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24. Mai 2015

The Rake's ProgressKarriere eines Wüstlings

Oper von Igor Strawinsky

Die Oper handelt von der Faszination des Bösen und schildert das Leben von Tom Rakewell, einem Jungen aus der Provinz. Ursprünglich als Sittengemälde des 18. Jahrhunderts verfasst, sehen Sie hier Toms eigenen American way of life. Angeleitet vom teuflischen ...

Die Oper handelt von der Faszination des Bösen und schildert das Leben von Tom Rakewell, einem Jungen aus der Provinz. Ursprünglich als Sittengemälde des 18. Jahrhunderts verfasst, sehen Sie hier Toms eigenen American way of life. Angeleitet vom teuflischen Nick Shadow begibt er sich in die Niederungen von Lust und Laster, ruiniert seine Mitmenschen und am Ende sich selbst. ...



    In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
    3:00 h | inklusive 1 Pause
    • Handlung

      1. Akt

      Szene 1 | Auf dem Land. Bei den Truloves
      Der junge Tom Rakewell und seine Verlobte Anne Trulove versichern sich ihrer Liebe. Annes Vater macht sich Sorgen um die Zukunft des jungen Paares. Tom macht sich darüber keine Sorgen und vertraut lieber auf Fortunas Gunst. Als er seinen Wunsch ausspricht, reich werden zu wollen, erscheint der ihm bisher unbekannte Nick Shadow und verkündet Tom, dass er von einem Onkel als Erbe eingesetzt wurde. Er bietet dem erfreuten Tom seine Dienste an und drängt ihn, eilig in die Großstadt aufzubrechen, um die Formalitäten der Erbschaft zu erledigen. Seinen Lohn will er erst nach genau einem Jahr erhalten. Tom und Nick verabschieden sich. Anne und ihr Vater sind beunruhigt, da sie Toms Leichtfertigkeit kennen.

      Szene 2 | In Mother Gooses Etablissement Männer und Frauen geben sich lärmend ihren Vergnügungen hin. Unter Nicks Anleitung soll Tom in ein Leben eingeführt werden, dessen Pflicht darin besteht, den Freuden des Moments zu folgen. Als Prüfung muss Tom Definitionen von Natur, Schönheit und Vergnügen geben. Als er über die Liebe sprechen soll, kommt er ins Stocken und denkt an Anne und die »verletzte Liebe«, die ihn mit ihr verbindet. Nick kann die grüblerischen Gedanken Toms zerstreuen, und Tom verbringt die Nacht mit Mother Goose.

      Szene 3 | Vor Truloves Haus
      Da Tom seit seiner Abreise nichts mehr von sich hat hören lassen, beschließt Anne, ihm nachzureisen und ihm beizustehen.


      2. Akt

      Szene 1 | In Toms Haus
      Tom ist gelangweilt von den Vergnügungen der Stadt, kann sich jedoch nicht dazu entschließen, zu Anne zurückzukehren. Nick erscheint und fordert Tom auf, Baba the Turk – Klatschobjekt der ganzen Stadt – zu heiraten. Mit diesem Akt soll Tom der Welt beweisen, dass er Entscheidungen frei von Liebe und Konventionen treffen kann. So würde er Berühmtheit erlangen.

      Szene 2 | Vor Toms Haus
      Anne hat Toms Haus gefunden, zögert aber einzutreten. Da erscheint Tom, der Anne verlegen und berührt erkennt, sie jedoch auffordert, die Stadt möglichst schnell wieder zu verlassen. Sie sei den Gefahren, die sie hier erwarten, nicht gewachsen. Baba the Turk, die mittlerweile Tom geheiratet hat, erscheint und die Wahrheit kommt ans Licht. Verzweifelt geht Anne fort. Eine Volksmenge, die sich um Baba versammelt hat, jubelt dieser zu.

