sinfonien 2002 mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet, während die Produktion von Wagners »Tannhäuser« 2003 mit einem Grammy und die Live-Aufnahme von Mahlers 9. Sinfonie 2007 mit einem Echo-Preis bedacht wurden. Zudem erschien eine DVD-Produktion der fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens mit Daniel Barenboim als Solist und Dirigent. In jüngster Zeit wurden Einspielungen von mehreren Bruckner-Sinfonien (auf CD und DVD), den Klavierkonzerten von Chopin und Liszt sowie den Violoncellokonzerten von Elgar und Carter veröffentlicht.

    In der 1997 gegründeten Orchesterakademie erhalten junge Instrumentalisten Gelegenheit, Berufserfahrungen in Oper und Konzert zu sammeln; Mitglieder der Staatskapelle sind hierbei als Mentoren aktiv. Darüber hinaus engagieren sich viele Musiker ehrenamtlich im 2005 auf Initiative Daniel Barenboims gegründeten Musikkindergarten Berlin. Im Rahmen der von den Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle 2010 ins Leben gerufenen Stiftung NaturTon e.V. fanden bereits mehrere Konzerte mit namhaften Künstlern statt, deren Erlös internationalen Umweltprojekten zugute kam.

    Neben ihrer Mitwirkung bei Opernaufführungen und in den großen Sinfoniekonzerten widmen sich zahlreiche Instrumentalisten auch der Arbeit in Kammermusikformationen sowie im Ensemble »Preußens Hofmusik«, das sich in seinen Projekten vor allem der Berliner Musiktradition des 18. Jahrhunderts zuwendet. In mehreren Konzertreihen ist diese facettenreiche musikalische Tätigkeit an verschiedenen Spielstätten zu erleben.

  • Chronik

    Eintauchen in Jahrhunderte Musikgeschichte
    Mit ihrer seit 1570 bestehenden Tradition gehört die Staatskapelle Berlin zu einem der ältesten Orchester weltweit. Zunächst war sie ausschließlich der Musik zu Hofe verpflichtet. Als Friedrich der Große 1742 jedoch die Königliche Hofoper, die heutige Staatsoper, gründete und mit der Kapelle zusammenführte, erweiterte sich der Wirkungskreis und die Erfolgsgeschichte begann.

    Der besondere, dunkle und warme Klang der Staatskapelle, den Kenner rühmen, ist aus der langen Tradition gewachsen; die größten Dirigenten ihrer Zeit prägten die instrumentale und interpretatorische Kultur des Orchesters. Die Staatskapelle Berlin ist ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Profils der Staatsoper: Sie trägt den Großteil der Opern- und Ballettaufführungen und führt in eigenständigen Konzertreihen große sinfonische Werke von der Klassik, Romantik und klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Musik inklusive Uraufführungen auf, außerdem ein breites stilistisches Spektrum von Kammermusik. Seit 1992 leitet Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor die Staatskapelle Berlin.



    Zeittafel:

    1570
    Kurfürst Joachim II. von Brandenburg legt die erste Kapellordnung für die kurbrandenburgische Hofkapelle fest.

    1572
    Johannes Wesalius wird als erster Hofkapellmeister dokumentiert. Bis zu seinem Tod im Jahre 1582 übt er dieses Amt aus.

    1608
    Der Komponist und Meister des evangelischen Kirchenliedes Johannes Eccard (1553-1611) wird am 4. Juli zum kurfürstlichen Hofkapellmeister nach Berlin berufen. Das Orchester besteht nun aus 24 Sängern und 18 Instrumentalisten. Sein Nachfolger, Nikolaus Zangius, der die Hofkapelle von 1612 bis 1618 leitet, erhöht die Zahl der Musiker.

    1616
    Am 1. März werden zwei Florentiner Kastraten Bernardo Pasquino Grassi und Giovanni Angelo Maglio - Monteverdi´s erster »Orfeo« (1607) - in Berlin für 360 Thaler pro Kopf und Jahr engagiert.

    1619
    Am 14. Februar übernimmt William Brade (1560 - 1630), ein bekannter englischer Gambist, das Amt des Hofkapellmeisters für ein Jahr. Unter der Leitung seines Nachfolgers und Landsmannes Walter Rowe führt der 30jährige Krieg zwar zur Reduzierung, nicht aber zur Auflösung des Orchesters.

    1680
    Nach jahrelangen Disputen zur Entlohnung der Musiker werden diese nun nicht nur rückwirkend mit einem Gehalt bezahlt, sondern erhalten auch eine frühe Form von Krankenversicherung. Von nun an dürfen sie sich »Cammer-Musicanten« nennen.

    1681
    Johann Christoph Pepusch (1667-1752), später in London Konkurrent Händels und Komponist der »Beggar´s Opera« (1728) wird Mitglied der Hofkapelle. 1698 flieht er aus preußischem Dienst über die Niederlande nach England.

    1684
    Ein für Theateraufführungen vorgesehener Saal wird im Berliner Stadtschloss gebaut. Das Orchester, geleitet von Carl Friedrich Rieck, nimmt an den ersten Opernaufführungen in Berlin teil.

    1701
    Bei der Krönung von Kurfürst Friedrich als »König Friedrich I. in Preußen« umfasst die Berliner Hofkapelle 30 Musiker und Sänger, einschließlich berühmte Instrumentalisten wie Attilio Ariosti, Giovanni Bononcini, Ruggiero Fedeli and Jean Baptist Volumier.

