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09. Oktober 2014

Des Simplicius Simplicissimus JugendKarl Amadeus Hartmann

Bilder einer Entwicklung aus dem deutschen Schicksal | Idee und Szenarium von Hermann Scherchen nach H. J. Chr. Grimmelshausen

1934 entdeckte Karl Amadeus Hartmann auf eine Empfehlung des Dirigenten Hermann Scherchen hin Grimmelshausens Roman als Opernstoff. Die im Dreißigjährigen Krieg spielende Geschichte habe ihn, sagte er später, sofort in ihren Bann gezogen, denn »da war ...

1934 entdeckte Karl Amadeus Hartmann auf eine Empfehlung des Dirigenten Hermann Scherchen hin Grimmelshausens Roman als Opernstoff. Die im Dreißigjährigen Krieg spielende Geschichte habe ihn, sagte er später, sofort in ihren Bann gezogen, denn »da war der einzelne hilflos der Verheerung und Verwilderung einer Epoche ausgeliefert«. Hartmann erkannte darin das Schicksal der eigenen Zeit – ein Jahr zuvor hatten die Nazis die Macht ergriffen. Hartmann, damals 29, sah hellsichtig, dass dies in die Katastrophe eines neuen Krieges führen würde. Er entschied sich für die innere Emigration und komponierte fortan für die Schublade. Aber auch die sinfonischen Werke, die Hartmann nach dem Zusammenbruch des »Tausendjährigen Reichs« bis zu seinem Tod 1963 schrieb, widmen sich den dunklen Seiten menschlicher Erfahrung.



    VORWORT
    Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn