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07. Dezember 2014

Adventskonzert

Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden

Auftritt für die Jüngsten: Der Kinderchor verbreitet weihnachtliche Stimmung mit Musik vom Barock bis zur Spätromantik. Musiker der Staatskapelle Berlin sorgen für instrumentale Glanzlichter bei diesen Konzerten für die ganze Familie.

Man kann bereits ...

Auftritt für die Jüngsten: Der Kinderchor verbreitet weihnachtliche Stimmung mit Musik vom Barock bis zur Spätromantik. Musiker der Staatskapelle Berlin sorgen für instrumentale Glanzlichter bei diesen Konzerten für die ganze Familie.

Man kann bereits, von einer Tradition sprechen: Bereits zum vierten Mal gestaltet der Kinderchor der Staatsoper mit seinem Leiter Vinzenz Weissenburger im Schiller Theater ein Konzert mit Advents- und Weihnachtsmusik. In diesem Jahr werden die jungen Sängerinnen und Sänger zusammen mit dem Opernstudio und der Staatskapelle den Bogen vom Barock zur Spätromantik schlagen – von einer Bach-Kantate zu einem kleine wie große Zuhörer ansprechenden weihnachtlichen Werk für Kinderchor, Solisten und Orchester aus Frankreich.
Herz und Mund und Tat und Leben: Eine Bach-Kantate in zweierlei Gestalt

Zwischen 200 und 300 geistliche Kantaten hat Johann Sebastian Bach geschrieben, die meisten davon während seiner Amtszeit als Leipziger Thomaskantor von 1723 bis zu seinem Tod 1750. Nicht wenige von ihnen sind leider verloren gegangen, so dass man den ursprünglichen Gesamtbestand nur schätzen kann. Es existieren jedoch auch Stücke, von denen mehrere Versionen bezeugt sind. Zu ihnen zählt die Kantate 147 Herz und Mund und Tat und Leben, die als Leipziger Kantate zum Fest von Mariae Heimsuchung vom Juli 1723 überliefert ist, jedoch auf eine ältere Komposition aus Bachs Zeit als Organist und Konzertmeister in Weimar zurückgeht. Hier, an dem kleinen, aber schon damals – einige Jahrzehnte vor Goethe – durchaus kunstsinnigen thüringischen Hof hatte er ab 1714 Gelegenheit, regelmäßig Kantaten zu komponieren und zur Aufführung zu bringen. Hierbei arbeitete er vor allem mit dem Weimarer Oberkonsistorialsekretär Salomon Franck (1659-1725) zusammen, der ihm zu einer ganzen Reihe von geistlichen Kantaten die Texte lieferte. In seinen Evangelischen Sonn- und Festtages-Andachten hatte Franck seine Dichtungen zusammengestellt: Er verzichtete dabei auf den Einbezug von Bibelworten, wie es ja in Kirchenkantaten keineswegs unüblich ist, und reihte stattdessen Arientexte und Choralstrophen aneinander. Herz und Mund und Tat und Leben, geschrieben zum 4. Advent, folgt dieser Form, in Gestalt einer sechsteiligen Kantate hat Bach 1716 diesen Text vertont.

