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06. März 2017

Kammerkonzert V

Ende und Beginn der Romantik

Rückwärts durch die lange musikalische Epoche der Romantik – ein Begriff, unter dem bisweilen ziemlich disparate Musikstile zusammengefasst werden. Exemplarisch für die unterschiedlichen Tendenzen der Spät- und Nachromantik stehen die Komponisten Gideon ...

Rückwärts durch die lange musikalische Epoche der Romantik – ein Begriff, unter dem bisweilen ziemlich disparate Musikstile zusammengefasst werden. Exemplarisch für die unterschiedlichen Tendenzen der Spät- und Nachromantik stehen die Komponisten Gideon Klein und Hans Pfitzner, und dies besonders in biographischer Hinsicht: Pfitzner – von der NS-Führung geschätzt, aber nur wenig aufgeführt – zog sich in den 1930er Jahren mit zunehmender Verbitterung in die innere Emigration zurück, wovon auch sein g-Moll-Sextett zeugt. Der mährisch-jüdische Gideon Klein zählt dagegen zu den direkten Opfern des Rassewahns: Er wurde neun Tage nach Vollendung seiner Partita aus dem Konzentrationslager Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, wo er im Januar 1945 umkam. Von diesen entsetzlichen menschlichen Abgründen weiß Schuberts »Forellenquintett« nichts. Sein berühmtes Klavierquintett öffnete die Tür für die damals unerhörten musikalischen Ausdruckswelten der Frühromantik.


GIDEON KLEIN
»Partita« für Streicher

HANS PFITZNER
Sextett g-Moll op. 55 für Klarinette, Violine,
Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier

FRANZ SCHUBERT
Quintett A-Dur D 667 für Violine, Viola,
Violoncello, Kontrabass und Klavier
»Forellenquintett«