X

22. Februar 2014

For the disconnected Child

Ein Projekt von Falk Richter

»wieso kann ich dir einfach nicht vertrauen? was suchst du denn immer noch gleichzeitig, während du mit mir zusammen bist? wieso suchst du denn überhaupt die ganze zeit? wieso hört denn das suchen gar nicht auf.«

In Falk Richters Projekt geht es um ...

»wieso kann ich dir einfach nicht vertrauen? was suchst du denn immer noch gleichzeitig, während du mit mir zusammen bist? wieso suchst du denn überhaupt die ganze zeit? wieso hört denn das suchen gar nicht auf.«

In Falk Richters Projekt geht es um die Sehnsucht nach Nähe, die Angst vor Verbindlichkeit, den ständigen Druck der Selbstoptimierung – und Tschaikowskis Oper »Eugen Onegin«. Darin offenbart Tatjana dem Mann, dem sie für den Rest ihres Lebens nah sein will, in einem Brief ihr Innerstes – und wird von ihm zurückgewiesen, seine Freiheit will Onegin nicht aufgeben. Falk Richters Figuren schauen auf die romantische Oper wie auf ein Museumsexponat: berührt, aber ratlos. Alleinerziehende Mütter, ehrgeizige Assessmentcenter-Managerinnen, verständnisvolle Beziehungscoaches, auf den großen Auftritt wartende Gesangsdoubles, gestresste Praktikanten und ein Mann, der so nicht weiter leben kann: Wie Eugen Onegin sind sie ewig Suchende. Nach Nähe, Erfolg, nach Rausch, Intensität und Erfüllung. Wie Onegin taumeln sie rastlos von Gelegenheit zu Gelegenheit, suchen, finden, verfehlen einander und ertrinken in einer Flut unendlicher Möglichkeiten.

In Falk Richters Projekt treffen Schauspieler der Schaubühne auf Tänzer sowie Sänger und Musiker der Staatsoper aufeinander. Sieben Komponisten zeitgenössischer Musik, darunter der isländische Singer/Songwriter Helgi Hrafn Jónsson, schrieben dazu die Musik. Die Bühne wird zum Experimentierfeld, auf dem sich die Beziehungen zwischen Schauspielern, Sängern und Tänzern ständig neu verhandeln, verbinden, auflösen.


2:25 h | inklusive 1 Pause
Einführung jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung
Eine Koproduktion der Schaubühne am Lehniner Platz mit der Staatsoper Unter den Linden im Rahmen von INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater

TICKETS:
Sollten an den Kassen der Staatsoper keine Tickets mehr erhältlich sein, wenden Sie sich bitte an die Kasse der Schaubühne Berlin: www.schaubuehne.de/de/seiten/t...

Ticketshop der Schaubühne Berlin: www.schaubuehne.de/de/produkti...
  • Pressestimmen

    »Ein Gesamtkunstwerk aus Schauspiel, Musik, Tanz und Video. Ein faszinierender Abend.« (Süddeutsche Zeitung, 19. Juni 2013)

    »Man torkelt beglückt, beseelt und inspiriert aus der Schaubühne auf den Kudamm. Ein wahrhaft großer Theaterabend«. (RBB Kultur)

    »Falk Richter verschiebt die Blickwinkel, er sampelt den melancholisch sirrenden Sound des isländischen Sängers Helgi Hrafn Jónsson mit experimenteller Musik und der Tschaikowski-Ouvertüre. Die Stile, die Jahrhunderte, die Körper, der Text gehen eine Verbindung ein. Das ist nicht nur clever, sondern auch elegant umgesetzt. Tatsächlich verlässt man das Theater schwer infiziert von dieser Tracklist der emotionalen Entleerung«. (Berliner Morgenpost)

    »Falk Richter flutet die Schaubühne mit Melancholie… Als Hauptfigur hat er sich die großartige Schauspielerin Ursina Lardi ins Boot geholt, die nicht am Rande des Nervenzusammenbruchs steht, sondern schon lange in ihn hineingefallen ist und nun mit kühler Aufgelöstheit (bei Ursina Lardi ist das möglich!) Richters Texte über die Fremdheit zu sich und zum eigenen Körper zelebriert«. (Der Tagesspiegel)

    »Famose Musiker der Staatskapelle Berlin«. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

    »Die eigentliche Musik des Abends, Melodrame, Sing-Sprech-Duette oder Lieder, haben, außer Tschaikowsky, gleich sieben Komponisten geliefert. Es bleibt ein Theaterstück mit Musik, die immer wieder neue Facetten zwischen Wort und Ton öffnet. Aber trotzdem gibt es eine Stimme, die den Abend prägt, die wie von ganz weit her kommt, und in androgynem, kindlich hohem Ton, zuweilen in einer Sprache, die keiner versteht, das Trauma des Alleingelassenseins besingt: Das ist der isländische Sänger Helgi Jónsson«. (Berliner Zeitung)

    »Ein in der Verzwirnung und Verflechtung seiner Szenen virtuoser und leichtfüßiger Abend«. (RBB Kulturradio)