Einige Jahre später nahm sich der Komponist die Musik von damals wieder vor. 1723 war Bach zum Leipziger Thomaskantor und städtischer »Director musices« berufen worden, zuvor hatte er als Hofkapellmeister in Köthen gewirkt. Im neuen Amt in der Messe- und Universitätsstadt an der Pleiße hatte er vornehmlich instrumental begleitete Kantaten für die Gottesdienste der beiden Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai zu liefern – eine quantitaiv wie qualitativ überaus anspruchsvollen Aufgabe, der sich Bach mit bemerkenswertem Eifer und großer Energie widmete. Obwohl er in den ersten Leipziger Jahren ein schier unglaubliches Arbeitspensum bewältigte, war es ihm nicht möglich, alle Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres mit neuen Kompositionen zu bestücken. Insofern scheint es verständlich, wenn Bach sein Repertoire auffüllte, indem er auf ältere Werke zurückgriff und sie den Gegebenheiten vor Ort anpasste. So auch im Fall von Herz und Mund und Tat und Leben: Die Kantate wurde durch zusätzliche Rezitative und Choräle auf insgesamt zehn Nummern erweitert, zudem in zwei Teile separiert, zwischen denen in der liturgischen Abfolge die Predigt stand.
Musikalisch stellte Bach einmal mehr sein enormes Können unter Beweis. Bereits der Eingangschor, aus der Weimarer Fassung übernommen, ist ausgesprochen kunstvoll gearbeitet: Nicht zuletzt überzeugt er mit einer ausgefeilten kontrapunktischen Satztechnik und der organischen Verschlingung der einzelnen Vokal- und Instrumentalstimmen. Die eingesetzte Solo-Trompete verleiht diesem Chor besonderen Glanz, die beiden Oboen sorgen gemeinsam mit den Streichern und dem Continuo für ein vielfarbiges, aber immer transparent bleibendes Klangbild. Jedem der vier Solisten ist eine Arie zugedacht, wobei mal die expressive Melodik und mal die virtuose Geste überwiegt. Und dann geben schließlich noch die Choralsätze, die Bach für Leipzig neu komponiert und an den Schluss der beiden Teile gesetzt hat, der Kantate ihr besonderes Gepräge. »Wohl mir, dass ich Jesum habe« bzw. »Jesus bleibet meine Freunde«, basierend auf einem Kirchenlied aus dem mittleren 17. Jahrhundert, ist einer der wirklichen »Hits« aus Bachs Kantatenwerk. Eingebettet in einen warmen, belebten und natürlich ausschwingenden Streichersatz werden die Chorstimmen durch die Trompete im Cantus firmus unterstützt – eine Musik von anmutig-pastoralem Charakter, wie er der Stimmung von Advent und Weihnachten aufs Beste entspricht.


Die Kinder zu Bethlehem: Ein weihnachtliches Oratorium von Gabriel Pierné

Gabriel Pierné, ein Zeitgenosse Claude Debussys und Richard Strauss’, ist ein unbekannter Komponist geblieben. Dabei hatte das Œuvre des aus dem lothringischen Metz stammenden Künstlers zu Lebzeiten große Beachtung gefunden. Sechs Opern hat Pierné geschrieben, dazu mehrere Ballette, zahlreiche Lieder und Chorwerke sowie Orchester-, Klavier-, Orgel- und Kammermusik. Am bekanntesten aber sind seine Oratorien geworden, unter ihnen La Croisade des enfants (Der Kinderkreuzzug), Saint François d’Assise und Les Enfants à Bethléem (Die Kinder zu Bethlehem). In ihnen zeigt sich ein durchaus individueller Zugriff und zudem ein souveräner Umgang mit den Kräften von Vokalsolisten, Chor und Orchester.

Pierné, ausgebildet am renommierten Pariser Conservatoire, hatte schon frühzeitig als Organist und Dirigent auf sich aufmerksam machen können. Zu seinen Lehrern zählen so bekannte Persönlichkeiten wie César Franck (dessen Nachfolger als »Organist titulaire« an Sainte-Clotilde Pierné 1890 wurde), und Jules Massenet, der große französische Opernkomponist des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. 1903 übernahm Pierné eine Leitungsposition bei den »Concerts Colonne«, von 1910 bis 1933 sollte er deren Chefdirigent sein. Mit diesem Orchester realisierte er eine Reihe von viel beachteten Uraufführungen, u. a. von Werken seines Freundes Claude Debussy, von Maurice Ravel, von Igor Strawinsky (Der Feuervogel), von Paul Dukas, Gabriel Fauré, Albert Roussel, Darius Milhaud und Arthur Honegger – man kann sagen, dass Pierné einer der zentralen Gestalten im Pariser Musikleben seiner Zeit war. Auch durch Schallplattenaufnahmen wurde sein Name bewahrt, wenngleich sein Ruhm als Komponist nicht in gleichem Maße von Dauer war.