      Szene 3 | Bei Tom und Baba
      Baba redet ununterbrochen, während Tom schweigsam bleibt und auf ihre Liebesbeteuerungen nicht reagiert. Wütend beschimpft sie ihn und wirft ihm vor, dass er immer noch in Anne verliebt sei. Tom flüchtet sich in Schlaf und träumt einen von Nick vorgegaukelten Traum von einer Maschine, die aus Steinen Brot herstellen kann. Erwachend wünscht er sich, der Traum wäre wahr. Nick erscheint und erzählt Tom, dass er eben diese Maschine erfunden habe. Tom sieht sich in der Rolle des Wohltäters aller Hungernden. Nick bringt ihn dazu, mit dem Geld von Investoren die Maschine in Serie herstellen zu lassen.


      3. Akt

      Szene 1 | In Toms Haus
      Die Brotmaschine hat sich als Schwindel herausgestellt. Tom steht als Betrüger da, ist verschuldet und sein verbliebener Besitz wird versteigert. Im Getümmel der Auktion sucht Anne vergeblich nach Tom. Der Auktionator Sellem führt zügig die Versteigerung durch. Ein verhülltes Objekt stellt sich als Baba heraus, die die Menge beschimpft. Anne hat inzwischen Toms Stimme erkannt, der sich gemeinsam mit Nick auf der Straße befindet und sich über Baba lustig macht. Diese versichert Anne, dass Tom sie immer noch liebt und fordert sie auf, ihn zu retten.

      Szene 2 | Auf einem Friedhof
      Ein Jahr seit der ersten Begegnung zwischen Tom und Nick ist vergangen und dieser fordert nun als seinen Lohn die Seele Toms. Er bietet ihm allerdings ein Spiel an, bei dessen Gewinn Tom seine Seele retten kann: Gelingt es Tom, drei Karten aus einem Spiel zu erraten, ist er frei. Wider aller Logik und obwohl Nick falsch spielt, errät Tom alle drei Karten. Bevor Nick selber zur Hölle fahren muss, verflucht er Tom zu Wahnsinn.

      Szene 3 | In einem Irrenhaus
      Tom, der sich für Adonis hält, wartet auf seine Venus. Er wird von den anderen Insassen verspottet. Anne erscheint in Begleitung ihres Vaters. Tom erkennt in ihr Venus und bereut, sie verlassen zu haben. Anne tröstet ihn, wiegt ihn in Schlummer und besänftigt auch die anderen Geisteskranken, bevor sie die Anstalt verlässt. Als Tom/Adonis erwacht, beklagt er den endgültigen Verlust von Venus.

    • Pressestimmen

      „Ingo Metzmacher, dessen künstlerische Entwicklung in letzter Zeit einen geradezu stürmischen Verlauf in Reichtum, Vollendung und undogmatische Vitalität genommen hat, bietet eine Strawinsky-Lesart, die sich konsequent vom Grellen, Motorischen, Pseudobarocken verabschiedet. Der Dirigent entlockt der Staatskapelle dunkel abgründige Töne, er denkt die Musik von Brahms, Schönberg, Webern her. Das mag überraschen, aber der Reichtum an kleinteiligen Motivkombinationen in dieser Partitur gibt Metzmacher recht.“ (Süddeutsche Zeitung)

      „Alles Allegorische des Librettos erscheint in dieser Inszenierung als sehr fleischlich, selbst die Maschine, mit der der Teufel im Original Steine in Brot verwandeln kann, wird bei Regisseur Krzysztof Warlikowski zum realen Hackepeter-Wolf… Die broadwaybunte Zuspitzung des Stücks kommt an beim Premierenpublikum. Warlikowski hat aber auch ein unverschämtes Glück mit seiner Premierenbesetzung! Florian Hoffmann gibt den idealen Toy-Boy ab für Luzifer. Dieser Tom Rakewell ist ein hochattraktiver Knabe, der sich nicht nur verblüffend jungenhaft durch die Szenen bewegt, sondern seine Partie auch musikalisch ganz lässig gestaltet, mit schlankem Tenor und maximaler Textverständlichkeit. Gidon Saks geriert sich als Nick Shadow dagegen betont rampensäuisch, ein schriller Schattenmann, der definitiv keine Angst vor hässlichen Tönen hat. Anne Trulove, die Herzensreine, könnte in Gestalt der Anna Prohaska problemlos als MTV-Moderatorin arbeiten – so selbstbewusst, wie sie ihre virtuose Sopranstimme einsetzt, ist auch ihre Körpersprache.“ (Der Tagesspiegel)