    1702
    Der italienische Komponist Giovanni Battista Bononcini schreibt die Oper »Polifemo« für den preußischen Hof.

    1713
    Nach seiner Krönung löst Friedrich Wilhelm I. die Hofkapelle auf und lässt Johann Gottfried Pepusch, den jüngeren Bruder von Johann Christoph Pepusch, ein kammermusikalisches Ensemble zusammenstellen, das sich aus Militärmusikern der Potsdamer Garnison zusammensetzt.

    1732
    Kronprinz Friedrich (später Friedrich II.) gründet ein neues Hoforchester für seine Residenzen in Ruppin (1732-1736) und Rheinsberg (1736-1740), das wichtige Musiker engagiert, so beispielsweise die Brüder Carl Heinrich (1701-1759) und Johann Gottlieb Graun (1699-1771), František (1709-1786) und Jiri Benda (1715-1752).

    1738
    Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) wird als Cembalist in die Hofkapelle aufgenommen.

    1740
    Am 31. Mai besteigt Friedrich II. den preußischen Thron; er beauftragt Georg Wenzeslaus Knobelsdorff, ein Opernhaus in der Allee Unter den Linden zu errichten.

    1741
    Das Rheinsberger Orchester wird zur »Königlichen Kapelle« am Hof in Berlin.

    1742
    Am 7. Dezember eröffnet die Königliche Kapelle die baulich noch nicht vollendete Lindenoper mit der Oper »Cleopatra e Caesare« von Carl Heinrich Graun unter der Leitung des Komponisten. Neben den Brüdern Graun, den Bendas und Carl Philipp Emanuel Bach finden sich im Orchester bedeutende Instrumentalisten wie Ludwig Christian Hesse, Johann Gottlieb Janitsch, Friedrich Wilhelm Riedt, Johann Heinrich Rolle, Christoph Schaffrath und Christian Schale. Die Hofkonzerte leitet Johann Joachim Quantz (1697-1773).

    1743
    Bis September wird die Lindenoper fertiggestellt; am 10. Oktober, nach einer Aufführung von Johann Adolf Hasses »La clemenza di Tito«, findet die erste Redoute im Opernhaus statt.

    1755
    Graun´s Oratorium »Der Tod Jesu« wird uraufgeführt von der »Musikausübenden Gesellschaft« sowie Mitgliedern der Hofkapelle. Mehr und mehr prägen die Orchestermitglieder auch das Bild des Berliner Konzertlebens außerhalb des Hofes.

    1759
    Nach Grauns Tod am 8. August übernimmt der Bach-Schüler Johann Friedrich Agricola (1720-1774) die musikalische Leitung der Hofkapelle.

    1775
    Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) wird Hofkapellmeister

    1783
    Am 11. März leitet Reichardt im Saal des Hotels Paris das erste seiner »Concerts spirituels«, die er nach Pariser Vorbild und den neu initiierten Konzerten des Leipziger Gewandhauses in Berlin einführt. Diese Konzertserie existiert zunächst jedoch nur bis 1784.

    1786
    Händels »Messias« wird im Berliner Dom mit Mitgliedern der Hofkapelle und zahlreichen Laiensängern unter der Leitung von Johann Adam Hiller aufgeführt.

    1788
    Am 11. Januar wird die Lindenoper nach einem von Friedrich Wilhelm II. angeordneten Umbau mit Reichardts Oper »Andromeda« wiedereröffnet.

    1789
    Carl Ditters von Dittersdorf leitet die Aufführungen von zwei seiner Sinfonien und führt am 5. August sein Oratorium »Hiob« in der Lindenoper auf. Zum ersten Mal und zunächst einmalig werden dabei Eintrittsgelder erhoben.

    1794
    Reichardt wird aufgrund seiner Sympathien für die Französische Revolution entlassen.

    1796
    Am 28. Februar gibt die Hofkapelle ein Benefizkonzert zu Gunsten von Mozarts Witwe. Er erklingen Ausschnitte aus Mozarts Opern erstmals in deutscher Sprache.

    1798
    Am 24. Januar wird in einem Konzert mit Reichardts »Brennus« erstmals eine vollständige Oper in deutscher Sprache aufgeführt.

    1799
    Haydns Oratorium »Die Schöpfung« wird von der Hofkapelle aufgeführt.

    1800
    Die Hofkapellmeister Vincenzo Righini (1756-1812) und Johann Heinrich Himmel (1765-1814) erwirken beim König die Einrichtung eines Fonds für Witwen und Waisen verstorbener Hofkapellmusiker. Am 8. Oktober leitet Carl Friedrich Zelter (1756-1832) zum Gedenken an seinen Lehrer und Vorgänger Carl Friedrich Fasch, den Gründer der Berliner Singakademie (Singe-Academie zu Berlin) die Aufführung von Mozarts Requiem.

    1806
    Nach Preußens Niederlage gegen Napoleons Truppen bei Jena und Auerstedt und der Besetzung durch französische Truppen werden keine Vorstellungen in der Hofoper mehr gegeben. Die Hofkapelle wird verkleinert, nimmt aber die Reihe der »Concerts spirituels« im Nationaltheater am Gendarmenmarkt wieder auf.

    1811
    Am 18. Juni vereinen sich die Hofoper und das Nationaltheater unter Leitung von »Generaldirektor« August Wilhelm Iffland (1759-1814) zu den »Königlichen Schauspielen«; die beiden Orchester werden ebenfalls zusammen geschlossen.

    1813
    Die »Concerts spirituels« im Nationaltheater werden unter der Leitung von Bernhard Anselm Weber (1774-1821) fortgesetzt.