Stilistisch war Pierné ausgesprochen vielseitig – je nach Genre und Werk konnte er verschiedene Gestaltungsweisen aktivieren, vom »hohen Stil« bis ins Populäre hinein. Eine sinnfällige Verbindung dieser Ebenen ist nicht zuletzt auch in Les Enfants de Bethléem spürbar. In dem 1907 vom berühmten Concertgebouworkest Amsterdam uraufgeführten Werk für Erzähler, Solisten, Kinderchor und Orchester kam es Pierné offenbar darauf an, kompositorischen Anspruch mit einer gewissen Eingängigkeit bzw. Verständlichkeit zusammen zu bringen. Dass es ihm durchaus gelungen ist, wird an vielen Stellen deutlich: Einerseits erweist sich Pierné als ein Komponist, der dem groß besetzten Orchester eine breite Palette an Klangfarben und eine reiche harmonische Sprache abgewinnt, zum anderen sind immer wieder liedhafte Passagen einkomponiert, insbesondere natürlich in den Partien der Kindersolisten und des Kinderchors. Zitate von Weihnachtsliedern sind dies freilich nicht, sondern neu erfundene Melodien, die jedoch sehr deutlich dem Stil der »chants populaires« verpflichtet sind.

Les Enfants de Bethléem lässt den Hörer teilhaben an der Weihnachtsgeschichte, die aus der Sicht von jungen Hirten erzählt wird. Diese – gesungen vom Kinderchor – stehen im Mittelpunkt und erleben sowohl den Weihnachtsstern, der das Geschehen im Stall von Bethlehem ankündigt, als auch das Erscheinen der Könige aus dem Morgenland, die ebenfalls vom Stern zur heiligen Familie geleitet wurden. Sie alle begegnen Maria und dem Kind, dazu Ochs und Esel, die das weihnachtliche Bild komplettieren. Eine durch und durch romantische Atmosphäre breitet sich aus, getragen von einer Tonsprache, die der Ästhetik des späten 19. Jahrhunderts entspricht. Piernés Les Enfants de Bethléem, bereits kurz nach seiner Entstehung mit deutschem Text versehen, ist ein Werk von großer Farbigkeit und einem weit gespannten Ausdrucksspektrum, das seit über 100 Jahren nichts von seinem Reiz und seiner Wirkungskraft verloren hat.
Man kann bereits, von einer Tradition sprechen: Bereits zum vierten Mal gestaltet der Kinderchor der Staatsoper mit seinem Leiter Vinzenz Weissenburger im Schiller Theater ein Konzert mit Advents- und Weihnachtsmusik. In diesem Jahr werden die jungen Sängerinnen und Sänger zusammen mit dem Opernstudio und der Staatskapelle den Bogen vom Barock zur Spätromantik schlagen – von einer Bach-Kantate zu einem kleine wie große Zuhörer ansprechenden weihnachtlichen Werk für Kinderchor, Solisten und Orchester aus Frankreich.
Herz und Mund und Tat und Leben: Eine Bach-Kantate in zweierlei Gestalt

Zwischen 200 und 300 geistliche Kantaten hat Johann Sebastian Bach geschrieben, die meisten davon während seiner Amtszeit als Leipziger Thomaskantor von 1723 bis zu seinem Tod 1750. Nicht wenige von ihnen sind leider verloren gegangen, so dass man den ursprünglichen Gesamtbestand nur schätzen kann. Es existieren jedoch auch Stücke, von denen mehrere Versionen bezeugt sind. Zu ihnen zählt die Kantate 147 Herz und Mund und Tat und Leben, die als Leipziger Kantate zum Fest von Mariae Heimsuchung vom Juli 1723 überliefert ist, jedoch auf eine ältere Komposition aus Bachs Zeit als Organist und Konzertmeister in Weimar zurückgeht. Hier, an dem kleinen, aber schon damals – einige Jahrzehnte vor Goethe – durchaus kunstsinnigen thüringischen Hof hatte er ab 1714 Gelegenheit, regelmäßig Kantaten zu komponieren und zur Aufführung zu bringen. Hierbei arbeitete er vor allem mit dem Weimarer Oberkonsistorialsekretär Salomon Franck (1659-1725) zusammen, der ihm zu einer ganzen Reihe von geistlichen Kantaten die Texte lieferte. In seinen Evangelischen Sonn- und Festtages-Andachten hatte Franck seine Dichtungen zusammengestellt: Er verzichtete dabei auf den Einbezug von Bibelworten, wie es ja in Kirchenkantaten keineswegs unüblich ist, und reihte stattdessen Arientexte und Choralstrophen aneinander. Herz und Mund und Tat und Leben, geschrieben zum 4. Advent, folgt dieser Form, in Gestalt einer sechsteiligen Kantate hat Bach 1716 diesen Text vertont.