      „Die Absurdität der Oper, ihr dialektisch geformter Aberwitz, zieht Krzysztof Warlikowski und Ingo Metzmacher mit der Staatskapelle Berlin magisch an. Unterhaltsam soll dieser Abend nicht sein. Er soll, und er will präzisieren, er will quälen. Das Leben ist keine Party, höchstens ein Scherz, den man richtig deuten muss. Das ist es, was Nick Shadow, den Gidon Saks fulminant verkörpert, so stark macht, was ihn abhebt von all den armen Irren. Shadow versteht den Scherz. Und er treibt ihn mit den allzu leicht zu Verführenden. Warlikowski stellt diese Mephisto-Marionetten bloß… Nicht die Wahrheit will entdeckt werden, sondern der Schein. Und das Leiden der Anderen. Deswegen sitzt der deutlich deklamierende Chor der Staatsoper auf einer Balustrade. Mal gucken, was die da unten so treiben. Randalierer, Huren, Auktionsteilnehmer…“. (Frankfurter Rundschau)

      „Anna Prohaska erweist sich als die stimmlich überragende Sängerin des Abends, obwohl die Aufführung an vokalen Überraschungen durchaus nicht spart. Die Rolle der "Türken-Baba" ist nicht mit einem Mezzosopran, sondern mit einem Counter-Tenor besetzt. Nicolas Zielinski macht als bärtige Dame darin auch stimmlich attraktive Figur. Florian Hoffman schlägt sich als immerfort knabenhafter "Wüstling" ohne Ermüdung durch die Hauptrolle: eine standfeste, brave Leistung… Und dann Gidon Saks, der baritonale Leistungssportler übermenschlicher Niedertracht. Er donnert den Part des Verführers zum Untergang mit nie erlöschendem Nachdruck hin, als würde er bei seinem Opfer immerfort auf taube Ohren stoßen.“ (Berliner Morgenpost)

      „Ganz in die Ästhetik der Clubszene getaucht erscheint die glitternde, trügerische Opern-Großstadt, bevölkert von brünftigen Gestalten im stylish-trashigen Outfit von Nachtwelt-Axolotln mit schwer zu definierender Gender-Identität… Die Staatskapelle unter der Leitung von Ingo Metzmacher steht hundertprozentig unter der Spannung der vielen Fäden, die der Maestro, mit allen zehn Fingern dirigierend, spinnt. Sein Gebärdenalphabet für fortgeschrittene Klangkörper formt ein Minidrama für sich.“ (taz)

      „Das Publikum zeigte sich von „shooting star“ Anna Prohaska begeistert. In der Rolle der Anne Truelove zeigte die 1983 geborene Prohaska mit geschmeidigem Sopran, warum sie schon jetzt als Star der internationalen Opernszene gefeiert wird. Für Dirigent Ingo Metzmacher war es fast ein Heimspiel. Vor wenigen Monaten hatte Metzmacher das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO) in Berlin verlassen. Am Freitagabend hatte er die Staatskapelle Berlin und den Chor im Griff, dirigierte präzise Strawinskys zwischen Neoklassik, Jazz und Musical angesiedelte Musik.“ (dpa)

      „Die Friedhofsszene gerät trotz des ulkigen elektronischen Cembaloklangs zum musikalischen Höhepunkt des Abends. Die Donnerstimme von Gidon Saks berauscht sich geradezu an der verzweifelten Wut des waidwunden Teufels, und Florian Hoffmann als Tom hält hier leidenschaftlich dagegen. Die Anne der Anna Prohaska lässt in den kalten Koloraturen beim Abschied vom Vater etwas Abwesendes, Traumatisiertes aufscheinen und stürzt sich ebenso entschlossen in den Wirbel der Suche nach dem Geliebten, wie sie den bizarren Sprüngen trotzt, die Strawinsky ihr vor dem Eintritt in dessen höllisches neues Zuhause aufgebürdet hat. Das Orchester bewegt sich unter Ingo Metzmachers Leitung reaktionsschnell und präzise durch die buntscheckige Partitur.“ (Berliner Zeitung)