    1815
    Beethovens »Fidelio« wird am 11. Oktober von der Hofkapelle in der Lindenoper aufgeführt.

    1816
    Am 29. März wird Bernhard Anselm Weber zum Ersten Kapellmeister ernannt, eine Position, um die sich Meyerbeer, E.T.A. Hoffmann und Spohr vergeblich beworben hatten. Der königliche Konzertmeister Carl Moeser leitet Sinfoniekonzerte (bis 1842).

    1817
    Graf Carl von Brühl, »Generalintendant der königlichen Theater« und Nachfolger Ifflands, versucht vergeblich Carl Maria von Weber als Hofkapellmeister nach Berlin zu holen.

    1820
    Am 6. Juni beruft der König Gasparo Spontini (1774-1851), ehemals Hofkapellmeister Napoleons, zum ersten preußischen »General-Musik-Director«. Bis 1841 bleibt er in diesem Amt. Spontini erhöht die Zahl der Orchestermitglieder auf 94 und kann die Qualität des Orchesters erheblich steigern.

    1821
    Am 18. Juni wird Webers »Der Freischütz«, inszeniert von Karl von Brühl, im neu erbauten Schinkelschen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt uraufgeführt. Eine Woche später spielt Weber sein »Konzertstück« für Klavier und Orchester im Konzertsaal des Schauspielhauses.

    1825
    Am 27. April wird Beethovens 6. Sinfonie (»Pastorale«) aufgeführt. Nicoló Paganini gastiert bei der Hofkapelle in mehreren Konzerten.

    1826
    Spontini leitet eine Konzertserie zum Bußtag zur Unterstützung des von ihm gegründeten »Spontini-Fond« für in Not geratene Kapellmitglieder. Am 27. November wird die 9. Sinfonie Beethovens unter der Leitung von Carl Möser uraufgeführt. Möser initiiert die kontinuierliche Beethovenpflege der Hofkapelle.

    1829
    Am 15. März nehmen Mitglieder der königlichen Hofkapelle mit der Singakademie an der Wiederaufführung der »Matthäuspassion« von Johann Sebastian Bach teil. Die Aufführung findet unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) im Saal der Singakademie (heute das Gebäude des Maxim-Gorki-Theaters) statt.

    1832/1833
    Mendelssohn Bartholdy dirigiert mehrere Benefizkonzerte. Im Konzert am 15. November 1832 wird dabei seine »Reformationssinfonie« uraufgeführt.

    1833
    Am 24. Mai spielt die Hofkapelle die Uraufführung der Oper »Hans Heiling« von Heinrich Marschner.

    1842
    Spontini wird wegen angeblicher Majestätsbeleidigung entlassen; am 11. Juni wird Giacomo Meyerbeer (1791-1864) neuer Generalmusikdirektor. Am 14. November findet die erste »Symphonie-Soiree« statt, die den Beginn einer regelmäßigen Abonnementkonzertreihe bildet. Die Konzerte werden zuerst im Saal des Jagorschen Restaurants gegeben, bis 1845 dann in der Singakademie, danach bis 1858 im Saal des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt und zuletzt bis 1890 im heutigen Apollosaal des Operngebäudes.

    1843
    Franz Liszt gibt am 18. Januar ein Benefizkonzert für bedürftige Musiker. In der Nacht vom 18. zum 19. August brennt das Opernhaus bis auf die Grundmauern ab. Carl Ferdinand Langhaus wird mit dem sofortigen Wiederaufbau beauftragt. Am 24. November übernimmt Mendelssohn Bartholdy die Leitung der meisten der Soiree-Konzerte für ein Jahr.

    1844
    Am 7. Januar dirigiert Richard Wagner die Berliner Erstaufführung seines »Fliegenden Holländers«. Am 31. März leitet Mendessohn Bartholdy in der Berliner Garnisionskirche eine Aufführung von Händels »Israel in Ägypten« mit 450 Mitwirkenden. Am 7. Dezember eröffnet die wieder aufgebaute Lindenoper mit der Uraufführung von Meyerbeers »Ein Feldlager in Schlesien«. Gottfried Wilhelm Taubert übernimmt die Leitung der Soirees bis 1883.

    1846
    Meyerbeer erhält am 6. Dezember unbefristeten Urlaub. Von jetzt an dirigiert er nur noch eigene Werke sowie einige Hofkonzerte in Berlin.

    1847
    Unter der Leitung des Komponisten wird Wagners »Rienzi« am 24. Oktober erstmals in Berlin gespielt

    1848
    Otto Nicolai (1810-1849) wird in Berlin Dom- und Hofkapellmeister.

    1849
    Am 9. März leitet Nicolai die Uraufführung seiner komischen Oper »Die lustigen Weiber von Windsor«.

    1856
    Nach langen Auseinandersetzungen zwischen dem seit 1851 amtierenden Generalintendanten der »Königlichen Schauspiele« Hülsen und dem Komponisten wird Wagners »Tannhäuser« am 7. Januar erstmals in Berlin gespielt.

    1857
    Als erste Oper Verdis in der Lindenoper erklingt am 24. März »Der Troubadour«.

    1875
    Robert Radecke, Hofkapellmeister von 1871 bis 1887, leitet die Aufführung des Verdi-Requiems. Von 1883 - 1886 leitet er auch die »Kapellsoirees«.

    1887
    Zur Berliner Erstaufführung von Verdis »Aida« erstrahlt das Opernhaus erstmals in elektrischen Licht.

    1888
    Joseph Sucher (1843-1908) wird Dirigent der Hofkapelle und der Lindenoper (bis 1899) und leitet zusammen mit Musikdirektor Heinrich Kahl die Sinfoniekonzerte.