Einige Jahre später nahm sich der Komponist die Musik von damals wieder vor. 1723 war Bach zum Leipziger Thomaskantor und städtischer »Director musices« berufen worden, zuvor hatte er als Hofkapellmeister in Köthen gewirkt. Im neuen Amt in der Messe- und Universitätsstadt an der Pleiße hatte er vornehmlich instrumental begleitete Kantaten für die Gottesdienste der beiden Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai zu liefern – eine quantitaiv wie qualitativ überaus anspruchsvollen Aufgabe, der sich Bach mit bemerkenswertem Eifer und großer Energie widmete. Obwohl er in den ersten Leipziger Jahren ein schier unglaubliches Arbeitspensum bewältigte, war es ihm nicht möglich, alle Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres mit neuen Kompositionen zu bestücken. Insofern scheint es verständlich, wenn Bach sein Repertoire auffüllte, indem er auf ältere Werke zurückgriff und sie den Gegebenheiten vor Ort anpasste. So auch im Fall von Herz und Mund und Tat und Leben: Die Kantate wurde durch zusätzliche Rezitative und Choräle auf insgesamt zehn Nummern erweitert, zudem in zwei Teile separiert, zwischen denen in der liturgischen Abfolge die Predigt stand.
Musikalisch stellte Bach einmal mehr sein enormes Können unter Beweis. Bereits der Eingangschor, aus der Weimarer Fassung übernommen, ist ausgesprochen kunstvoll gearbeitet: Nicht zuletzt überzeugt er mit einer ausgefeilten kontrapunktischen Satztechnik und der organischen Verschlingung der einzelnen Vokal- und Instrumentalstimmen. Die eingesetzte Solo-Trompete verleiht diesem Chor besonderen Glanz, die beiden Oboen sorgen gemeinsam mit den Streichern und dem Continuo für ein vielfarbiges, aber immer transparent bleibendes Klangbild. Jedem der vier Solisten ist eine Arie zugedacht, wobei mal die expressive Melodik und mal die virtuose Geste überwiegt. Und dann geben schließlich noch die Choralsätze, die Bach für Leipzig neu komponiert und an den Schluss der beiden Teile gesetzt hat, der Kantate ihr besonderes Gepräge. »Wohl mir, dass ich Jesum habe« bzw. »Jesus bleibet meine Freunde«, basierend auf einem Kirchenlied aus dem mittleren 17. Jahrhundert, ist einer der wirklichen »Hits« aus Bachs Kantatenwerk. Eingebettet in einen warmen, belebten und natürlich ausschwingenden Streichersatz werden die Chorstimmen durch die Trompete im Cantus firmus unterstützt – eine Musik von anmutig-pastoralem Charakter, wie er der Stimmung von Advent und Weihnachten aufs Beste entspricht.


Die Kinder zu Bethlehem: Ein weihnachtliches Oratorium von Gabriel Pierné

Gabriel Pierné, ein Zeitgenosse Claude Debussys und Richard Strauss’, ist ein unbekannter Komponist geblieben. Dabei hatte das Œuvre des aus dem lothringischen Metz stammenden Künstlers zu Lebzeiten große Beachtung gefunden. Sechs Opern hat Pierné geschrieben, dazu mehrere Ballette, zahlreiche Lieder und Chorwerke sowie Orchester-, Klavier-, Orgel- und Kammermusik. Am bekanntesten aber sind seine Oratorien geworden, unter ihnen La Croisade des enfants (Der Kinderkreuzzug), Saint François d’Assise und Les Enfants à Bethléem (Die Kinder zu Bethlehem). In ihnen zeigt sich ein durchaus individueller Zugriff und zudem ein souveräner Umgang mit den Kräften von Vokalsolisten, Chor und Orchester.

