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06. Oktober 2014

Tosca

Oper von Giacomo Puccini

38 Jahre stand Carl Rihas legendäre Inszenierung auf dem Spielplan der Staatsoper. Nun ist es Zeit für eine Neudeutung. Unternehmen wird sie der gefeierte lettische Schauspielregisseur Alvis Hermanis.

Daniel Barenboim dirigiert mit »Tosca« erstmals eine Puccini-Oper.

38 Jahre stand Carl Rihas legendäre Inszenierung auf dem Spielplan der Staatsoper. Nun ist es Zeit für eine Neudeutung. Unternehmen wird sie der gefeierte lettische Schauspielregisseur Alvis Hermanis.

Daniel Barenboim dirigiert mit »Tosca« erstmals eine Puccini-Oper.



    In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    ca 2:30 | inklusive 2 Pausen
    Einführungsmatinee am 28. SEP 2014

    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
    • Handlung

      1. AKT
      In der Kirche Sant’Andrea della Valle

      Cesare Angelotti, ehemaliger Konsul der Römischen Republik, jetzt Staatsgefangener, ist aus der Engelsburg in die Kirche Sant’Andrea della Valle geflohen. Seine Schwester, die Marchesa Attavanti, hat dort den Schlüssel zur Familienkapelle für ihn versteckt, wo Frauenkleider zur Fluchthilfe bereit liegen. Mario Cavaradossi, ein junger Maler, arbeitet in der Kirche an einem Bild der Maria Magdalena. Der Mesner bemerkt die große Ähnlichkeit zwischen dem Bild der Heiligen und der unbekannten Schönen, die in den vergangenen Tagen wiederholt zum Beten in die Kirche kam. Nachdem er Cavaradossi, der ihm als Freigeist ohnehin suspekt ist, seine Empörung darüber mitgeteilt hat, zieht er sich zurück.
      Angelotti tritt aus der Kapelle. Cavaradossi erkennt den ehemaligen Konsul, der sich aber sogleich wieder verstecken muss, weil Floria Tosca, Sängerin und Geliebte Cavaradossis, Einlass verlangt. Tosca meint, in Cavaradossis Gemälde eine Ähnlichkeit mit der Attavanti zu erkennen. Nur schwer gelingt es Cavaradossi, Toscas Eifersucht zu beschwichtigen. Diese bittet Cavaradossi, sie am Abend nach der Vorstellung in der Oper abzuholen und mit ihr die Nacht in seinem Landhaus zu verbringen. Cavaradossi willigt ein. Wieder allein, bietet er Angelotti seine Hilfe an. Ein Kanonenschuss ertönt von der Engelsburg: Die Flucht Angelottis wurde entdeckt. Sogleich eilt Cavaradossi mit Angelotti in sein Landhaus, wo sich Angelotti im Brunnen im Garten verstecken kann.
      Übermütig stürzen der Mesner und Ministranten in die leere Kirche. Soeben verbreitete sich die Nachricht von der Niederlage Napoleons in der Schlacht von Marengo. Durch das Erscheinen des Polizeichefs Scarpias und dessen Schergen, die auf der Suche nach Angelotti sind, wird die Freude jäh unterbrochen. Scarpias Leute finden einen Essenskorb sowie den Fächer der Attavanti. Schnell rekonstruiert Scarpia anhand der Angaben des Mesners das Geschehen. Als Tosca in die Kirche zurückkehrt, um ihre abendliche Verabredung mit Cavaradossi abzusagen, weil sie auf der königlichen Siegesfeier singen muss, gelingt es Scarpia, die Eifersucht der Diva anhand des gefundenen Fächers zu entfachen.
      Aufgebracht macht sich Tosca auf den Weg in Cavaradossis Landhaus, wo sie ihn zu zweit mit der Attavanti vermutet. Scarpia beauftragt seinen Schergen Spoletta, Tosca unauffällig zu folgen. Unter den Klängen des Te Deums steigern sich Scarpias sadistische Gelüste ins Unermessliche: Er sieht bereits den Rebellen am Galgen, die Sängerin in seinen Armen.


      2. AKT
      Arbeitszimmer Scarpias im Palazzo Farnese

      Scarpia wartet auf seine Schergen, während im Festsaal des Palazzos die Niederlage Napoleons gefeiert wird. Spoletta berichtet von der erfolg­losen Suche: Nur den Maler selbst habe man aufgespürt und wegen seines verdächtigen Benehmens verhaftet. Scarpia beauftragt den Gendarm Sciarrone, Tosca ein Billet zu übergeben, mit der Aufforderung, nach ihrem Auftritt auf der Siegesfeier zu ihm zu kommen. Gleichzeitig lässt er Cavaradossi vorführen, der sich aber weigert, den Aufenthaltsort Angelottis preiszugeben. Daraufhin lässt Scarpia den Maler in Anwesenheit der mittlerweile eingetroffenen Tosca foltern. Cavaradossi schweigt beharrlich, aber Tosca erträgt die Folter des Geliebten nicht und verrät das Versteck Angelottis. Sciarrone erscheint und meldet, dass die Nachricht vom Nachmittag falsch war: Napoleon hat doch gesiegt! Während Cavaradossi die unvorhergesehene Wendung bejubelt, befiehlt Scarpia die Hinrichtung des Malers. Gleichzeitig gibt er Tosca unmissverständlich zu verstehen, dass der Tod des Malers nur verhindert wird, wenn sie sich ihm hingibt. Ihr Flehen um Erbarmen feuern seine Obsession nur noch weiter an.
      Die Nachricht vom Freitod Angelottis und die unmittelbar bevorstehende Exekution Cavaradossis brechen schließlich jeden Widerstand Toscas. Die Diva ist bereit, Scarpias Forderungen nachzugeben. Der ordnet daraufhin in Toscas Beisein an, dass die Hinrichtung Cavaradossis am nächsten Morgen nur zum Schein, mit ungeladenen Waffen, erfolgen soll. Schließlich verlangt Tosca noch einen Passierschein für sich und Cavaradossi. Nachdem Scarpia den geforderten Schein ausgestellt hat, ergreift Tosca ein herumliegendes Messer und ersticht Scarpia.


      3. AKT
      Auf einer Plattform der Engelsburg

      Im Morgengrauen erwartet Cavaradossi seine Hinrichtung auf der Engelsburg. Verzweifelt versucht er, einen Abschiedsbrief an Tosca zu schreiben. Da erscheint sie selbst und erzählt von ihrem Mord an Scarpia und dass er, Cavaradossi, frei sein und nur zum Schein erschossen wird. Das Paar träumt von einem glücklichen Leben zu zweit.
      Die Soldaten kommen, die Hinrichtung läuft planmäßig ab. Als Tosca den Geliebten nach deren Weggang zum Aufstehen drängt, begreift sie, dass Scarpia sie betrogen hat: Cavaradossi ist tot. Man hört Stimmen. Der Mord an Scarpia wurde entdeckt. Bevor sie von Spoletta ergriffen werden kann, stürzt sich Tosca in den Tod.

    • Die Produktion »TOSCA« wird unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer der Staatsoper.