    1890
    Die Konzerte der königlichen Kapelle nennen sich ab 14. April »Sinfonie-Abende« und finden nicht mehr im heutigen Apollo-Saal, sondern im großen Zuschauerraum statt.

    1892
    Felix von Weingartner (1863-1942), seit 1891 engagiert, übernimmt die »Sinfonie-Abende«. Einige der Konzerte werden von Karl Muck (1859-1940) dirigiert.

    1898
    Richard Strauss (1864-1949) übernimmt am 1. November das Amt des Ersten Hofkapellmeisters und debütiert am 5. November mit Wagners »Tristan und Isolde«. Ab 1908 als Generalmusikdirektor dirigiert er Sinfoniekonzerte sowie über 30 Opern im Jahr.

    1906
    Leo Blech (1871-1958) wird Hofkapellmeister und schließlich Generalmusikdirektor im Jahre 1913. Am 5. Dezember 1906 dirigiert Strauss die Berliner Erstaufführung seiner Oper »Salome«.

    1915
    Richard Strauss dirigiert am 5. Februar ein Sinfoniekonzert mit Schumanns 1. und Beethovens 8. Sinfonie. Max Reger leitet die Berliner Erstaufführung seiner Mozart-Variationen sowie seiner »Vaterländischen Ouvertüre«.

    1918
    Am 8. November dirigiert Strauss das letzte Sinfoniekonzert der »Königlichen Kapelle, denn nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs wird die »Hofkapelle« in »Staatskapelle« umbenannt. Strauß leitet bis 1920 weiter Sinfoniekonzerte.

    1920 -1925
    Konzerte werden dirigiert von Max von Schillings (1868-1933), 1920/22 Wilhelm Furtwängler (1886-1954), 1922/23 Hermann Abendroth (1883-1956) sowie Bruno Walter (1876-1962) und Fritz Busch (1890-1951).
    Von 1920-1924 finden zudem wichtige Berliner Erstaufführungen zeitgenössischer Werke statt, so »Die Frau ohne Schatten« von Strauss, »Die Gezeichneten« von Franz Schreker, »Turandot« und »Arlecchino« von Ferruccio Busoni, »Tosca« von Puccini oder »Zwingburg« von Ernst Krenek.

    1923
    Der neu berufene Generalmusikdirektor Erich Kleiber (1890-1956) dirigiert am 5. Dezember sein erstes Sinfoniekonzert.

    1925
    Unter der musikalischen Leitung von Kleiber wird Alban Bergs »Wozzeck« am 14. Dezember uraufgeführt.

    1928
    Béla Bartók spielt in einem von Kleiber dirigierten Sinfoniekonzert sein 2. Klavierkonzert.

    1930
    Kleiber leitet am 5. Mai die Uraufführung der Oper »Christoph Kolumbus« von Darius Milhaud.

    1931
    Nach Schließung der Kroll-Oper dirigieren Otto Klemperer (1885-1873), Alexander Zemlinsky (1871-1942) und Fritz Zweig (1893-1984) an der Lindenoper.

    1933
    Nach ihrer Machtergreifung entlassen die Nationalsozialisten viele jüdische Ensemblemitglieder und zwingen Otto Klemperer und eine Reihe von Spitzensolisten ins Exil. Im November wird Wilhelm Furtwängler als Operndirektor verpflichtet. Robert Heger (1886-1978) übernimmt das Amt des Staatskapellmeisters (bis 1945).

    1934
    Erich Kleiber leitet die Uraufführung von Bergs »Lulu«-Suite am 30. November. Der von den Nazis inszenierte Skandal veranlasst Kleiber, sein Amt als Generalmusikdirektor niederzulegen und ebenfalls Deutschland zu verlassen. Wilhelm Furtwängler setzt sich am 4. Dezember in einem Offenen Brief an den Reichspropagandaminister Goebbels für seine jüdischen Kollegen ein und legt sein Amt als Operndirektor nieder.

    1935
    Clemens Krauß (1893-1954) wird für ein Jahr Generalmusikdirektor der Lindenoper, Werner Egk (1901-83) Staatskapellmeister.

    1936
    Johannes Schüler (1894-1966) kommt als Dirigent an die Lindenoper.

    1938
    Werner Egk dirigiert die Uraufführung seiner Oper »Peer Gynt« am 24. November. Die Premiere von Mozarts »Zauberflöte« am 18. Dezember leitet Herbert von Karajan (1908-1989), der dann von 1941 bis 1945 Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden ist.

    1939
    Karajan dirigiert am 28. Januar die Uraufführung von Wagner-Régenys »Die Bürger von Calais«.

    1940
    In der alten Philharmonie dirigiert Herbert von Karajan am 21. Oktober sein erstes Sinfoniekonzert mit der Staatskapelle.

    1942
    Bei der Wiedereröffnung der 1941 bei einem Bombenangriff zerstörten Lindenoper leitet Wilhelm Furtwängler am 12. Dezember Wagners »Die Meistersänger von Nürnberg«.

    1944
    Aufgrund des von Goebbels ausgerufenen »Totalen Kriegs« wird die Staatsoper geschlossen. Als letzte Aufführung erklingt am 31. August unter Leitung von Johannes Schüler »Die Hochzeit des Figaro« von Mozart. Die Staatskapelle gibt jedoch weiterhin Sinfonie- und Opernkonzerte. Am 4. und 5. Oktober dirigiert Karajan Bruckners 8. Sinfonie, der Finalsatz entsteht dabei als erste Stereoaufnahme des Rundfunks.