Pierné, ausgebildet am renommierten Pariser Conservatoire, hatte schon frühzeitig als Organist und Dirigent auf sich aufmerksam machen können. Zu seinen Lehrern zählen so bekannte Persönlichkeiten wie César Franck (dessen Nachfolger als »Organist titulaire« an Sainte-Clotilde Pierné 1890 wurde), und Jules Massenet, der große französische Opernkomponist des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. 1903 übernahm Pierné eine Leitungsposition bei den »Concerts Colonne«, von 1910 bis 1933 sollte er deren Chefdirigent sein. Mit diesem Orchester realisierte er eine Reihe von viel beachteten Uraufführungen, u. a. von Werken seines Freundes Claude Debussy, von Maurice Ravel, von Igor Strawinsky (Der Feuervogel), von Paul Dukas, Gabriel Fauré, Albert Roussel, Darius Milhaud und Arthur Honegger – man kann sagen, dass Pierné einer der zentralen Gestalten im Pariser Musikleben seiner Zeit war. Auch durch Schallplattenaufnahmen wurde sein Name bewahrt, wenngleich sein Ruhm als Komponist nicht in gleichem Maße von Dauer war.

Stilistisch war Pierné ausgesprochen vielseitig – je nach Genre und Werk konnte er verschiedene Gestaltungsweisen aktivieren, vom »hohen Stil« bis ins Populäre hinein. Eine sinnfällige Verbindung dieser Ebenen ist nicht zuletzt auch in Les Enfants de Bethléem spürbar. In dem 1907 vom berühmten Concertgebouworkest Amsterdam uraufgeführten Werk für Erzähler, Solisten, Kinderchor und Orchester kam es Pierné offenbar darauf an, kompositorischen Anspruch mit einer gewissen Eingängigkeit bzw. Verständlichkeit zusammen zu bringen. Dass es ihm durchaus gelungen ist, wird an vielen Stellen deutlich: Einerseits erweist sich Pierné als ein Komponist, der dem groß besetzten Orchester eine breite Palette an Klangfarben und eine reiche harmonische Sprache abgewinnt, zum anderen sind immer wieder liedhafte Passagen einkomponiert, insbesondere natürlich in den Partien der Kindersolisten und des Kinderchors. Zitate von Weihnachtsliedern sind dies freilich nicht, sondern neu erfundene Melodien, die jedoch sehr deutlich dem Stil der »chants populaires« verpflichtet sind.

Les Enfants de Bethléem lässt den Hörer teilhaben an der Weihnachtsgeschichte, die aus der Sicht von jungen Hirten erzählt wird. Diese – gesungen vom Kinderchor – stehen im Mittelpunkt und erleben sowohl den Weihnachtsstern, der das Geschehen im Stall von Bethlehem ankündigt, als auch das Erscheinen der Könige aus dem Morgenland, die ebenfalls vom Stern zur heiligen Familie geleitet wurden. Sie alle begegnen Maria und dem Kind, dazu Ochs und Esel, die das weihnachtliche Bild komplettieren. Eine durch und durch romantische Atmosphäre breitet sich aus, getragen von einer Tonsprache, die der Ästhetik des späten 19. Jahrhunderts entspricht. Piernés Les Enfants de Bethléem, bereits kurz nach seiner Entstehung mit deutschem Text versehen, ist ein Werk von großer Farbigkeit und einem weit gespannten Ausdrucksspektrum, das seit über 100 Jahren nichts von seinem Reiz und seiner Wirkungskraft verloren hat.


JOHANN SEBASTIAN BACH
Kantate »Herz und Mund und Tat und Leben« BWV 147

GABRIEL PIERNÉ
»Die Kinder zu Bethlehem«