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23. Juni 2015

Footfalls | Neither

»Footfalls« - Stück von Samuel Beckett | »Neither« - Oper von Morton Feldman

Erstmals trafen sich Morton Feldman, einer der originellsten und radikalsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und der irische Dramatiker Samuel Beckett 1976 im Schiller Theater. Einen Monat später schickte Beckett sein Libretto, das er in 87 Wörtern ...

Erstmals trafen sich Morton Feldman, einer der originellsten und radikalsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und der irische Dramatiker Samuel Beckett 1976 im Schiller Theater. Einen Monat später schickte Beckett sein Libretto, das er in 87 Wörtern auf eine Postkarte schrieb, an Feldman, der hierauf seine einzigartige Oper »Neither« komponierte. Becketts Theaterstück »Footfalls« erlebte in der Werkstatt des Schiller Theaters seine deutsche Erstaufführung.


In deutscher (»Footfalls«) und englischer Sprache (»Neither«)
1:15 h | keine Pause
VORWORT
Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
  • Pressestimmen

    »Ein Geniestreich von Katie Mitchell. Mit ›Footfalls / Neither‹ hat das Festival nichts Geringeres geliefert als den einsamen Höhepunkt der Berliner Opernsaison, nämlich die vollkommene Einheit von Musik und Schauspiel, und damit auch die Vision eines radikalen Musiktheaters, das alles hinter sich lässt, was wir an Konventionen und Ritualen kennen.«
    (taz vom 27. Juni 2014)

    »Die Staatskapelle unter François-Xavier Roth meisterte noch die schwierigsten Agglomerationen und Differenzierungen - verstärkt die Dunkelheit der Szenerie und umgekehrt. Diese seltsame Oper, worin Abstrakta dahinfließen wie die Abfälle auf Flüssen, versammelt sehr wohl Ausdruck. »Schatten«, »Zufluchten, deren Türen sobald nähergekommen sacht schließen«, »ungehörte Tritte«, »endlich still für immer«, »dann kein Laut«, »schwaches Licht«, »unaussprechliches Heim« - das sind einige der Wörter des Beckettschen Librettos, aus denen die Inszenierung ihre Konturen gewinnt.«
    (Neues Deutschland, 24. Juni 2014)

    »Laura Aikin verleiht in ›Neither‹ den dreieinhalb Tönen dieser Beckett-Oper so ungeahnt lyrische Empfindsamkeit, dass man an Feldmans Aversion gegen das Genre Oper nachhaltig zweifeln könnte.«
    (Die Welt am 27. Juni 2015)

    »Es ist ein Hochamt des Minimalismus, das sich hier vollzieht. Gezeichnet wird ein elegisches Bild vollkommener Ausweglosigkeit: Das Pathos des Aufstandes ist diesen neun in unterschiedlichen Intensitäten auf- und abgehenden, zu den Türen hin- und wieder wegstrebenden Mays fern. Kaum dass eine von ihnen einmal an einer geschlossenen Tür rüttelt. Es ist schrecklich schön, was Katie Mitchell uns hier zeigt. Von Morton Feldmans aus rhythmischen Ostinati und sich unmerklich wandelnden, dissonanten Klängen und Tongruppen zusammengestellter Musik geht etwas gespenstisch Fahles aus – die Staatskapelle Berlin unter François-Xavier Roth bringt diesen nicht zuletzt von der ungemein raffinierten Instrumentation ausgehenden Charakter, den Feldman selbst als ›scary‹ bezeichnete, höchst differenziert zur Geltung.«
    (Nachtkritik.de, 23. Juni 2014)