    1945
    Die Lindenoper wird am 3. Februar abermals zerstört. Die Konzerte finden nunmehr im Admiralspalast und im Schauspielhaus statt. Am 18. Februar dirigiert Herbert von Karajan im Beethovensaal sein letztes Sinfoniekonzert mit der Staatskapelle.
    Am 16. Juni spielt die Staatskapelle Berlin unter Karl Schmidt im Großen Sendesaal des Berliner Funkhauses in der Masurenallee das erste große Opernkonzert der »Ehemaligen Staatsoper Berlin« nach der Kapitulation des faschistischen Deutschlands. Am 30. Juni eröffnet die »Deutsche Staatsoper Berlin« mit einem Konzert der Staatskapelle im Deutschen Theater die erste Nachkriegsspielzeit. Der Admiralspalast als neue Spielstätte bis 1955 wird am 23. August mit einem Konzert und am 8. September mit Glucks »Orpheus und Eurydike« eröffnet. Am 17. Oktober dirigiert Johannes Schüler das erste Sinfoniekonzert.

    1947
    Yehudi Menuhin musiziert mit der Staatskapelle am 2. Oktober in einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Jüdischen Gemeinde, die Leitung hat Wilhelm Furtwängler. Am 14. Oktober wird Boris Blachers Oratorium »Der Großinquisitor« in einem Sinfoniekonzert der Staatskapelle unter Johannes Schüler uraufgeführt.

    1948
    Paul Hindemiths Oper »Mathis der Maler«, dirigiert von Johannes Schüler, wird am 22. Februar erstmals in Berlin aufgeführt. Am 1. September wird Joseph Keilberth (1908-1968) als Erster Kapellmeister der Staatskapelle verpflichtet. Auch Leopold Ludwig (1908-1979) erhält einen Vertrag als Kapellmeister.

    1951
    Am 17. März findet die Uraufführung der Oper »Das Verhör des Lukullus« von Bertold Brecht und Paul Dessau statt. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil dirigiert Erich Kleiber am 17. Juni seine erste »Rosenkavalier«-Aufführung und am 22. Juni sein erstes Sinfoniekonzert mit der Staatskapelle. Er fordert den Wiederaufbau der Lindenoper und übernimmt 1953 die musikalische Leitung der Deutschen Staatsoper.

    1954
    Vom 15. März bis 23. Mai gastiert die Deutsche Staatsoper erstmals nach dem Kriege in Paris.

    1955
    In einem Offenen Brief protestiert Erich Kleiber am 15. März gegen die Entfernung der Inschrift »Fridericus Rex Apollini et Musis« am Giebel der Lindenoper und kündigt seinen Vertrag, weil er erkennen muss, dass eine »unbeeinflusste Kunstausübung in Zukunft nicht mehr möglich ist«. Am 22. April wird Franz Konwitschny (1901-1962) als geschäftsführender Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin berufen. Am 14. Juni dirigiert Hans Löwlein die letzte Vorstellung der Staatsoper im Admiralspalast: Mozarts »Die Entführung aus dem Serail«. Am 4. September wird die wiederaufgebaute Lindenoper mit Wagners »Meistersinger« von Nürnberg unter Leitung von Franz Konwitschny wiedereröffnet. Als weitere Dirigenten sind engagiert: Lovro von Matacic (1899-1983) bis 1958, Horst Stein (geb. 1928) bis 1961 und Hans Löwlein.

    1958
    Vom 9. bis 19. September reist die Staatskapelle unter Leitung von Konwitschny zu ihrem ersten Nachkriegsgastspiel nach Moskau und Leningrad.

    1959
    Unter Leitung von Walter Goehr wird am 24. August Hanns Eislers »Deutsche Sinfonie« uraufgeführt.

    1961
    Nach dem Bau der Mauer am 13. August verlassen die Westberliner Mitglieder die Staatskapelle und werden durch Musiker verschiedener Orchester aus der DDR ersetzt. Helmut Seydelmann (bis zu seinem Tod 1962), Heinz Rögner (bis 1970) und Heinz Fricke (bis 1992) werden als neue Dirigenten verpflichtet.

    1964
    Der Österreicher Otmar Suitner (geb. 1922) wird am 1. August zum neuen Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper und zum Chefdirigenten der Staatskapelle berufen, er bleibt bis 1990 im Amt.

    1965
    Am 16. Oktober wird unter Otmar Suitners Leitung Dessaus »Sinfonische Adaption des Quintetts in Es-Dur von W.A. Mozart« uraufgeführt.

    1966
    Otmar Suitner dirigiert am 15. November die Uraufführung von Paul Dessaus »Puntila« nach Brecht.

    1969
    Am 19. Dezember erlebt Dessaus Oper »Lanzelot« (Libretto: Heiner Müller) unter Leitung von Herbert Kegel ihre Uraufführung.

    1974
    Dessaus Oper »Einstein« wird am 16. Februar, dirigiert von Otmar Suitner, uraufgeführt.

    1977
    Nach einem Operngastspiel gibt die Staatskapelle unter Suitner und Michiyoshi Inoue ihre ersten Gastkonzerte in Japan.

    1979
    Die Staatskapelle beginnt mit der kontinuierlichen Produktion von Schallplatten unter Suitners Leitung. Innerhalb von zehn Jahren entstehen Aufnahmen fast der gesamten Sinfonik des 19. Jahrhunderts. Am 24. November erlebt Dessaus Oper »Leonce und Lena« ihre posthume Uraufführung unter Suitner.