      "Als labiler Tom Rakewell ist Florian Hoffmann tatächlich der Mittelpunkt dieser Geschichte. Sein feiner, lyrischer Tenor und sein junges Aussehen bilden ein gradioses Zusammenspiel. Es ist seine Rolle, und man versteht, warum der diabolische Verführer Warhol einen Narren an ihm gefressen hat." (Märkische Allgemeine)

    • Hintergrund

      IM GEFÄNGNIS DER OPER
      Krzysztof Warlikowski inszeniert Strawinsky
      Interview: Arnt Cobbers

      Herr Warlikowski, die Oper ist ein Gefängnis, haben Sie mal gesagt.

      Das ist auch so. Man hört dauernd: Das war schon immer so, so macht man das, so kann man es nicht machen usw. Ich komme nie dahin, wo ich das Potential einer Musik oder einer Geschichte auch nur annähernd ausschöpfen könnte, es stehen immer Mauern davor.

      Warum begeben Sie sich immer wieder in dieses Gefängnis?

      Weil es eine Herausforderung ist. Man macht etwas nicht, weil es einfach ist. Sondern weil es schwierig ist. Ich hasse es, wie Oper meist gemacht wird. Die Oper ist noch immer geprägt vom bourgeoisen Geschmack des 19. Jahrhunderts. Natürlich hat sie sich verändert nach dem Zweiten Weltkrieg, aber nicht genug. Ich habe in meinem Leben wenige gute Opernproduktionen gesehen. Ich dachte, ich kann der Oper etwas geben. Und die Oper gibt mir etwas. Das brauche ich von Zeit zu Zeit. Es ist ein großer Kampf, Oper zu inszenieren. Der bringt mich jedes Mal an meine Grenzen. Weil man es mit einem Riesenapparat zu tun hat, in dem alles zusammenpassen muss, der Dirigent, die Sänger, das Orchester, der Chor usw. Und es ist selten, dass alles passt.

      War THE RAKE’S PROGRESS Ihre Wahl?

      Ich sollte RAKE’S PROGRESS schon einmal an einem anderen Haus machen, da steckten schon zwei Jahre Vorbereitung drin, aber dann wurde nichts draus. Um so dankbarer war ich, als ich die Anfrage aus Berlin bekam. Ich liebe diese Oper. Es ist eine moderne Oper, aber sie ist auch sehr klassisch. Russisch, aber auch amerikanisch. Sie spielt nach dem Krieg, aber es ist, als habe es den Krieg nie gegeben. Es ist eine handfeste Geschichte, aber zugleich eine Metapher und ein Mythos. Was immer es ist, ist es nicht. THE RAKE’S PROGRESS ist ein sehr ungewöhnliches Werk – bis heute.

      Hatten Sie Einfluss auf die Besetzung?

      Ingo Metzmacher und ich haben sehr vieles gemeinsam besprochen und entschieden. Das gibt es selten, meist bekommt man eine Besetzung vorgesetzt. In dieser Oper steckt so vieles. Es ist eines der verlockendsten Werke überhaupt.

      Es gab berühmte Inszenierungen von Ingmar Bergman, von Ken Russell, von Peter Mussbach und Jörg Immendorf in Salzburg.

      Und gerade ist die berühmte Inszenierung von Robert Lepage, RAKE’S PROGRESS im Supermarkt, durch Europa getourt. Ich mag es, gegen Bilder anzugehen, die in den Köpfen der Zuschauer stecken. In Paris habe ich A STREETCAR NAMED DESIRE (ENDSTATION SEHNSUCHT) gemacht, und es war hart, sich gegen die Filmbilder durchzusetzen. Aber RAKE‘S PROGRESS ist auch nicht wie Verdi. An der Met hat Luc Bondy Scarpia ohne Kerzenleuchter auftreten lassen, und es gab einen Riesenaufschrei. Blasphemie! Da sind wir wieder beim Gefängnis.