    1984
    Am 3. Oktober gibt die Staatskapelle ihr erstes Konzert im wiederaufgebauten Schinkelschen Schauspielhaus.

    1989
    Im September übergibt die Staatskapelle der DDR-Regierung eine Resolution für eine »wahrhafte Demokratisierung unserer Gesellschaft«. Am 7. und 8. Oktober gastiert die Staatskapelle in der neuerbauten Pariser »Opéra Bastille«. Am 5. November gibt die Staatskapelle in der Berliner Gethsemane-Kirche ein »Konzert gegen Gewalt«, Dirigent ist Rolf Reuter. Am 9. November werde die Grenzen der DDR geöffnet: Die Mauer ist offen.
    Am 18. und 19. Dezember dirigiert Yehudi Menuhin im Großen Sendesaal des SFB und in der Staatsoper Konzerte der Staatskapelle »Für den Wiederaufbau verfallener Stadtzentren in der DDR«.

    1990
    Am 3. Oktober tritt die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Vom 15. Oktober bis 6. Dezember findet das elfte und bis dahin umfangreichste Gastspiel der Staatsoper in Japan statt.

    1991
    Am 30. Dezember unterzeichnet Daniel Barenboim seinen Vertrag als Künstlerischer Leiter und GMD der Staatsoper Unter den Linden, Georg Quander wird Intendant. Am gleichen Tag gibt Daniel Barenboim sein erstes Konzert mit der Staatskapelle mit Beethovens 9. Sinfonie.

    1992
    Als seine erste Opernpremiere an der Staatsoper Unter den Linden dirigiert Daniel Barenboim am 25. Oktober Wagners »Parsifal«.

    1993
    Wagners »Walküre« am 12. Dezember steht am Anfang einer Neuproduktion des »Ring des Nibelungen« unter dem Dirigat von Barenboim. Am 5. November 1994 folgt »Siegfried«.

    1995
    Die Staatsoper Unter den Linden gastiert unter Barenboims Leitung vom 19. bis 29. April mit Beethovens »Fidelio« sowie mit Beethoven-Konzerten im Pariser Théâtre du Châtelet.

    1996
    Vom 31. März bis 8. April finden zum ersten Mal die jährlich zur Osterzeit anberaumten FESTTAGE statt. Bei den ersten FESTTAGEN wird Wagners »Ring des Nibelungen« in der Neuinszenierung von Harry Kupfer mit Daniel Barenboim am Pult erstmals zyklisch aufgeführt.

    1997
    Am 23. Februar wird Alban Bergs »Lulu« zum ersten Mal an der Staatsoper gespielt. Am 25. Mai wird »Tanzstunden – ein Ballett-Triptychon« von Hans Werner Henze uraufgeführt. Am 2. Oktober wird bei der Staatskapelle eine »Orchester-Akademie« gegründet, die der Nachwuchsausbildung dient.

    1998
    Claudio Abbado dirigiert die Premiere von »Falstaff« am 15. Februar und gibt damit sein Debüt am Pult der Staatskapelle.

    1999
    Im August findet der von Daniel Barenboim gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said ins Leben gerufene »West-Eastern Divan Workshop« zum ersten Mal in Weimar statt. Er führt junge Musiker aus Israel und den arabischen Ländern zum Musizieren zusammen. Viele Musiker der Staatskapelle Berlin wirken seitdem als Mentoren an diesem Projekt mit. Am 16. September leitet Daniel Barenboim die Berliner Erstaufführung von Arnold Schönbergs »Von heute auf morgen« und die Uraufführung von Elliott Carters »What next?«. Mit der Spielzeit 1999 | 2000 wird Michael Gielen Principal Guest Conductor.

    2000
    »Robert le Diable« von Giacomo Meyerbeer wird am 11. März nach der kritischen Neuausgabe unter der Leitung von Marc Minkowski erstaufgeführt. Am 18. april wird »The last Supper« von Harrison Birtwistle uraufgeführt. Vom 9. bis 24. mai führt Daniel Barenboim als Dirigent und Solist mit der Staatskapelle den kompletten Zyklus aller Sinfonien und Klavierkonzerte Beethovens im Großen Musikvereinssaal Wien sowie im Konzerthaus Berlin auf. Am 9. November spielt die Staatskapelle unter Leitung von Daniel
    Barenboim bei der Demonstration »Für Menschlichkeit und Toleranz« ein Konzert am Brandenburger Tor. Vom 10. bis 17. Dezember gastiert die Staatskapelle in den USA, unter anderem mit der Aufführung des Beethovenzyklus in der New Yorker Carnegie Hall. Im Herbst des Jahres wird Daniel Barenboim von der Staatskapelle zum Dirigenten auf Lebenszeit gewählt.

    2001
    Am 8. April, zum Beginn der FESTTAGE 2001, wird mit der Premiere des »Fliegenden Holländers« von Richard Wagner der zehnteilige Wagner-Zyklus in der Zusammenarbeit von Daniel Barenboim als Dirigent, Harry Kupfer als Regisseur und Hans Schavernoch als Bühnenbildner abgeschlossen. Vom 4. bis 8. Juli gibt die Staatskapelle ein Gastspiel in Jerusalem. Nach dem 3. Konzert dirigiert Barenboim als Zugabe nach heftigen Diskussionen mit einem Teil des Publikums das Vorspiel von Wagners »Tristan und Isolde«. Am 16. September spielt die Staatskapelle Berlin, das Berliner Philharmonische Orchester sowie das Orchester der Deutschen Oper Berlin ein gemeinsames Konzert in der Philharmonie unter dem Motto »In Friendship and Solidarity« als Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls mit den Opfern der Anschläge vom 11. September in den U.S.A.

    2002
    Vom 2. Januar bis 15. Februar findet erneut ein Gastspiel der Staatsoper in Japan mit Aufführungen des »Ring des Nibelungen« und Sinfoniekonzerten in Tokio und Yokohama statt. Im Rahmen der FESTTAGE 2002 werden die zehn Hauptwerke Richard Wagners in zwei Zyklen aufgeführt.
    Daniel Barenboim und Edward Said werden im spanischen Oviedo für ihre Friedensbemühungen mit dem Preis »Príncipe de Asturias« in der Sparte Völkerverständigung ausgezeichnet. Im November desselben Jahres erhält Daniel Barenboim den »Toleranzpreis« der Evangelischen Akademie Tutzing sowie das »Große Verdienstkreuz mit Stern« der Bundesrepublik Deutschland.
    Mit Beginn der Spielzeit 2002 | 2003 tritt Peter Mussbach sein Amt als Intendant der Staatsoper Unter den Linden an.

    2003
    Im Februar wird Daniel Barenboim gemeinsam mit der Staatskapelle und dem Staatsopernchor für die Einspielung von Wagners Oper »Tannhäuser« ein Grammy verliehen. Im März 2003 werden er und die Staatskapelle mit dem Wilhelm-Furtwängler-Preis geehrt.

    2004
    Im Januar spielt die Staatskapelle unter Barenboims Leitung einen Zyklus mit Schumann-Sinfonien bei Gastspielen in Chicago und New York. Im März wird Daniel Barenboim für seine Versöhnungsarbeit im Nahen Osten vom Deutschen Koordinierungsrat mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt. Im Mai 2004 erhält er den von der israelischen Wolf Foundation gestifteten Preis für die Künste in der Knesset in Jerusalem. Am 14. Oktober findet die Uraufführung des Musiktheaterprojekts »Takemitsu My Way of Life« von Toru Takemitsu unter dem Dirigat von Kent Nagano und in der Inszenierung von Peter Mussbach statt.

    2005
    Die FESTTAGE 2005 finden unter dem Motto »Hommage à Pierre Boulez« anlässlich seines 80. Geburtstages vom 19. bis 28. März in der Philharmonie und dem Opernhaus statt. Am 23. Juni wird Hans Zenders Oper »Chief Joseph« unter der musikalischen Leitung von Johannes Kalitzke und in der Inszenierung von Peter Mussbach uraufgeführt. Im Juni/Juli spielt Daniel Barenboim alle Klaviersonaten Beethovens in einer Serie von acht Konzerten. Die Staatskapelle wird wie bereits 2000 und 2004 nun zum dritten Mal von der Zeitschrift Opernwelt zum »Orchester des Jahres« gewählt.

    2006
    Eine Konzertserie zum 250. Geburtstag von W. A. Mozart findet vom 7. Dezember 2005 bis zum 27. Januar 2006 statt. Neben einer ausgedehnten USA-Tournee im Februar führen Gastspielreisen die Staatskapelle im Verlauf des Jahres nach Wien, Granada, Luzern, Barcelona, Zaragoza, Madrid und Paris.
    Pascal Dusapins Oper »Faustus, The Last Night« wird am 21. Januar unter der musikalischen Leitung von Michael Boder und in der Inszenierung von Peter Mussbach uraufgeführt.
    Am 12. Mai wird Daniel Barenboim bei einem Festakt in Wien, wo er mit der Staatskapelle Gastkonzerte gibt, der internationale Ernst von Siemens Musikpreis verliehen.

    2007
    Zu den FESTTAGEN wird ein zehnteiliger Mahler-Zyklus präsentiert, bei dem alle vollendeten Sinfonien sowie ein Großteil der Orchesterlieder zur Aufführung kommen. Abwechselnd dirigieren Daniel Barenboim und Pierre Boulez.

    Daniel Barenboim geht als »Maestro Scaligero« eine enge Zusammenarbeit mit dem Teatro alla Scala di Milano ein und erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. Er veröffentlicht »La musica sveglia il tempo« (in deutscher Ausgabe »Klang ist Leben – Die Macht der Musik«).

    Daniel Barenboim wird Commandeur dans L’Ordre National de la Legion d’Honneur in Frankreich und von den Vereinten Nationen zum Friedensbotschafter ernannt. Das Format »Staatsoper für alle« wird in Kooperation mit BMW Berlin ins Leben gerufen. Eine LiveÜbertragung einer Opernvorstellung aus dem Haus Unter den Linden sowie ein Open-air-Konzert der Staatskapelle auf dem Bebelplatz begeistern zehntausende Besucher.

    2008
    Die Staatskapelle wird nach 2000, 2004, 2005 und 2006 erneut zum »Orchester des Jahres« gewählt. Daniel Barenboim veröffentlicht gemeinsam mit Patrice Chéreau das Buch »Dialoghi su musica e teatro. Tristano e Isotta«.

    Zum 100. Geburtstag von Elliott Carter spielt Daniel Barenboim unter der Leitung von Pierre Boulez die Uraufführung von Carters Interventions für Klavier und Orchester.

    2009
    Anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung der Bundesrepublik Deutschland spielt die Staatskapelle am 23. Mai unter der Leitung von Daniel Barenboim Beethovens 9. Sinfonie vor dem Brandenburger Tor. Daniel Barenboim und Pierre Boulez dirigieren in der New Yorker Carnegie Hall und im Wiener Musikverein einen zehnteiligen Mahler-Zyklus. Am 9. November treten das Orchester und sein Chefdirigent nochmals am Brandenburger Tor auf: Zur Feier des 20. Jahrestags des Mauerfalls erklingen Werke von Beethoven, Wagner, Schönberg und Goldmann.