      Werden die Gefängnismauern irgendwann eingerissen sein?

      Es wird immer Widerstände geben. Sonst wäre es auch nicht interessant. Grenzenlose Freiheit ist langweilig. Als ich angefangen habe, Theater zu machen, waren 30 Leute im Saal, dann wurden es 40, dann 100, dann 500. Ich versuche mich immer wieder auf meine Anfänge zu besinnen, als ich mich gegen alle Widerstände durchsetzen musste. Das mobilisiert alle Kräfte in mir.

      Kehren Sie immer wieder zum Sprechtheater zurück, weil Oper so anstrengend ist?

      Beides ist anstrengend. Aber ich brauche beides. Im Theater reduziert man die ganze Zeit. Und am Ende steht ein einziger Schauspieler auf der Bühne und redet. In der Oper beginnt man ganz woanders – und reduziert von da aus. Es sind ganz unterschiedliche Seiten ein und derselben Sache. Meine erste Erfahrung in der Oper war schrecklich. Es war eine Probe zu Don Carlos. Wir haben uns drei Stunden unterhalten. Und dann hieß es: Alles klar, jetzt proben wir. Wie um alles in der Welt sollen wir in drei Stunden irgendwohin kommen?! Aber darum ging es ihnen nicht. Sie wollten wissen, wie sehen die Kostüme aus, wie das Bühnenbild? Im Sprechtheater diskutiert man wochenlang, bevor man auf die Bühne geht. Die Oper ist solch ein Kosmos – und wir reduzieren sie auf Kostüme und Bühnenbild. Wenn ich clever bin, arbeite ich mit einem Bühnenbildner, der solche Räume baut, dass die Kritiker erschlagen sind und nur noch übers Bühnenbild schreiben. Und nicht über das Stück, von dem sie nichts verstanden haben. Es gibt so viele Paradoxa in der Oper.

      Eröffnet die Oper andere Möglichkeiten als das Sprechtheater?

      Zunächst einmal ist die Oper Teil des Theaters, das bei den Griechen mit der Formulierung ganz tiefer, existenzieller Fragen begonnen hat, etwa von Schuld, wenn der Sohn die Mutter erschlägt. Wir haben heute die Oper aus unserem wirklichen Leben verbannt. Es heißt, die Leute gingen in die Oper, um zu träumen, um in eine künstliche Welt versetzt zu werden. Ich glaube das nicht. Die Oper kann sogar tiefer wirken als das Sprechtheater. Wenn ich die Iphigenie mache, möchte ich etwas sagen über jemanden, der im Krieg geblieben ist. Wenn ich Janáčeks DIE SACHE MAKROPOULOS mache, geht es mir um die Frage der Ewigkeit. Man kann in der Oper berühren durch einfache Gesten, die im Sprechtheater oder im Film simpel oder sogar lächerlich wirken würden. Durch die Musik und das Singen sind wir in einer anderen Welt, wo man Dinge berühren und zeigen kann, wie es im Sprechtheater oder im Film nicht möglich wäre.

      Sie arbeiten zum ersten Mal in Berlin, haben Sie eine besondere Beziehung zur Stadt?

      Ich habe eine sehr spezielle Beziehung zu Berlin. Ich bin nur 100 Kilometer entfernt geboren – in Stettin. Mein Lieblingsautor ist Alfred Döblin, der auch aus Stettin kam. Er gab mir eine Berlin- Mythologie aus Vorkriegszeiten an die Hand. Wenn ich hier bin, denke ich immer an Döblin. Man spürt hier noch diese Vergangenheit, als Berlin das Herz von Mitteleuropa und ein großer Schmelztiegel war. Ich bin gern in Berlin.