    2010
    Zu den FESTTAGEN initiiert Daniel Barenboim erneut eine »Hommage à Pierre Boulez«; Anlass ist der 85. Geburtstag des Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin. Den Abschluss der Saison 2009/2010 bildet ein sechsteiliger Zyklus, der die Solokonzerte Beethovens mit Bruckners Sinfonien Nr. 4 bis 9 koppelt. Im Sommer folgt der Umzug der Staatsoper ins Schiller Theater, das während der Sanierung des Hauses Unter den Linden für die nächsten Jahre Spielstätte der Staatsoper sein wird. Die Kammermusikreihen finden nun im Roten Rathaus und im Bode-Museum statt.

    Mit Beginn der Spielzeit 2010/2011 übernimmt Jürgen Flimm die Intendanz der Staatsoper Unter den Linden. Die Uraufführung von Jens Joneleits Oper »Metanoia – über das denken hinaus – « zur Wiedereröffnung des Schiller Theaters am 3. Oktober wird überschattet durch den Tod Christoph Schlingensiefs, der als Regisseur vorgesehen war. Am 17. Oktober erfolgt mit der Premiere von Wagners »Das Rheingold« der Auftakt zu einer neuen »Ring«- Produktion unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und in der Regie von Guy Cassiers. Unter dem Thema »Richard Wagner und das Judentum« findet auf Initiative von Daniel Barenboim ein zweitägiges Symposion im Schiller Theater statt.

    2011/2012
    Zu Beginn des Jahres gastiert die Staatskapelle Berlin als erstes ausländisches Orchester im neu erbauten Opernhaus in Doha/Katar.

    Die österlichen FESTTAGE bringen zwei Premieren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: Auf Bergs »Wozzeck« folgt Wagners »Die Walküre«, jeweils dirigiert von Daniel Barenboim.

    Mit Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, der Berliner Philharmoniker, der Wiener Philharmoniker, des Orchestre de Paris und des Orchesters des Teatro alla Scala di Milano gibt Daniel Barenboim am 3. Mai ein Friedenskonzert in Gaza. 26 Gastspielkonzerte führen die Staatskapelle Berlin in zahlreiche Kulturmetropolen Deutschlands und Europas. Abschluss und Höhepunkt der Gastspielsaison wird ein großer Bruckner-Zyklus im Juli 2012 im traditionsreichen Wiener Musikverein sein.

  • Musiker

    Leitung

    Ehrendirigenten

    Ehrenmitglieder

    1. Violine

    2. Violine

    Bratsche

    Violoncello

    Kontrabass

    Harfe

    Flöte

    Klarinette

    Fagott

    Trompete

    Posaune

    Tuba

    Pauke

    Schlagzeug

    Orchesterinspektor / Orchesterwarte

  • Offene Stellen

    STAATSKAPELLE BERLIN

    GENERALMUSIKDIREKTOR Daniel Barenboim
    PRINCIPAL GUEST CONDUCTOR Michael Gielen

    Die Staatskapelle Berlin sucht:

    ab sofort:

    ein 1. koord. Konzertmeister
    ein Konzertmeister 2. Violine
    ein stellvertretender Stimmführer der 2. Violinen
    eine Bratsche
    ein Solo-Horn  
    eine Solo-Posaune
    eine/n 1. Schlagzeuger/in

    Orchesterstellen werden mit der Einladung bekannt gegeben.
    Vergütung nach Haustarifvertrag der Staatskapelle Berlin.

    Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen, (Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Diplomurkunde, Foto o. ä. - in Kopie, da keine Rücksendung erfolgt) an:

    Stiftung Oper in Berlin
    Staatsoper im Schiller Theater – Orchesterdirektion
    Bismarckstr. 110
    10625 Berlin

  • Kontakt

    Generalmusikdirektor  
    Daniel Barenboim  
     
    Persönliche Referentin des Generalmusikdirektors  
    Antje Werkmeister  
    a.werkmeister@staatsoper-berlin.de  
     
    Orchesterdirektorin  
    Clara Marrero  
    Tel +49 30 20354 374  
    Fax +49 30 20354 676  
    c.marrero@staatsoper-berlin.de  
     
    Orchestermanager  
    Thomas Küchler  
    Tel +49 30 20354 232  
    Fax +49 30 20354 231  
    t.kuechler@staatsoper-berlin.de  
     
    Konzertdramaturg  
    Detlef Giese  
    Tel +49 30 20354 252  
    Fax +49 30 20354 676  
    d.giese@staatsoper-berlin.de  
     
    Orchesterbüro | Orchesterakademie
    Alexandra Uhlig  
    Tel +49 30 20354 285 
    Fax +49 30 20354 231  
    a.uhlig@staatsoper-berlin.de  

    Orchesterbüro
    Amra Kötschau-Krilic
    Tel +49 30 20354 230  
    Fax +49 30 20354 231  
    a.koetschau@staatsoper-berlin.de
     
    Orchesterinspektor  
    Uwe Timptner  
    Tel +49 30 20354 233  
    Fax +49 30 20354 231  
    u.timptner@staatsoper-berlin.de  
     
    Anschrift  
    Staatsoper im Schiller Theater  
    Staatskapelle Berlin  
    Bismarckstraße 110  
    10625 Berlin